Fußkrankheiten: Was Sie wissen sollten
© Viacheslav Iakobchuk/stock.adobe.com
(8)

Fußkrankheiten: Was Sie wissen sollten

Von kleinen Druckstellen bis hin zu schweren Fehlstellungen und ansteckenden Krankheiten: Im Laufe des Lebens leiden die meisten Menschen mindestens einmal in irgendeiner Form an Beschwerden im Fußbereich. Lesen Sie hier, welche Fußkrankheiten es gibt und welche Experten helfen können.

Auch Fußnagelprobleme und Co. zählen zu den Fußkrankheiten

Das Spektrum der möglichen Erkrankungen im Fußbereich ist breit gefächert: Von überwiegend harmlosen Beschwerden wie einer Blase oder Warze am Fuß über geschwollene Füße bei Hitze bis hin zu Fußfehlstellungen können sich Fußkrankheiten sehr unterschiedlich äußern.

Bereits ein eingewachsener Nagel oder eine Nagelbettentzündung am Zeh zählen zu den Fußkrankheiten. Und auch Schweißfüße, die häufig bereits mit verstärkter Fußhygiene behandelbar sind, können Symptome anderer Grunderkrankungen sein. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Ursache von einem Arzt abklären zu lassen. 

Viele Eltern kleiner Kinder lernen spätestens mit Beginn der Kita-Zeit die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) kennen. Die Viruserkrankung sorgt zunächst für grippeartige Symptome und führt dann zu einem schmerzhaften roten Bläschenausschlag an den Füßen, im Mundraum und an den Händen.

Fußfehlstellungen beziehungsweise Fehlbelastungen, etwa durch zu enge oder schlecht sitzende Schuhe, sind nicht nur ein Problem für sich, sondern können zusätzlich zu Verhornungen an den Füßen führen. Vor allem stark beanspruchte Stellen wie Ferse, Fußballen und großer Zeh sind hier betroffen. Kommt es zu – teils großflächigen – übermäßigen Verhornungen, sprechen Mediziner von einer Hyperkeratose am Fuß.

Darüber hinaus können Hühneraugen entstehen, die durch ihren in der Mitte sitzenden, tief gehenden Hornhautdorn sehr schmerzhaft werden können. Treten infolge von Fehl- oder Überbelastung stechende Schmerzen im Fersenbereich auf, kann ein Fersensporn die Ursache sein. Der dornartige Knochenauswuchs reizt die Sehnen und kann schmerzhafte Entzündungen verursachen.

Wenn die Haut sich schält: Infekte im Fußbereich

Zwei Infektionskrankheiten, die oft gemeinsam auftreten, oder zumindest einen gemeinsamen Auslöser haben, sind Fußpilz und Nagelpilz. Fußpilz macht sich durch schuppige, gerötete und stark juckende Stellen bemerkbar und kommt vor allem zwischen den Zehen und an der Fußsohle vor. Bei Nagelpilz verfärben sich die Fußnägel gelb-weißlich und verdicken sich. 

Bei beiden Erkrankungen ist es wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen. Je länger die auslösenden Pilzerreger Zeit haben, sich tief in Haut oder Nagel vorzuarbeiten, desto schwerer wird es, den Infekt wieder loszuwerden.

Wenn die Fußhaut ständig juckt, kann eine Krankheit wie Fußpilz die Ursache sein. 
© AsianPeopleImages/stock.adobe.com

Wenn die Fußhaut ständig juckt, kann eine Krankheit wie Fußpilz die Ursache sein. 

Fußkrankheiten als Folge anderer Erkrankungen

Einige Fußkrankheiten entstehen auch im Rahmen von Erkrankungen, die den gesamten Körper betreffen können. Das ist etwa bei Rheuma im Fuß oder Gicht im Zeh der Fall, die beide mit Schwellungen und Schmerzen im Gelenkbereich einhergehen. 

Diabetes mellitus kann ebenfalls ernst zu nehmende Folgen für die Füße haben und einen sogenannten diabetischen Fuß verursachen. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Nerven und Blutgefäße. Das sorgt für ein vermindertes Schmerzempfinden und Störungen der Durchblutung und Wundheilung. Schon kleinste Verletzungen können sich infolgedessen zu offenen Geschwüren an den Füßen entwickeln und unbehandelt im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe führen.

