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wintergarten von schnee umgeben
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Wintergarten heizen: So bleibt Ihr Wohlfühlraum auch bei Kälte warm

Der Wintergarten mit seiner exotischen Pflanzenpracht bietet selbst in der kalten Jahreszeit Gelegenheit für wunderbare Momente der Entspannung im Grünen.

Damit dieser Genuss auch im kältesten Winter möglich ist, sollten Sie Ihren Wohlfühlraum allerdings heizen. Wie das geht, haben wir hier für Sie unter die Lupe genommen.

Aus baulicher Sicht ist ein Wintergarten meist ein mit Glasdach und -wänden ausgestatteter Gebäudeanbau. Durch das Glas kann die Sonne den Raum nicht nur optimal mit Licht versorgen, sondern erwärmt es dank des sogenannten Glashauseffekts. Dieser funktioniert selbst bei wenig Sonnenschein und sorgt für ein milderes Klima, das optimal für viele Pflanzen ist. Wintergärten werden daher zur Überwinterung von Pflanzen genutzt, aber bieten auch einen angenehmen Aufenthaltsort in der kalten Jahreszeit. Damit ein wirklicher Wohlfühlort entsteht, muss ein solch kalter Wintergarten allerdings mit einer Heizung ausgestattet werden.

Energetische Vorschriften

Während es für einen sogenannten Klein-Wintergarten mit maximal 15 m² keine energetischen Vorschriften gibt, muss ein sogenannter mittelwarmer Wintergarten, der während der Heizperiode auf Temperaturen zwischen 12 und 19 °C geheizt wird, bestimmte Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Noch strenger sind die Vorschriften bei Wohnwintergärten mit einer Nutzfläche von über 50 m². Da diese das ganze Jahr über "bewohnt" und in der Regel Teil der energetischen Gebäudehülle sind, muss hier eine fachmännische Planung und Berechnung der Heizleistung erfolgen. Wenden Sie sich dazu an entsprechende Fachbetriebe Ihrer Region. Diese bauen Ihre Heizung zudem professionell ein und warten sie, sodass Sie stets ein optimales Wohlfühlklima genießen können.

Wintergärten effizient heizen

Bei Sonnenschein sorgen die hohen solaren Gewinne dafür, dass sich der Wintergarten von alleine aufwärmt und ggf. sogar angrenzende Räume mit warmer Luft versorgt. Sobald die Sonne nicht mehr scheint, sind die Wärmeverluste eines verglasten Wintergartens allerdings deutlich größer als bei normalen Wänden. Dann benötigt man etwa die drei- bis vierfache Heizleistung gegenüber konventionellen Räumen.

Vor- und Nachteile unterschiedlicher Wärmeabgabesysteme:

Heizkörper

Klassische Konvektionsheizkörper sollten entlang der Glasflächen angeordnet werden, da sich an ihnen die Luft erwärmt, nach oben steigt und am anderen Ende des Wintergartens zu Boden sinkt. Würden sie an anderer Stelle positioniert, käme es von den kalten Scheiben her zu unangenehmen Zuglufterscheinungen. Gleichzeitig würde sich die Gefahr von Kondenswasserbildung an den Scheiben erhöhen.

Heizkörper entlang der Glasflächen werden allerdings häufig als optisch störend empfunden, weshalb man eine niedrige Bauhöhe wählen sollte. Die Heizung kann aber auch in den Fußboden integriert werden. Bei diesen sogenannten Unterflurheizungen strömt die erwärmte Luft durch Gitterroste entlang der Glasflächen in den Wintergarten ein.

Fußbodenheizung

Obwohl Fußbodenheizungen im Betrieb generell energieeffizienter sind, eignen sie sich für Wintergärten nur bedingt. Aufgrund ihrer thermischen Trägheit können sie bei Sonnenschein meist nicht schnell genug runtergeregelt werden und verursachen nicht selten eine Überhitzung des Wintergartens. Gleiches gilt für Temperaturstürze, bei denen sie den Raum nur langsam auf die notwendige Temperatur bringen. Zudem kann die eventuell unzureichende Luftzirkulation dazu führen, dass möglicherweise entstandenes Kondensat nicht ausreichend abtrocknet.

Besser ist es daher, eine Fußbodenheizung als Grundlastheizung einzusetzen und mit anderen Heizsystemen, die besser auf Wärme- oder Kältespitzen reagieren, zu kombinieren. Auf eine alleinige Beheizung per Fußbodenheizung sollte nur dann gesetzt werden, wenn entsprechende Sonnenschutzmaßnahmen (z. B. durch Wintergartenmarkisen) vorhanden sind und die Nutzung des Wintergartens vorausschauend erfolgt.

Wintergarten heizen mit Infrarot 

Infrarot-Heizstrahler erwärmen mit ihrer Strahlungswärme bestimmte Ecken des Wintergartens punktuell. Bei größeren Wintergärten können Sie so zum Beispiel eine Sitzecke gezielt beheizen und für ein angenehmes Klima sorgen, ohne den gesamten Wintergarten heizen zu müssen. Für eine Grundheizung aus Heizkörpern oder Fußbodenheizung sind sie daher eine optimale Ergänzung, die schnell geregelt werden kann. Eine unkomplizierte Installation sowie vergleichsweise günstige Anschaffungspreise machen diese Heizung als Nachrüstlösung beliebt.

Wintergarten mit Ofen heizen 

Ein Kaminofen scheint auf den ersten Blick eine gute und romantische Lösung für den Wintergarten. Allerdings hat ein Ofen recht viele Nachteile, die diese Lösung hier wenig attraktiv machen. Zum einen strahlt ein Ofen meist so viel Wärme ab, dass Pflanzen Schaden nehmen können, und Speicherelemente können diese Hitzeschwankungen nur zum Teil ausgleichen. Zum anderen muss das Beheizen manuell erfolgen und eine fachgerechte Abgasführung vorhanden sein. 

Fazit: Wer seinen viel genutzten Wintergarten günstig heizen möchte, sollte eine Fußbodenheizung oder Heizkörper vom Fachmann erwerben. Er berechnet die notwendige Dimensionierung der Heizung und baut sie fachgerecht ein. Ergänzen können Sie diese aber auch mit elektrischen Geräten wie die Infrarotstrahler, die schnell für Wohlfühlwärme sorgen und einfache Nachrüstmöglichkeiten bieten.

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