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Krampfadern-Symptome: Verursachen Krampfadern Schmerzen?
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Krampfadern-Symptome: Verursachen Krampfadern Schmerzen?

Sie haben öfter müde, schwere und geschwollene Beine? Dann sollten Sie an Krampfadern denken und zum Arzt gehen – auch wenn keine Krampfadern sichtbar sind. Krampfadern: Symptome, die Sie ernst nehmen sollten.

Frühe Krampfader-Symptome ernst nehmen

Oft sind Krampfadern sichtbar, aber noch keine Beschwerden wahrnehmbar. Möglich ist auch, dass keine Varizen zu sehen sind, aber Krampfader-Symptome auftreten. Zu den frühen Krampfader-Symptomen gehören müde, geschwollene und schwere Beine sowie Spannungsgefühle in den Beinen. Die Beschwerden lassen meist nach, wenn die Beine hochgelagert und der Blutfluss zum Herzen dadurch erleichtert wird.

Oftmals nehmen die Schwellungen, verursacht durch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) – an den Beinen bei warmem Wetter zu oder treten nach langem Stehen und Sitzen auf. Die Ansammlung von Gewebeflüssigkeit entsteht, wenn durch den erhöhten Druck in den Venen Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst wird. Fuß- und Wadenkrämpfe können ebenfalls ein Krampfader-Symptom sein.

Krampfader-Symptome im fortgeschrittenen Erkrankungsverlauf

Varizen können im fortgeschrittenen Verlauf des Krampfaderleidens zu übermäßig warmen und juckenden Beinen führen. Auch können sich bräunliche Hautverfärbungen im Bereich der Unterschenkel und Füße bilden sowie ein roter, schuppiger, juckender Ausschlag - gewöhnlich an der Beininnenseite über dem Knöchel (Stauungsdermatitis, Stauungsekzem). Möglich ist auch, dass die Hautoberfläche verhärtet, dünn und glänzend erscheint.

Krampfader-Symptom Schmerz: Tun Krampfadern weh?

Ein weiteres Krampfader-Symptom sind Schmerzen in den Beinen. Warum tun Krampfadern weh? Krampfader-Schmerzen entstehen, wenn der Druck in den Venen zunimmt. In Folge werden umliegenden Hautnerven gereizt, die ein Schmerzsignal in der Umgebung der erweiterten Vene auslösen. Auch die durch Krampfadern häufig ausgelösten Wadenkrämpfe und Krämpfe im Fuß sind schmerzhaft. Meist sind die Schmerzen am Ende des Tages nach langem Stehen oder Sitzen besonders ausgeprägt. Nimmt der Druck auf das Gewebe aufgrund von Ödemen zu und wird die Haut zunehmend gespannt, kann das ebenfalls Krampfader-Schmerzen verursachen.

Krampfadern: Zu welchem Arzt?

Gehen Sie bei Verdacht auf ein Krampfaderleiden immer zum Arzt und lassen Sie sich untersuchen. Unbehandelt können Krampfadern schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen verursachen. Wenden Sie sich an einen Facharzt für Phlebologie oder Gefäßchirurgie. Auch Ihr Hausarzt oder ein Dermatologe ist ein erster Ansprechpartner und kann Sie bei Bedarf an einen Venenspezialisten überweisen.

Sind Krampfadern gefährlich?

Bei Krampfadern ist das Risiko für Venenentzündungen (Varikophlebitis) und Blutgerinnsel (Thromben) erhöht. Durch den gestörten Bluttransport verweilt das Blut länger in den Venen. Die Vene kann sich entzünden und das Blut leichter gerinnen. Gefährlich wird es, wenn sich das Blutgerinnsel in eine tiefe Vene einwächst. Dann steigt die Gefahr, eine lebensbedrohliche Lungenembolie zu erleiden.

Hautgeschwüre gehören ebenfalls zu den Komplikationen von Krampfadern. Diese entstehen, wenn das umliegende Gewebe durch den anhaltenden Blutstau nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Sogenannte Ulzera (Hautgeschwüre) heilen nur sehr langsam. Stirbt Hautgewebe ab, kommt es zum „offenen Bein“ (Ulcus cruris). Die Gefahr für bakterielle Infektionen bis hin zur Blutvergiftung ist dann erhöht.

Suchen Sie bei schmerzenden Krampfadern sowie anderen Krampfader-Symptomen immer einen Venenspezialisten auf und lassen Sie Ihr Venensystem untersuchen. Sofort zum Arzt gehen sollten Sie, wenn die Schmerzen im Bein zusammen mit einer verhärteten Vene sowie Überwärmung und Rötung der darüberliegenden Haut auftreten. Dies deutet auf eine Venenentzündung oder ein Blutgerinnsel (Thrombus) hin. Eine rasche Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten kann ein Voranschreiten der Gerinnselbildung in tiefere Venen verhindern – und so das Risiko einer Lungenembolie senken.  
Das Aussehen der Krampfadern ist nicht sehr aussagekräftig, was das damit verbundene Risiko angeht. Wie kritisch die Krampfader ist, kann ein Phlebologe mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung herausfinden. Ebenso stehen Ausprägung und Beschwerdebild oft nicht im Zusammenhang. So können deutlich sichtbare Krampfadern ohne Symptome sein, während kleinere, unauffälligere geweitete Adern Beschwerden verursachen.
Die häufigste Krampfader-Komplikation ist ein Beingeschwür, umgangssprachlich als „offene Bein“ bezeichnet. Bleiben Krampfadern unbehandelt, bilden sich bei bis zu sechs Prozent der Betroffenen eine offene Beinwunde.

Quellen:

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V. 

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Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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