Undichte Fenster und Türen abdichten: Tipps
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Undichte Fenster und Türen abdichten: Tipps

Undichte Fenster- und Türdichtungen sorgen für einen erhöhten Energieverbrauch und können deshalb erhebliche Kosten verursachen. Mit relativ geringem Aufwand bleibt die Wärme aber da, wo sie hingehört: innerhalb des Gebäudes. So dichten Sie Fenster und Türen richtig ab und sparen Heizkosten.

Hoher Wärmeverlust durch undichte Fenster und Türen

Wärmebildkameras zeigen es deutlich – Häuser verlieren viel Wärme durch Fenster und Türen. Rund 27 Prozent gehen allein durch die Fenster verloren. Oft liegt die Ursache nicht allein in der Verglasung. Wärme schlüpft durch die Fensterrahmen und Kälte und Zugluft kommen herein. Ob ein Fensterrahmen dicht hält, lässt sich leicht überprüfen. Stecken Sie ein Blatt Papier zwischen Fenster und Fensterrahmen. Lässt es sich bei geschlossenen Fenster leicht herausziehen, ist es undicht. Mit einer brennenden Kerze oder einem glimmenden Räucherkegel kommen Sie undichten Stellen ebenfalls auf die Schliche. Flackert die Flamme vor den Fenstern durch einen Luftzug, haben Sie undichte Fenster.

Undichte Fenster- und Türdichtungen nachrüsten und sparen

Um Heizkosten einzusparen müssen nicht gleich alle Fenster und Türen ausgetauscht werden. Elastische Dichtungsbänder halten die Wärme im Zimmer, Dichtungsbürsten oder Dichtleisten stoppen die Zugluft unter den Türen. Anbieter unterscheiden hier zwischen Gummi- und Schaumstoffdichtungen und Isolierfolien. Schaumstoffdichtungen liegen im unteren Preissegment, Gummidichtungen sind teurer, halten aber dafür länger. Welches Produkt infrage kommt, hängt von der Breite des Spaltes ab, der abgedichtet werden muss. In jedem Fall lohnt sich eine Überprüfung von Fenstern und Türen auf Undichtigkeiten, denn bereits in der ersten kalten Saison zahlen sich die nachträglich angebrachten Dichtungen aus.

Dichtungen und Isolierfolie

Dichtungsbänder bestehen zum Beispiel Vinylschaumstoff und lassen sich einfach von innen aufkleben. Vinylschaumstoff sperrt Flüssigkeit, Zugluft, Kälte und Staub aus. Eine Dichtung aus Polyester-Schaumstoff klebt nicht ganz so lange und weist eine geringere Wetter- und UV-Beständigkeit auf. Achten Sie beim Kauf eines Dichtungsbandes unbedingt auf eine geeignete Spaltenbreite. Alternativ zu den selbstklebenden Dichtungsbändern bieten Fachhändler Isolierfolien an. Sie erfüllen nachträglich das Prinzip einer Doppelverglasung und bieten sich besonders in Altbauten an. Doppelverglaste Fenster weisen neben ihren guten Isoliereigenschaften auch Schutzfunktionen. Durch die Isolierfolie erhöhen sich der Einbruchs- und Splitterschutz und die Außengeräuschdämmung. In der Regel werden die Folien geklebt. Die Hersteller geben dazu ausführliche Hinweise. Entfernen Sie vorher unbedingt Schmutz und Staubablagerungen, damit die Folie richtig an der Scheibe haften kann.

Acryl als Alternative zu  Schaumstoffdichtungen

Undichte Fenster können Sie statt mit Schaumstoff auch mit Acryl abdichten. Hierbei ist wichtig, dass Sie den Fensterfalz zunächst säubern und  Schmutz und Lacksplitter entfernen. Idealerweise rauen Sie den Falz mit Schleifpapier an, was später für einen guten Halt sorgt. Spritzen Sie die Rillen dann mit Acryl aus. Anschließend legen Sie ein mit Öl benetztes Stück Kunststofffolie auf das frische Acryl und schließen das Fenster. Das Acryl ist nach 24 Stunden ausgehärtet. Dann können Sie die Kunststofffolie entfernen und überstehendes Acryl mit dem Cutter abschneiden.

Türdichtungen beim Isolieren nicht vergessen

Wärme geht nicht nur über undichte Fenster verloren; Zugluft und Kälte kriechen auch unter den Türen hindurch. Türdichtungen gibt es mit und ohne Bürsten, entscheidend für die Wahl des Produktes ist wie bei den Fensterdichtungen die Spaltenbreite. Auch die Beschaffenheit des Bodens spielt eine Rolle: Ist er glatt oder uneben? Besteht er aus Holz oder Textilien? Für verschiedene Böden bieten Fachhändler und -märkte diverse Türdichtschienen an, die ebenfalls meistens geklebt werden können. Türdichtschienen für glatte Böden, wie Parkett-, Laminat-, Holzdielen und PVC, halten bis zu vier Jahren. Dichtschienen für Textilböden stoppen Kälte und Lärm für etwa sechs Jahre. Bürsten schützen zusätzlich vor Staub und gleichen Unebenheiten im Boden aus.

In jedem Fall lohnt es sich, Fenster und Türen auf Dichtigkeit zu überprüfen und so mit relativ einfachen Mitteln Heizkosten zu sparen. Dichtungen und Isolierfolien erhalten Sie sowohl im Baumarkt als auch im Internet. Auch Fensterbauer wissen Rat. So klein Ihnen die Ritze erscheint – sie verschlingt bares Geld.

FS
Autor/-in
Franziska Studtfeld
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