Unfall absichtlich herbeigeführt: Das können Sie tun
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Unfall absichtlich herbeigeführt: Das können Sie tun

Eine Zahl, die alarmierend klingt. Jeder zehnte Autounfall wird nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungen (GDV) absichtlich herbeigeführt! Die Täter kassieren dabei ordentlich ab, erhalten Geld von der Versicherung, ohne das Auto zu reparieren. Besonders dreist: Sie bauen damit gleich den nächsten Unfall. Wir verraten Ihnen, was Sie als Opfer tun können.

Klingt nicht nur makaber, sondern ist auch noch extrem gefährlich: Ein provozierter Autounfall. Die Täter kassieren dabei meist mehrfach ab, ohne den Schaden zu beheben, um dann gleich den nächsten Unfall zu bauen.

Provozierte Unfälle: Die Tricks der Betrüger

Ein provozierter Autounfall lässt sich meist nicht auf den ersten Blick erkennen, dafür agieren die Täter einfach zu abgeklärt. Dennoch gibt es drei spezielle Situationen, die jeden „zufällig“ in einen Unfall verwickelten Autofahrer alarmieren sollten. Die häufigsten Tricks:

  • Der provozierte Unfall bei Spurwechsel: In einem Kreisverkehr oder bei einer Fahrbahnverengung tricksen die Täter so geschickt, dass die Autos seitlich zusammenstoßen. Bei diesem Trick sind meist zwei Täter-Fahrzeuge beteiligt – ein Auto drängelt, das Opfer weicht aus und kollidiert mit dem Auto des zweiten Täters. Der drängelnde Verursacher verschwindet ab und davon.
  • Der provozierte Unfall an der Ampel: Der Unfall-Provokateur bremst kurz bevor eine Ampel von Gelb auf Rot springt abrupt ab. Ihnen bleibt damit nur die Vollbremsung, meist resultiert daraus ein Auffahrunfall, an dem das auffahrende hintere Fahrzeug die Schuld bekommt.
  • Der provozierte Unfall bei Rechts-vor-Links: Dieser Trick ist vor allem in der Dämmerung ein probates Mittel, um einen Unfall zu provozieren. Trotz eigener Vorfahrtsberechtigung hält der Täter hier an und winkt das arglose Opfer durch. Plötzlich gibt er Gas und es kommt wie es kommen muss – es kracht. Dem Ganzen nicht genug, tauchen dann auch noch Zeugen auf, die für den Täter aussagen.

So verhalten Sie sich richtig

Bei diesen miesen und abgekarteten Tricks klingt es fast so, als hätte man als Opfer nicht den Hauch einer Chance. Hat man aber doch! Es gibt nämlich das ein oder andere Anzeichen, worauf Sie bei einem Verdacht achten können. Fährt der Täter zum Beispiel ein sehr teures, neues Auto, das bereits ein paar Kratzer und Dellen aufweist, sollten Sie unbedingt Fotos von der Unfallstelle machen. Dazu gehört auch eine Nahaufnahme der Aufprallstelle und Rundumaufnahmen des gegnerischen Autos. Machen Sie unbedingt auch Aufnahmen von bereits bestehenden Schäden, die mit Ihrem eigenen Unfall nichts zu tun haben.

Aufnahmen sichten und nicht hetzen lassen

Bei Ihrer Beweissicherung wird der Täter Sie immer zur Eile drängen, damit Sie Fehler machen. Im Verdachtsfall rufen Sie am besten immer die Polizei und fertigen eine Unfallskizze mit den Straßennamen an. Wenn Sie einen provozierten Unfall vermuten, sollten Sie das unbedingt Ihrer Versicherung melden, diese geht dem Verdacht in der Regel nach. Wird ein Versicherungsbetrug aufgedeckt, muss der Täter mindestens mit einem Bußgeld, bei einem Personenschaden sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen.

 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Frankfurt – 16 U 195/03

Oberlandesgericht Hamm – 6 U 177/98

Oberlandesgericht Hamm – 6 U 173/93

Oberlandesgericht Frankfurt – 22 U 12/88

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