Schaden beim Abschleppen: Wer zahlt entstandene Kratzer?
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Schaden beim Abschleppen: Wer zahlt entstandene Kratzer?

Der Parkplatz ist leer, das Auto abgeschleppt: Das alleine ist eigentlich schon ärgerlich genug. Wenn es dann noch total verkratzt zurückkommt, ist der Ärger natürlich groß. Doch wer kommt für einen solchen Schaden auf? Der Abschleppwagen? Oder die Stadt in dessen Auftrag die Abschleppfirma tätig ist? Oder gar Sie selbst? Wir klären auf.

Irrtümlicherweise nehmen viele an, das Abschleppunternehmen müsse in diesem Fall als Verursacher des Schadens auch dafür aufkommen. Wenn Sie versuchen das Geld für fällig Reparaturen oder Lackierarbeiten auf dem Rechtsweg zu erstreiten, könnten Sie allerdings auf den Kosten sitzen bleiben. Denn das Abschleppunternehmen haftet dafür nicht.

Beim Abschleppen zerkratzt: Schaden von 3400 Euro

In einem konkreten Fall hatte eine Abschleppfirma im Auftrag der Stadt Mannheim ein Auto abgeschleppt. Der Autobesitzer behauptete danach, beim Abschleppen sei an seinem Auto ein Schaden von 3400 Euro entstanden. Er verklagte die Firma auf Schadensersatz und verlor: falscher Adressat.

Schaden beim Abschleppen: Verursacherprinzip gilt hier nicht

Wenn Sie auf den Kosten für bei dem Abschleppen verursachte Schäden nicht sitzen bleiben wollen, müssen Sie sich also an die richtige Stelle wenden. Da das Abschleppunternehmen als Verursacher nicht in die Haftung genommen werden kann, müssen Sie sich hier an den Auftraggeber wenden. Meistens ist dies eine städtische Behörde, die das Unternehmen zum Abschleppen beauftragt hat. Sie muss auch für den entstandenen Schaden aufkommen. Laut eines Urteils des Bundesgerichtshofes (BGH) handeln die privaten Abschleppunternehmen in solchen Fällen „hoheitlich“, das heißt: Die Firma ist fein raus, weil sie ein ihr „anvertrautes öffentliches Amt“ ausübt.

Bei einem Abschleppschaden ist die Stadt in der Pflicht

Die Stadt kann sich einem entstandenen Schaden also nicht entziehen, nur, weil sie einen Auftrag per Vertrag an eine private Abschleppfirma übertragen hat. Sie haftet also für beim Abschleppen entstandene Schäden, wenn es während des Abschleppvorgangs zu einem Fehlverhalten aufseiten des Unternehmens gekommen ist.

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