Strandurlaub im Ausland: Welche Gefahren lauern hier?
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Strandurlaub im Ausland: Welche Gefahren lauern hier?

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Dies gilt insbesondere für den Strandurlaub im Ausland. Was in Deutschland erlaubt ist, ist im Ausland oft verboten. Durch manche Verhaltensweisen machen Sie sich sogar strafbar. Doch worauf sollten Sie konkret achten?

Andere Länder, andere Sitten

Sie möchten einen Strandurlaub im Ausland verbringen? Dann informieren Sie sich beim Auswärtigen Amt und im Internet über die Besonderheiten des Ziellandes. Auskünfte erhalten Sie auch beim Deutschen Reiseverband (DRV), bei Reiseleitern vor Ort und an der Rezeption im Hotel. Viele Verhaltensweisen, die in Deutschland legal sind, sind im Ausland strafbar. Ihnen drohen Bußgelder oder sogar Geld- und Freiheitsstrafen.

In den USA und in islamischen Staaten sind die Moral- und Sittenregeln ganz besonders streng. Hier kann ein nackt badendes Kind oder das Umziehen am Strand bereits eine Anzeige nach sich ziehen. Ist der Nachwuchs nur leicht bekleidet, empfinden dies viele Amerikaner bereits als Kinderpornografie. Hier ist besonders viel Taktgefühl notwendig.

Islamische Staaten: Besondere Vorsicht geboten

In islamisch geprägten Staaten sollten Urlauber am Strand nicht allzu viel nackte Haut zeigen. Intime Liebesbekundungen stoßen hier gleichfalls auf. In Dubai können die Behörden für Küsse oder innige Umarmungen Geldbußen verhängen.

In Ferienclubs und Hotelanlagen sind die Regeln zwar etwas lockerer, an öffentlichen Stränden ist jedoch Vorsicht geboten. Rauschmittel, auch weiche Drogen wie Marihuana und Alkohol, können in kleinen Mengen zu härtesten Strafen führen. In der Türkei, in den USA und in Norwegen drohen hier empfindliche Sanktionen.

Was in Deutschland noch als kleines Vergehen durchgeht, kann im Ausland bereits schwer kriminell sein. In Asien und in vielen islamischen Staaten gibt es hierfür nur eine Antwort: Die Todesstrafe. Kranke, die Medikamente einnehmen, sollten sich bei der Einreise in andere Staaten genau über das Medikament informieren. In manchen Staaten gelten Medikamente, die in Deutschland zugelassen sind, als illegale Droge.

Gesetzeskonflikte sind keine Seltenheit

Denken Sie daran, dass Sie beim Strandurlaub im Ausland sehr vorsichtig sein müssen. Während Sie in Deutschland nach zwei Gläsern Wein noch Auto fahren dürfen – die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille – ist dies im Ausland untersagt. Fahren Sie in Schweden leicht angeheitert Auto, werden Sie umgehend in die Polizeizelle befördert.

Wichtig: Wenn Sie in der Türkei oder in Griechenland ein harmloses Strandsouvenir kaufen, können Sie sich strafbar machen. Fossilien, Münzen und bearbeitete Steine sollten Sie vor der Abreise am Flughafen vom Zoll checken lassen.

Denken Sie daran, dass Sie an Stränden oft nicht fotografieren dürfen. Intimitäten zwischen Homosexuellen sind in vielen Staaten mit Strafe bedroht. Gleiches gilt für Paare, bei denen einer der Partner noch minderjährig ist, beispielsweise bei einem 18- und einem 17-jährigen. Hier können Intimitäten sogar als Sexualstraftat abgeurteilt werden.

FKK, E-Zigarette & Co.

Sie möchten am thailändischen Strand an der E-Zigarette ziehen? Das ist in Thailand eine Straftat, die eine Geldbuße oder eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren nach sich zieht. Übrigens: An Italiens Stränden sollten Sie sich niemals nackt sonnen. Viele Strände tolerieren jedoch freie Oberkörper. An der spanischen Strandpromenade sollten Sie zusätzlich zum Bikini ein T-Shirt überziehen – zumindest, wenn Sie in eines der angrenzenden Geschäfte gehen.

Fazit: Besser Vorsicht als Nachsicht

Andere Länder, andere Sitten. Informieren Sie sich an der Hotelrezeption, welche Besonderheiten für den Strandurlaub im Zielland gelten. Mit einer Gefängnisstrafe müssen Sie zwar wohl kaum rechnen, eine Geldbuße ist aber schon bei kleineren Verstößen möglich.

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Autor/-in
Matthias Wurm
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