Wenn Pflanzen reden könnten: 5 Gedanken einer Büropflanze
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Wenn Pflanzen reden könnten: 5 Gedanken einer Büropflanze

Haben Sie sich schon immer gefragt, was Pflanzen sagen würden, wenn sie sprechen könnten? Wir konnten Ficus Benjamina, eine stolze Büropflanze, für ein Interview gewinnen.

Ein ungewöhnlicher Gesprächspartner

Dass Menschen mit Topfpflanzen reden, ist nicht neu. Das mag auf manche Zeitgenossen etwas schrullig wirken, doch das dürfte sich nun ändern, denn: Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Pflanzen uns durchaus verstehen können. Grund genug, unsere besten Reporter ins Feld zu schicken.

Die Mission: Eine Pflanze finden, die nicht nur zuhört, sondern auch antwortet! Und tatsächlich haben wir jemanden gefunden: Ficus Benjamina – professionelle Büropflanze.

Gelbe Seiten: Hallo Herr Ficus! Oder Frau Benjamina? Entschuldigen Sie bitte, das ist mein erstes Pflanzeninterview!

Ficus Benjamina: So typisch, diese menschlichen Kategorien! Als Birkenfeige bin ich monozösisch, habe also männliche und weibliche Blüten. Aber bleiben wir doch einfach bei Benjamina, wenn Ihnen das hilft.

GS: Danke, sehr freundlich. Nun, wie lebt es sich denn so als Topfpflanze?

FB: Als Topfpflanze? Also hören Sie mal, ich bin ja wohl mehr als eine schnöde Topfpflanze! Ich bin eine professionelle Büropflanze! Ich halte meine Krone aufrecht in einem Alltag, bei dem jede Orchidee schon längst eingegangen wäre! Ich erzähle Ihnen mal, wie mein Leben so ist …

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1. Die Sache mit dem Kaffeedünger

Von meinem Fensterbrett aus kann ich auf Frau Müllers Schreibtisch schauen. Manchmal schmökert sie in irgendwelchen Garten- oder Hausfrauenheften. Immer wieder wird dort Kaffeesatz als toller Dünger empfohlen.

Nun, in diesem Büro scheint diese Information ein bisschen … schief … angekommen zu sein: Immer wieder werden die kalten Reste aus der Kaffeetasse von gestern in meinen Topf geschüttet! Pfui! Immerhin hat das aufgehört, seit Kollege Hansen pensioniert wurde.

2. Es ist eine Zwei-Pflanzen-Gesellschaft

Überhaupt herrscht in diesem Büro eine Zwei-Pflanzen-Gesellschaft: Während man mir seine Getränkereste auf die Füße kippt, werden andere liebevoll gegossen, gedüngt und abgestaubt. Hach, so ein Wellnessprogramm für meine kleinen, grünen Blätter würde ich mir auch mal wünschen.

Der Kaktus, ein Neuzugang auf dem Schreibtisch gegenüber, hat mir gestern sogar erzählt, dass es in seinem alten Büro einen professionellen Pflanzenpflegedienst gab! Einmal pro Woche kamen die Leute und brachten das feinste Wasser und den schmackhaftesten Dünger mit! Allerdings nur für die elitären Mietpflanzen. Nicht für kleine Privatkakteen.

Können Sie sich das Vorstellen? Ein Leben als Mietpflanze? Jederzeit könnten Sie aus Ihrem vertrauten Büro gerissen und woanders hingestellt werden! Aber die gute Pflege spricht schon für sich …

Hach, ich bin da unentschlossen, wie ich das finde. Aber man soll die Dinge ja von der positiven Seite sehen: Immerhin wurde ich als Birkenfeige und nicht als Schnittblume geboren. Immer schön positiv denken!

3. Existenzängste

Brrr, mir schaudert, wenn ich diese großen, bunten Blumenbouquets sehe. Aber wissen Sie, was mir fast noch mehr Angst macht? Plastikpflanzen!

Früher konnte man diese Betrüger ja wenigstens noch von Weitem erkennen, aber heute sind sie so gut, dass man sich erst mal zwei Stunden unterhält, bevor man merkt, dass da was nicht stimmt! Das ist doch nicht fair. Oder wie sehen Sie das? Ach, Sie sehen das ja wahrscheinlich gar nicht.

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4. Eine Pflanze sieht alles

Aber ich, ich sehe alles, sage ich Ihnen! Die Menschen reden ja immer, als wäre ich gar nicht da. Ich kenne Firmengeheimnisse, die glauben Sie gar nicht!

Und was auf der letzten Weihnachtsfeier passiert ist, … Ich nehme ja nun wirklich kein Blatt vor den Mund – wenn Sie mir diesen kleinen Scherz erlauben – aber was ich da gesehen habe, Himmel, das passt auf keine Papyrusrolle!

5. Botanische Sehnsüchte

Aber eigentlich habe ich nur Augen für eine: für mein Herzblatt – die Parnassia palustris. Ich habe Sie auf dem Bildschirm des Kollegen Portz gesehen.

Hach, was für ein Blütenkelch. So klein, aber so wunderschön. Ich war sofort verliebt. Leider wächst sie nur im Gebirge und so bleibt mir nur zu träumen.

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Derweil lasse ich manchmal den Blick auf die andere Straßenseite streifen: Dort auf dem Balkon stehen so viele schöne Blumentöpfe, in allen Farben und Formen. So einen hätte ich auch gern.

Und die viele frische Luft! Hier im Großraumbüro ist die Frage “Wollen wir mal lüften” ja immer gleich der Beginn eines Dramas.

Ob ich wohl in der Personalabteilung um einen kleinen Kururlaub bitten kann? Oder ich hoffe einfach, dass ich dieses Jahr bei der großen Weihnachtstombola mal einen Blumentopf gewinne. In den letzten Jahren hat man mich ja leider immer vergessen.

Fazit

Entschuldigen Sie, ich schweife ab. Was war doch gleich Ihre Frage?

GS: Ach nichts, nichts. Vielen Dank für Ihre Zeit.

Puh, wer hätte gedacht, dass Pflanzen so viel reden?

S B
Autor/-in
Sarah Berger
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