Aufstockung: So können Sie Wohnraum schaffen

Sie benötigen mehr Platz daheim? Mit einer Aufstockung lässt sich dieses Ziel erreichen. Familiäre Lebenssituationen können sich verändern, zum Beispiel kommen Kinder dazu oder pflegebedürftige Eltern möchten mit der Familie unter einem Dach leben. Verschiedene Faktoren sollten beim Ausbau beachtet werden.

Was ist eine Aufstockung?

Das Aufstocken eines Gebäudes schafft zusätzlichen Wohnraum, indem eine oder mehrere Etagen auf einem bestehenden Haus oder einem angrenzenden Gebäude, wie einer Garage, errichtet werden. Vielfach kann die bereits vorhandene Fläche während der Umbauphase weiterhin bewohnt werden. Einschränkungen sind jedoch unvermeidbar.

Ausführungsmethoden bei einer Geschossaufstockung

Grundsätzlich eignen sich klassische Bauweisen mit Mauern aus Beton oder Stein ebenso wie alternative Materialien, zum Beispiel moderne Kombinationen aus Stahl und Glas. In der Praxis kommen jedoch aufgrund der statischen Voraussetzungen eines Objekts häufig nur Leichtbauweisen wie Holzrahmenkonstruktionen infrage. Ausschlaggebend hierfür sind in erster Linie die Gewichtsvorteile. Hinzu kommt, dass die benötigten Elemente komplett vorgefertigt werden können. Damit kann das eigentliche Aufstocken vielfach innerhalb weniger Tage erfolgen, sodass das Haus schnell wieder über eine dichte Außenhülle verfügt.

Mehr Wohnraum unter einem Dach durch Aufstockung: Mögliche Vorteile

  • Verfügbarkeit von mehr Wohnraum und gesteigerter Wohnkomfort
  • Mit einer separaten Eingangstreppe und einem eigenen Eingang kann eine völlig eigenständige Wohneinheit entstehen, die beispielsweise auch als Büro oder Praxis genutzt werden kann.
  • Möglichkeiten einer klaren räumlichen Trennung der Einheiten, eventuell zusätzliche Einnahmequelle bei einer Vermietung
  • Einsparung von Kosten für ein Grundstück sowie gegebenenfalls von Erschließungskosten oder Schadstoffprüfungen des Bodens
  • Wertsteigerung des gesamten Gebäudes
  • Senkung der Heizkosten durch Nutzung neuester energetischer Standards
  • Schaffung einer ökologisch sinnvollen Lösung aufgrund der Vermeidung einer weiteren Flächenversiegelung
  • Optionen monetärer Subventionen und Förderungen, unter anderem durch steuerliche Absetzbarkeit oder günstige Finanzierungen

Mit fachlicher Unterstützung gelingt die Aufstockung

Das Aufstocken eines Hauses ist eine mögliche Lösung, wenn mehr Wohnraum unter einem Dach erschlossen werden soll. Doch es handelt sich auch um ein komplexes Unterfangen – sowohl in rechtlicher als auch in baulicher Hinsicht. Es gilt zu prüfen, welche Optionen am jeweiligen Standort überhaupt zulässig und welche sonstigen Baubestimmungen zu beachten sind – beispielsweise Zustimmungserfordernisse von Nachbarn sowie Brand- oder Trittschallschutz. Auf kommunaler Ebene wird im Bebauungsplan festgelegt, wie ein Grundstück genutzt und bebaut werden darf. Ein Experte kann sehr schnell feststellen, ob die gewünschte Nutzungsart zulässig ist und wie viele Geschosse maximal erlaubt sind. Relevant für die Baugenehmigung sind darüber hinaus bestimmte Kennzahlen wie die sogenannte Geschossflächenzahl (GFZ) und die Grundflächenzahl (GRZ). Diese können mithilfe von Formeln ermittelt werden und regeln die Dichte der Bebauung in der Nachbarschaft sowie die maximale Höhe, um die ein Bauwerk die umgebenden Gebäude überragen darf. Außerdem betrifft das Aufstocken die gesamte Statik des Hauses und die fachgerechte Verbindung von alten und neuen Gebäudeteilen (unter anderem Abdichtung, Dämmung oder Anpassung sämtlicher Installationen und Leitungen). Von Beginn an begleiten Profis wie Architekten, Sachverständige und Dachdecker die Aufstockung. Diese können auch hinsichtlich einer Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Hauses beraten und finanzielle Fördermöglichkeiten aufzeigen.

Bauantrag für Aufstockung einer Etage erforderlich

Rechtzeitig vor dem geplanten Start des Ausbaus gilt es, den Bauantrag zu stellen. Voraussetzung hierfür ist, dass ein professionell ausgearbeiteter Bauplan vorliegt. Die Unterlagen, zu denen darüber hinaus Skizzen, Bestands- sowie Lagepläne gehören, werden bei der örtlich zuständigen Baubehörde eingereicht. Bei Wohngebäuden mit mittlerer und geringerer Höhe besteht gegebenenfalls die Option ein vereinfachtes Verfahren zu nutzen, das zeitlich schneller abgewickelt werden kann. Für die Bearbeitung des Bauantrages entstehen Gebühren, meistens in Abhängigkeit von der Höhe der Baukosten. Die Baubehörde prüft im Verfahren verschiedene Kriterien, unter anderem werden folgende Fragen thematisiert:

  • Fügt sich die Neuplanung in das Gesamtbild der Umgebung ein?
  • Werden Mindestabstände zu Nachbargrundstücken und -gebäuden eingehalten?
  • Welche Auswirkungen auf den Lichteinfall gibt es für Nachbargebäude und -grundstücke?
  • Sind Vorschriften für notwendige Treppen, Notausgänge und Rettungswege beachtet worden?
  • Stimmt die Planung mit geltenden Regelungen für den Brandschutz sowie den Schutz gegen Schall überein?

Sofern eine Genehmigung erfolgt, muss die Bauausführung innerhalb einer vorgegebenen Frist gestartet werden, Anträge auf Verlängerung dieses Zeitraumes sind aber üblicherweise möglich.

Mit den passenden Fachleuten an ihrer Seite können Bauherren ihre Vorstellungen bezüglich des Baustils der neuen Gebäudeteile und Raumaufteilung ausführlich besprechen. Sind alle Fragen geklärt, können sie das Aufstocken ihres Hauses entspannt angehen.