Feuchtigkeit im Keller mit professionellen Durchdringungen vorbeugen

Dort, wo Bauteile die Außenwand eines Hauses durchdringen, lauern Gefahren. Häufig ist Feuchtigkeit im Keller das Hauptproblem. Um die sogenannten Durchdringungen korrekt abzudichten und so Gebäudeschäden zu vermeiden, ist das ganze Können der Bauprofis gefragt.

Welche Durchdringungsarten gibt es?

In den Keller bzw. in den Hausanschlussraum münden verschiedene Versorgungsleitungen von außen. Die Erschließungsrohre und -leitungen ermöglichen den Anschluss an die Kanalisation sowie an die Strom- oder Wärmeversorgung. Auch Kabel für die Telekommunikation, Rohre für die Regenwasser- oder Erdwärmenutzung sowie automatische Be- und Entlüftungsanlagen müssen von außen durch die Wand.

Es entsteht in jedem Fall ein Loch in der Außenhülle des Hauses, durch das Feuchtigkeit und Kälte hereinkommt, wenn es nicht präzise abgedichtet ist. Um die Anzahl der Durchdringungen so gering wie möglich zu halten, empfiehlt sich bereits in der Planungsphase eine enge Abstimmung zwischen Architekten und den bauausführenden Fachfirmen. Ebenso muss die Durchdringung baulich korrekt ausgeführt werden. Für diese Arbeiten sollten unbedingt Bauprofis engagiert werden, denn bei Abdichtungsmängeln ist Feuchtigkeit im Keller oder an anderen Stellen am Bauwerk vorprogrammiert.

Wenn Schächte durch die Wand dringen, kann es zu Feuchtigkeitsschäden kommen.

Durchdringungen abdichten – die Systeme

Der große Schwachpunkt im Bereich der Hausdurchdringungen ist der Spalt zwischen Versorgungsleitung und Wandung. Nur wenn dieser Bereich perfekt abgedichtet ist, kann keine Feuchtigkeit in den Keller oder in andere Räume gelangen. Realisiert wird eine dichte Durchdringung mittels verschiedener Systeme:

  • Bei der Mehrspartenhauseinführung werden alle Leitungen durch eine Öffnung geführt. Ein Rohr mit Dichtungseinsatz wird in die Außenwand eingebaut und nimmt die verschiedenen Rohrleitungen auf.
  • Injektionsmanschetten aus Spezialschaum werden auf der Baustelle passgenau hergestellt und unter Druck verfüllt.

Anforderungen an Durchdringungen

An die Durchdringungen selbst werden verschiedene Anforderungen gestellt. Diese sind in verschiedenen Regelwerken verankert und richten sich nach der Art der durch die Wand geführten Versorgungsleitung. Da Laien kaum alle Regelwerke beherrschen, wird die Ausführung der Arbeiten durch Bauprofis unbedingt empfohlen.

Gasversorgungsleitungen

Maßgeblich sind die Regelwerke des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) G 459-1 „Gas-Hausanschlüsse”, VP 601 / März 2007 „Technische Regel Gas- und Wasser-Hauseinführungen” und VP 601 B1 / Januar 2008, Anhang A „Definition der Schnittstelle zwischen Mehrspartenhauseinführungen und Hauseinführungskombinationen”.

Unter anderem sind dort folgende Regeln aufgeführt:

  • Die Leitungsverlegung sollte erst erfolgen, wenn die Hauseinführungsstelle bekannt ist. Dies ermöglicht eine rechtwinklige Einführung der Leitung in das Innere des Gebäudes.
  • Die Hauseinführung kann mit oder ohne Metallrohr erfolgen.
  • Die Ringräume zum Anschlussraum müssen dicht sein.
  • Werden Festpunkteinbauten vorgenommen, dann muss die Verbindung zur Wand kraftschlüssig ausgeführt werden.
  • Hausanschlüsse in nicht unterkellerten Gebäuden müssen durch ein Mantelrohr geführt werden.
  • Hausanschlüsse, die aus PE-Rohren oder Wellrohrschläuchen gefertigt sind, müssen gegen Verdrehen geschützt werden.
  • Eventuell entstehende Kräfte sollen möglichst nicht auf die Inneninstallation übertragen werden. Gegebenenfalls sind Kraftbegrenzer vorzusehen.

Dort, wo Bauteile die Außenwand eines Hauses durchdringen, lauern Gefahren, zum Beispiel in Form von Feuchtigkeit.

Wasserversorgungsleitungen

Auch für die Einführung der Wasserversorgungsleitungen in das Gebäudeinnere hat der DVGW Richtlinien aufgestellt. Speziell gültig sind die Inhalte der W 404 „Wasseranschlussleitungen”. Die Vorschriften entsprechen in vielen Bereichen den für die Gasversorgung gültigen, zusätzlich sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die für die Zählermontage erforderlichen Abstandsmaße sind einzuhalten.
  • Die Abwinklung muss begrenzt werden.

Zulässige Durchdringungen

Laut DVGW VP 601 sind nur noch bestimmte Gebäudeeinführungen erlaubt, die Ausführung muss gas- und wasserdicht erfolgen und einem Druck von 1 bar standhalten. Die früher üblichen Aussparungen mit KG- oder PVC-Rohr sind nicht mehr zugelassen, da ansonsten die Gewährleistungsansprüche verfallen. Hinsichtlich der druckdichten Ausführung sagt der DVGW in seiner Richtlinie Folgendes:

„Hauseinführungen sind gas- und wasserdicht auszuführen. Dies gilt als erfüllt, wenn die Leckrate des Ringraums zwischen Festpunkt und Kernbohrung bzw. Mantelrohr und Medienrohr der nach Herstellerangaben eingebauten Hauseinführung bei einem Druck von 1 bar einen Wert von 1 dm3/h nicht überschreitet” (DVW VP 601).

Vorgaben laut DIN

Bei der Herstellung einer Hausdurchdringung ist weiterhin die DIN 18012 „Haus-Anschlussreinrichtungen” zu beachten. Darin werden unter anderem auch Vorgaben für die Herstellung des Hausanschlussraums aufgeführt. Auch die DIN 18322 VOB Teil C ATV – „Kabelleitungstiefbauarbeiten” besitzt Relevanz. In der DIN 18195-5 wird die Ausführung von Durchdringungen bei drückendem und nicht drückendem Wasser vorgeschrieben. Ebenso sind zulässige Abdichtmaterialien und -ausführungen genannt, die den Baufirmen selbstverständlich geläufig sind.

Zusammenfassung:

  • Insbesondere an kritischen Punkten wie der Einleitung der Versorgungsleitung kann es bei Hausdurchdringungen leicht zu Folgeschäden wie Feuchtigkeit im Keller kommen.
  • Bereits die Planung und Durchführung der Durchdringung sollte daher dem Bauprofi überlassen werden – sonst können hohe Sanierungskosten auf Sie zukommen.
  • Bei der Mehrspartenhauseinführung findet nur eine Durchdringung statt, wodurch das Risiko minimiert wird.
  • Auch bei der Abdichtung von Durchdringungen sollte unbedingt ein Fachmann zurate gezogen werden.
  • Hauseinführungen unterliegen bestimmten Verordnungen. Sie sind unbedingt gas- und wasserdicht durchzuführen.