Wenn die Erde bebt: Die teuersten Naturkatastrophen aller Zeiten
© SDubi/Thinkstock 2016
(2)

Wenn die Erde bebt: Die teuersten Naturkatastrophen aller Zeiten

In Japan leider an der Tagesordnung, in Deutschland zum Glück eher selten: Erdbeben zeigen eindrucksvoll, wie machtvoll die Natur ist und wie hilflos dagegen die Menschheit. Zwar versuchen Architekten und Baumeister in regelmäßig betroffenen Regionen wie Tokio Gebäude, Hochhäuser und Brücken erdbebensicher zu machen und so die Folgeschäden zu minimieren. Manchmal scheppert die Erde aber so gewaltig, dass ganze Städte zusammenbrechen. Das Resultat: Menschen werden verletzt, verschüttet und getötet, Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Wir haben die teuersten Erdbeben der Welt ermittelt:

So verheerend können die wirtschaftlichen Folgen sein

Tōhoku-Beben: Japan (2011)

Ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala war der Auslöser, ein Tsunami die verheerende Folge. Als Riesenwellen die japanische Küste trafen, verloren fast 16.000 Menschen ihr Leben – und etwa 450.000 ihr Zuhause. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich inklusive der Nuklearkatastrophe in Fukushima auf 335 Milliarden Dollar (nach aktuellem Kurs rund 300 Milliarden Euro). Versichert durch den Rückversicherer Munich RE waren geschätzt nur etwa 40 Milliarden Dollar (36 Milliarden Euro).

Das Jahr 2011, in dem etwa 133 Erdbeben gezählt wurden, gilt übrigens als das teuerste Katastrophen-Jahr überhaupt, mit Gesamtschäden im Wert von 365 bis 380 Milliarden Dollar (327 bis 341 Milliarden Euro). Verantwortlich dafür waren unter anderem der Tsunami in Japan sowie das Erdbeben von Christchurch, Neuseeland (Schäden: circa 18 Milliarden Euro).

Hyogo-Beben: Kobe, Japan (1995)

Als im Januar 1995 die Amplitude über 7 anzeigte und die Erde in der japanischen Hafenstadt Kobe bebte, wurden die meisten Menschen im Schlaf überrascht. Tausende Häuser stürzten ein. Knapp 6.500 Menschen fielen dem zerstörerischen Beben zum Opfer. Die Folgeschäden beliefen sich geschätzt auf 100 Milliarden Dollar (90 Milliarden Euro).

Erdbeben in Deutschland: Beben von Roermond (1992)

Das schlimmste deutsche Erdbeben in jüngster Zeit ereignete sich im Frühling 1992 in Nordrhein-Westfalen. Das Epizentrum lag in der grenznahen niederländischen Stadt Roermond, auch Belgien blieb nicht verschont. Die Magnitude zeigte 5,9 auf der Richterskala – für unsere Breitengrade ein erstaunlich hoher Wert und die schwerste Erschütterung seit dem Beben von Düren im Jahr 1756. Der Schaden war mit 150 Millionen DM auf deutscher Seite vergleichsweise gering, betrachtet man die Milliardensummen im weltweiten Vergleich.

Wie finden Sie diesen Artikel?