Kurios und traurig – Zollfundstücke bei der Gepäckkontrolle
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Kurios und traurig – Zollfundstücke bei der Gepäckkontrolle

Zollbeamte finden Koks im Gepäck eines Reisenden – das kommt schon mal vor. Wenn die Rauschmittel allerdings in eine Perücke eingeflochten sind, wird es interessant. Aber nicht nur Drogen werden geschmuggelt: Singvögel, Korallen und jede Menge teurer Schmuck gehen dem Zoll ebenfalls ins Netz. Ein Überblick.

Drogen in der Perücke

Am Flughafen Frankfurt flog unlängst eine Ladung Ananas auf. Das eigentlich sehr gesunde Obst hatte ein ungesundes Innenleben: Die Früchte waren ausgehöhlt und mit Kokain vollgestopft. Andere ausgefallene Drogenverstecke, auf die der Zoll nicht hereinfiel: Windeln, eine Hängematte, ein Surfbrett, Kricketbälle. Als in München im Jahr 2013 eine Südafrikanerin bei der Zollkontrolle ungewöhnlich nervös wirkte, stellten die Beamten bei ihr 500 Gramm Koks sicher – eingeflochten in die Zöpfe ihrer Afro-Perücke. Auch in flüssigem Kokain getränkte Betttücher wurden schon sichergestellt, genau wie ein Paar Badeschlappen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, abgesehen von der Tatsache, dass der Besitzer seine Latschen mitten im Winter trug. Als die Zollbeamten misstrauisch wurden, entdeckten sie in den Sohlen der Schuhe Kokain.

Tierschmuggel: Aus Leiden Profit schlagen

Nicht nur Drogenhändler und -kuriere machen um Kontrollen einen großen Bogen: Auch Pflanzen und Tiere – tot oder lebendig – sind leider eine äußerst lukrative Schmuggelware. Schuhe, Taschen und Gürtel aus Krokodilleder sind beliebte „Mitbringsel“ für eine zählungskräftige Klientel, genau wie lebende Schlangen und exotische Spinnen. Besonders schockierende Fälle aus den vergangenen Jahren sind Beistelltische aus Elefantenfüßen, ein halb mumifizierter Affenschädel und Rheumapflaster aus Tigerknochen und Affenhoden. Keine großen Gewinnabsichten hingegen hatte der Reisende, der eine elf Kilogramm schwere Steinkoralle aus dem Oman-Urlaub mitbrachte, um sie bei sich zu Hause aufzustellen. Seine Naivität nutzte ihm natürlich nichts. Die Krone setzte dem Ganzen ein Italiener auf, der in seinem Gepäck 200 tiefgefrorene Singvögel transportierte. Er hatte sie in Rumänien gejagt, in seiner Heimat sollten sie im Kochtopf landen…

Schmuck kommt teuer zu stehen

Teurer Schmuck ist zwar nicht verboten, muss aber verzollt werden. Das lehnt manch frischgebackener Besitzer ab – und nicht alle kommen damit durch. In Stuttgart wurden im August 2016 eine Mutter und ihre Tochter hochgenommen: Die Mutter hatte einen mit Goldschmuck gefüllten Damenstrumpf um ihren Bauch geschlungen. Gutes Bauchgefühl der Zollbeamten also! Schlagzeilen machte im Jahr 2013 FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, als er bei der Einreise mit zwei Rolex-Uhren erwischt wurde, die er nicht deklariert hatte. Als Strafe bekam der frühere Ausnahmestürmer knapp 250.000 Euro aufgebrummt. Der Wert der Uhren belief sich auf „nur“ rund 100.000 Euro.

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