Vertikaler Garten: Selber bauen leicht gemacht – so einfach pflanzen Sie senkrecht
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Vertikaler Garten: Selber bauen leicht gemacht – so einfach pflanzen Sie senkrecht

Nicht jeder hat einen großen Garten oder eine Terrasse, doch auf Pflanzen muss man deshalb nicht verzichten. Ein vertikaler Garten ist die ideale Lösung, um Platz zu sparen und trotzdem den Balkon oder sogar die Wohnung zu begrünen.

Was steckt hinter dem vertikalen System?


Das Prinzip vertikaler Gärten ist einfach: In einen mit Erde gefüllten Rahmen werden Blumen, Gräser und Co. gepflanzt – allerdings wachsen diese nicht wie in horizontal aufgestellten Blumenkästen nach oben, sondern quasi in den Raum hinein. Ob der vertikale Garten dabei an der Wand hängt oder wie eine Säule frei im Raum steht, macht keinen Unterschied. Wie und wo Sie ihn anlegen, können Sie dementsprechend frei nach Lust und Laune sowie den räumlichen Gegebenheiten entscheiden. Nur auf eines sollten Sie immer achten: Damit keine Erde oder anderes Pflanzmaterial aus den Installationen herausfällt, gilt es, die Blumen möglichst eng nebeneinander zu setzen.


Vertikaler Garten selbst gemacht: So geht’s


  • Starter-Idee: Haben Sie nur wenig Erfahrung im handwerklichen Bereich, sollten Sie mit einem einfachen Projekt beginnen. Besorgen Sie sich eine Kiste aus Holz, Plastik oder Metall und bohren Sie in den Boden auf der rechten und linken Seite zwei kleine Löcher. Durch diese ziehen Sie ein Seil oder – je nach Gewicht der Box – eine Kette, knoten die Enden zusammen, befüllen die Kiste anschließend mit Erde und setzen die Pflanzen ein. Jetzt müssen Sie den Minigarten nur noch mithilfe des Seils oder der Kette an einem stabilen Haken an der Wand aufhängen.
  • Recyceln mal anders: Noch einfacher basteln Sie sich Ihren vertikalen Garten mit Plastikflaschen. Schneiden Sie in die Seite der Flasche ein Loch, groß genug, um eine Pflanze einzusetzen. Drehen Sie die Flasche nun so, dass die entstandene Öffnung zu Ihnen zeigt, und bohren Sie am Flaschenkopf und Flaschenende von oben je ein kleines Loch. Ziehen Sie jeweils ein dünnes Seil durch jedes Loch und verknoten Sie es durch die Pflanzöffnung. Anschließend befüllen Sie die Flasche mit Erde und setzen die Pflanze ein. Die Seile werden an den losen Enden miteinander verknüpft, schon kann der Wandgarten aufgehängt werden. Tipp: Besonders schön wird es, wenn Sie unterschiedliche Flaschen neben und übereinander hängen.
  • Vertikaler Garten für Fortgeschrittene: Wer etwas mehr Erfahrung in Sachen DIY hat, kann sich seinen vertikalen Garten aus einer Europalette basteln. Dazu tackern Sie stabile Teichfolie von hinten an die Palette, sodass zwischen den oberen Brettern und der vormals offenen Rückwand ein geschlossener Raum entsteht. Lassen Sie eine Seite offen, so können Sie die Pflanzen später leichter gießen. Nun befüllen Sie die Palette mit Erde. Das geht am besten, wenn Sie sie mit der offenen Vorderseite nach oben auf den Boden legen. Setzen Sie so viele Pflanzen möglichst dicht aneinander, dass keine Erde mehr herausrieselt, wenn die Palette aufrecht steht. Sie können Ihren Wandgarten anschließend mit Ösen und einer Kette aufhängen oder Sie verschrauben ihn gleich an der Wand.

Standort und Pflege des Wandgartens


Wie bei anderen Grünanlagen auch ist der Standort des vertikalen Gartens entscheidend dafür, ob die Pflanzen gut gedeihen oder nicht. Wählen Sie deshalb solche, die zu den Gegebenheiten des Platzes passen, an dem Sie Ihren Wandgarten installieren wollen. Immergrüne Gewächse machen nicht viel Arbeit und halten sich lange. Längere Trockenperioden machen ihnen in der Regel nichts aus. Pflanzen mit einer Wuchshöhe von circa 10 Zentimetern sind ideal. Verwenden Sie keine Erde, sondern Pflanzensubstrat, können Sie auch Flachwurzler oder Sukkulenten wie Heide oder Kakteen setzen.


Haben Sie kein automatisches Bewässerungssystem in Ihrem vertikalen Garten, müssen Sie regelmäßig gießen. Besonders einfach geht das mit einer Sprühflasche. Besprühen Sie die Blätter von oben nach unten. Bei einer Europalette füllen Sie das Wasser von oben über die offene Seite ein, es sickert dann nach unten und erreicht so alle Pflanzen. Sollten einzelne Exemplare einmal verwelken, können Sie sie ganz einfach herausziehen und ersetzen.


Praktisch und hübsch: Die vielen Vorteile


Das Gute: Ein vertikaler Garten kann weit mehr, als nur hübsch auszusehen, er bringt auch viele weitere Vorteile mit sich. Auf dem Balkon oder der Terrasse spart er jede Menge Platz ein und kann unter anderem als Sichtschutz oder grüne Abgrenzung zum Nachbarn genutzt werden. In der Wohnung verbessert er das Raumklima. Die Blätter geben Feuchtigkeit ab und wirken so trockener Heizungsluft entgegen. Außerdem filtern Grünpflanzen Schadstoffe sowie Feinstaub aus der Luft und reichern sie mit Sauerstoff an.


Ein weiteres Plus: Hall oder Störgeräusche werden in der Wohnung durch den Wandgarten minimiert und damit die Akustik verbessert. Für das persönliche Wohlbefinden kann ein vertikaler Garten also ebenfalls von Vorteil sein.

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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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