Schneeschimmel bekämpfen und vorbeugen: Tipps für den Rasen
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Schneeschimmel bekämpfen und vorbeugen: Tipps für den Rasen

Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt – Schneeschimmel kann das ganze Jahr über entstehen. Was Sie tun können, um die Rasenerkrankung zu bekämpfen, und mit welchen Maßnahmen Sie ihr vorbeugen können, lesen Sie hier.

Wie entsteht Schneeschimmel?

Bei Schneeschimmel handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Ausgelöst wird sie von dem Pilz Gerlachia nivalis, der bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad Celsius am besten gedeiht. Begünstigt wird das Wachstum dieser Pilzart auch durch Feuchtigkeit und hohe Temperaturschwankungen. Am häufigsten entsteht Schneeschimmel in verregneten Wintern, weil das Gras aufgrund der milden Temperaturen nicht in seine Ruhephase kommt, die es vor dem Pilz schützen würde. Doch auch im Herbst oder Frühling kann die Rasenkrankheit auftreten – insbesondere auf Lehmböden, die nach ausgiebigem Regen nur langsam trocknen.

Schneeschimmel zeigt sich in Form von meist kreisrunden, braun-gräulichen Flecken im Rasen. Die Stellen werden mit der Zeit größer, wenn der Pilz sich ausbreitet. Ab einem bestimmten Punkt gehen die Kreise ineinander über und bilden größere zusammenhängende Flächen. Wenn sich das Gras regeneriert – zum Beispiel, wenn die Temperaturen über 20 Grad Celsius steigen –, geschieht dies meist zuerst im Innern des Kreises. Aus den kreisförmigen Flecken werden in diesem Fall mit der Zeit Ringe.

Schneeschimmel bekämpfen: Diese Möglichkeiten gibt es

Es wäre zwar die einfachste Lösung, Schneeschimmel mithilfe von Fungiziden zu bekämpfen – allerdings ist dies in Haus- und Kleingärten grundsätzlich verboten. Außerdem kann es der Umwelt schaden. Wer nicht warten will, bis der Pilz im Sommer von höheren Temperaturen besiegt wird und der Rasen sich von allein erholt, muss auf geduldige und sorgfältige Gartenarbeit setzen.

Diese beginnt im Frühling: Wenn Sie Schneeschimmel effektiv bekämpfen wollen, müssen Sie die betroffenen Stellen im Frühjahr gründlich vertikutieren. Je nach Ausmaß des Befalls kann entweder ein Handvertikutierer genügen, oder Sie greifen zur elektrischen Variante, wenn die betroffenen Rasenstellen größer ausfallen. Entfernen Sie dabei ruhig einen Großteil der Grasnarbe und säen Sie hier neuen Rasen. Anschließend bedeckten Sie die neu ausgesäten Stellen mit einer Sandschicht von zwei bis drei Zentimetern. Dieser sorgt dafür, dass der Boden nicht so schnell wieder feucht wird und sich der neue Rasen gut entwickeln kann.

Wie Sie Schneeschimmel vorbeugen können

Der erste Schritt, um Schneeschimmel vorbeugen zu können, ist die Wahl einer hochwertigen Rasensaat. Sie bildet in der Regel kräftige Pflanzen aus, die sich auch allein gegen den Pilzbefall wehren können. Eine große Auswahl an Rasensamen finden Sie in einem Gartencenter in Ihrer Nähe. Auch in den Gärtnereien und Baumärkten, die Sie unterhalb dieses Textes finden, können Sie sich beraten lassen.

Natürlich hilft es auch, wenn Sie Ihren Rasen richtig pflegen. Dazu gehört das regelmäßige Vertikutieren, damit Sie Unkraut und Moos entfernen und Luft an die Grasnarbe lassen. Idealerweise greifen Sie einmal im Frühjahr und einmal im Sommer zum Vertikutierer. Lehmige Böden sollten Sie anschließend zusätzlich mit einer ein bis zwei Zentimeter hohen Sandschicht abstreuen – auch das hilft, wenn Sie Schneeschimmel vorbeugen wollen. Ist der Herbst gekommen, sollten Sie Ihren Rasen regelmäßig von Laub befreien, damit sich darunter keine Feuchtigkeit bilden kann, die die Entstehung von Schneeschimmel begünstigt. Wenn Sie dann auch noch Ihren Rasen im Herbst richtig düngen, hat Schneeschimmel kaum noch eine Chance. Setzen Sie hierfür auf kaliumhaltigen Rasendünger – aber übertreiben Sie es nicht!

Rasenflächen in schattigen Lagen erfordern eine besondere Pflege, denn eigentlich braucht Gras jede Menge Licht. Wenn das nicht gewährleistet ist, sollten Sie die oben genannten Pflegetipps auf jeden Fall berücksichtigen und lieber einmal öfter vertikutieren oder Laub harken. So können Sie nicht nur Schneeschimmel vorbeugen, sondern generell für ein gesundes Rasenwachstum sorgen. Achten Sie hier außerdem ganz besonders auf den pH-Wert des Bodens: Er sollte maximal 6,0 betragen. Bei lehmigen Böden ist auch ein pH-Wert von 6,5 vertretbar.

SM
Autor/-in
Simon Meyer
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