Heizen mit der Sonne: Was Sie vor der Anschaffung einer Solarthermie-Anlage beachten sollten

Eine Solarthermie-Anlage kann Ihnen dabei helfen, Energiekosten einzusparen. Immerhin entfallen etwa zwei Drittel des Energieverbrauchs in einem Haushalt auf die Heizung und die Warmwasserbereitung. Die Anschaffung einer Solaranlage kann sich also durchaus lohnen. Doch bevor Sie sich an das Projekt Solaranlage wagen, sollten Sie unbedingt eine fachkundige Beratung in Anspruch nehmen – schließlich sind die Kosten einer solchen Modernisierung nicht zu unterschätzen.

Ist Ihr Haus für Solarthermie geeignet?

Woran erkennen Sie, ob ein Berater wirklich qualifiziert ist? Er wird mit Ihnen systematisch alle wichtigen Faktoren analysieren, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Die wohl wichtigste Frage, die vor allen anderen beantwortet werden muss, ist die, ob Ihr Haus die baulichen Voraussetzungen erfüllt. Immerhin kommt rund jedes vierte Haus aus den unterschiedlichsten Gründen für einen solchen Umbau nicht infrage, wobei Bausubstanz und Dachneigung kritische Punkte sind. Mit einem Sonnenbahn-Analysator lässt sich herausfinden, ob die zukünftige Kollektorfläche auch nicht zu verschattet sein wird, zum Beispiel durch andere Häuser oder Bäume.

Dachausrichtung und Neigung entscheiden

Zur Messung der Dachneigung kommt Spezialtechnik zum Einsatz. Ideale Voraussetzungen für Solarthermie bietet ein Dach mit südlicher Ausrichtung, dessen Dachneigung bei etwa 30 Grad liegt. In der Regel kommt es bei Abweichungen davon beziehungsweise bei Dachneigungen im Rahmen von 20 bis 60 Grad nicht zu erheblichen Leistungseinschränkungen der Solarthermie-Anlage. Entscheidender ist die Ausrichtung des Daches. Zwar kann sich die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage auch bei West- oder Ostausrichtung lohnen, doch muss die Abweichung von der sonnigen Südseite in der Regel mit einer größeren Kollektorfläche kompensiert werden. Wenn Sie ein Flachdach besitzen, brauchen Sie für die Anlage immer eine spezielle Aufständerung.

Solarthermie: Lohnt sich die Investition?

Ein unabhängiger und qualifizierter Berater wird sich auch mit Ihrer Energie- und Wärmebedarfsrechnung beschäftigen. Es gibt einiges zu klären:

  • Wie gut ist Ihr Haus gedämmt?
  • Wie viele Personen leben in dem Haus?
  • Wie hoch ist der Wasserverbrauch?
  • Wie viel Energie benötigen Sie für die Heizung?
  • Wie hoch war bisher Ihr Jahresverbrauch an Gas und Öl?

Mithilfe Ihrer Angaben kann der Berater eine Wirtschaftlichkeits- und Ertragsprognose erstellen und herausfinden, ob sich die Investition in ein Solarthermie-Haus für Sie überhaupt lohnt. Immerhin belaufen sich die Kosten für eine Solarwärme-Anlage auf ungefähr 12.000 Euro. Diese Investition sollte auf lange Sicht nicht nur der Umwelt nützen, sondern auch Ihnen eine echte Kostenersparnis bringen.

Finanzielle Förderung von Solarthermie-Anlagen

Zu den wichtigsten Punkten, die eine unabhängige und qualifizierte Beratung für Sie klären sollte, gehört eine gesicherte Auskunft über Förderung und Einsparungen. Der Berater sollte Ihnen klar und nachvollziehbar die Kosten als einzelne Posten aufschlüsseln können, beispielsweise für das Material, die Gerüstmontage, die erforderlichen Umbauten und die Dachabdeckung. Nur so können Sie die Kostenvoranschläge später auch miteinander vergleichen. Ein Berater sollte auch über die Fördersummen Bescheid wissen, die Sie beantragen können. Auch bei den Finanzierungsmöglichkeiten sollte er sich auskennen und Ihnen auf Wunsch beim Stellen der erforderlichen Anträge helfen können.

Solarthermie: Technische Fragen

Es gibt einige technische Fragen, die Sie bei einem Besichtigungstermin mit Ihrem Berater abklären müssen. Da wäre etwa die geplante Montagemethode, die besprochen werden muss. Wie steht es mit Blitzschutzmaßnahmen für das Dach und die Anlage? Weiter gilt es zu klären, ob der bestehende Heizkessel verwendet werden kann. Oder müssen Sie auch diesen modernisieren? Die Verbesserungen durch eine Solarwärme-Anlage können mit einer veralteten Anlage nicht so effizient greifen wie mit einer, die modernen Standards entspricht. Auch der Verlauf der Rohre bedarf einer Klärung. Kann das Leitungssystem vielleicht durch einen bestehenden Schornstein geführt werden? Auch bauliche Gegebenheiten wie Türstockbreite und Deckenhöhe müssen gemessen werden, um die Größe des zukünftigen Speichers festzulegen.

Was Sie noch beachten sollten

  • Eine seriöse Beratung braucht Zeit und Know-how. Das hat seinen Preis.
  • Seriöse Berater sind Solarhandwerker, Solarfachberater und Solararchitekten. Zu finden sind sie über die einschlägigen Online-Portale und über Verbraucherzentralen.
  • Lassen Sie sich vor der Anschaffung mindestens zwei Kostenvoranschläge erstellen, um bessere Vergleichsmöglichkeiten für Ihre Entscheidung zu haben.
  • Im Normalfall muss ein Berater keine konkreten Firmen empfehlen. Versucht er Sie auf eine bestimmte Firma festzulegen, ist Misstrauen geboten.
  • Scheuen Sie sich nicht, Referenzen zu verlangen. Ein fähiger Berater sollte auch in der Lage sein, Ihnen die Besichtigung eines Solarthermie-Hauses zu ermöglichen.