Fehlstellungen und Fehlbelastungen infolge eines diabetischen Fußsyndroms ziehen regelmäßig auch Ermüdungsbrüche nach sich: Die Knochen können der normalen Belastung nicht standhalten und brechen leicht. Weicht die Knochenstruktur weiter auf, kann ein sogenannter Charcot-Fuß entstehen. Hier kann es schon bei geringer Belastung zu Brüchen kommen. Aufgrund des verminderten Schmerzempfindens der Patienten bleiben diese häufig unbemerkt. Der Charcot-Fuß lässt sich oft nur operativ behandeln. In besonders schwerwiegenden Fällen kann eine Amputation nötig werden.

Der passende Facharzt für Fußkrankheiten

 

  • Hausarzt: Der Hausarzt ist bei den meisten Beschwerden der erste Ansprechpartner und kann auch bei Fußkrankheiten weiterhelfen. Entweder verordnet er selbst passende Medikamente und Behandlungsmaßnahmen oder überweist an den zuständigen Facharzt. 
  • Hautarzt: Bei Infekten im Fußbereich wie etwa Fußpilz kann neben dem Haus- auch der Hautarzt ein Ansprechpartner sein.
  • Orthopäde: Ein Orthopäde ist generell für alle Fehlbildungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates zuständig. Bei Fußfehlstellungen oder nach Operationen am Fuß kann er entsprechende Übungen und weitere Maßnahmen verordnen, die die Genesung unterstützen.
  • Podologe: Professionelle medizinische Fußpfleger bieten umfassende vorbeugende und behandelnde Maßnahmen bei Fußkrankheiten an. Meist sind sie mit Kassenzulassung tätig. Ein diabetischer Fuß etwa kann beim Podologen auf Rezept behandelt werden.
  • Fußchirurg: Ein Fußchirurg ist auf die komplizierten anatomischen Eigenheiten der Füße spezialisiert und nimmt unter anderem Operationen zur Korrektur von Fußfehlstellungen vor.

Fußfehlstellungen treten häufig im Erwachsenenalter auf

Fußfehlstellungen zählen zu den besonders weit verbreiteten Fußkrankheiten. Mit zunehmendem Alter leiden in Deutschland viele Erwachsene in unterschiedlich ausgeprägter Form an einer oder mehreren Deformationen im Fußbereich. Es müssen aber nicht immer Beschwerden damit einhergehen. Ursache sind meist Schuhe, die zu eng sind oder zu hohe Absätze haben. Auch Übergewicht, zu wenig Bewegung und eine allgemein geschwächte Fußmuskulatur können Fußfehlstellungen herbeiführen oder begünstigen. 

Nur in seltenen Fällen sind Fußfehlstellungen angeboren, wie etwa beim sogenannten Sichelfuß und Klumpfuß, die vorwiegend bei Babys zu beobachten sind. Der Sichelfuß kann bei der Geburt bereits vorhanden sein oder sich danach entwickeln, etwa durch vermehrte Bauchlage des Kindes. Häufig ist auch die Kombination von Sichelfuß und Klumpfuß. Von diesen beiden Fußfehlstellungen sind Erwachsene aber nur selten betroffen.

Insgesamt leiden Betroffene meistens nicht an einer einzelnen Fußfehlstellung, sondern an mehreren Krankheitsbildern gleichzeitig. Besonders häufig haben etwa Patienten mit einem Knickfuß auch einen Senkfuß. Wird der Senkfuß nicht oder nur unzureichend behandelt, kann er wiederum in einen Plattfuß übergehen. Sowohl beim Senk- als auch beim Plattfuß ist das Längsgewölbe des Fußes geschwächt, die Fußsohle liegt zunehmend vollflächig auf dem Boden auf.

Fußkrankheiten wie Platt-, Knick- und Sichelfuß sind bei Babys und kleinen Kindern meist kein Grund zur Sorge.
© Anastasiya/stock.adobe.com

Fußkrankheiten wie Platt-, Knick- und Sichelfuß sind bei Babys und kleinen Kindern meist kein Grund zur Sorge.

Der sogenannte Hammerzeh gehört ebenfalls zu den sehr häufigen Fußkrankheiten. Die Fehlstellung geht meist mit einem Spreizfuß, Hohlfuß oder Hallux valgus einher, bei dem der große Zeh in eine immer stärkere Schiefstellung nach außen gerät. 

Versteift sich zusätzlich das Großzehengrundgelenk, sodass die normale Abrollbewegung des Fußes nicht oder nur noch unter Schmerzen möglich ist, sprechen Mediziner von Hallux rigidus. Beim Spitzfuß, dem sogenannten Pes equinus, können Betroffene aufgrund einer krankhaft übersteigerten Beugung des Sprunggelenk nur noch auf dem Vorderfuß laufen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?