Kellerfenster: Einbruchsicherheit, Rahmen, Kosten & Förderung
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Kellerfenster: Einbruchsicherheit, Rahmen, Kosten & Förderung

Kellerfenster müssen einem ganz besonderen Anforderungsprofil entsprechen. Dabei handelt es sich unter anderem um Aspekte der Belüftung zur Schimmelvermeidung, einer zuverlässigen Dichtwirkung des Fensters gegenüber eindringendem Wasser und um Faktoren der Einbruchsicherheit. Wenn der Kellerraum als Wohneinheit genutzt werden soll, sind weitere Eigenschaften − wie beispielsweise ein guter Lichteinfall und erhöhte Wärmedämmwerte − maßgebend. Je nachdem, welche dieser Anforderungen Sie priorisieren, stehen Ihnen vielfältige Arten an Kellerfenstern zur Verfügung. Lassen Sie sich inspirieren – und finden Sie das richtige Kellerfenster.

Diese Anforderungen müssen Kellerfenster erfüllen 

Grundsätzliche Aufgaben von Kellerfenstern 

Kellerfenster müssen einer Vielzahl von teils konträren Anforderungen entsprechen [1]. Eine wesentliche Funktion ist dabei die Schaffung eines möglichst großen Lichteinfalls – und dies trotz klein dimensionierter Fensterscheiben sowie einer dem Einfall von Tageslicht eher abgewandten Lage im Untergeschoss. Ein weiteres Kriterium ist die Möglichkeit zur Belüftung, was vor dem Hintergrund der tendenziell hohen Luftfeuchte im Kellerbereich sowie den meist niedrigen bis moderaten Raumtemperaturen einen besonders bedeutsamen Stellenwert einnimmt. Eine unzureichende Durchlüftung begünstig rasch die Bildung von Schimmel. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Dichtfunktion von Kellerfenstern hingewiesen: Ein unbeabsichtigtes Eindringen von Regen, Schnee oder auch Sickerwasser aus dem Erdreich in die Wohnung soll durch ein ausgeklügeltes Dichtsystem zuverlässig vermieden werden. Selbst größeren Wassermengen muss das Fenster druckdicht standhalten. Im Übrigen trägt eine gute Dichtwirkung auch zur Wärmedämmung bei, was insbesondere beim Einsatz von Energiesparfenstern für bewohnte Kellerbereiche relevant ist.   

Einbruchsicherheit als Kernaufgabe eines Kellerfensters 

Neben dem skizzierten allgemeinen Anforderungskollektiv soll das Kellerfenster vor allem zum Einbruchschutz beitragen – und damit ungewollten Gästen einen unbemerkten Hauszugang durch den Lichtschacht zu verwehren. Für einen effektiven Einbruchschutz gibt es einige technische Maßnahmen, welche sowohl am Lichtschacht als auch am Kellerfenster selbst installiert werden können. 

  • Maßnahmen am Kellerfenster: Grundsätzlich sollte das Kellerfenster mindestens den Kriterien den in [2] definierten Widerstandsklassen RC2 bis RC3 entsprechen. Ein geeignetes Sicherheitsglas [3] bietet dabei einen gewissen Widerstand gegenüber einem gewaltsamen Scheibendurchbruch. Doch nicht nur die Fensterscheibe selbst ist relevant: Vor allem beliebt bei Einbrechern ist das Aufhebeln des Rahmenwerks. Mit Blick auf die Einbruchsicherung punkten vor allem metallische Werkstoffe, wobei verzinkte Stahlfenster dabei den größten Schutz bieten. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit zur Nachrüstung diverser Sicherheitsapplikationen, welche unter anderem in der Normenreihe nach DIN 18104:2017 [4] gelistet sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um Aufschraubsicherungen, Pilzkopfzapfen, Fensterschnapper, abschließbare Fenstergriffe oder aber auch Vorhängeschlösser zur Griffverriegelung, quasi als ergänzendes Sicherungselement für den Fall eines Glasdurchbruchs. Letztlich stellen auch Fenstergitter und Querriegelschlösser eine wirkungsvolle Barriere dar. Diese Komponenten gibt es in zahlreichen Varianten − und können dabei Einbruchsicherheit sogar mit der Funktion als dekoratives Element verbinden. 
  • Maßnahmen am Lichtschacht: Neben dem Fenster sind auch für den Lichtschacht technische Nachrüsteinrichtungen zur Erhöhung der Einbruchsicherheit erhältlich. Sofern es sich um einen Lichtschacht in betonierter Ausführung handelt, bieten sich unter anderem Gitterroste an. In Verbindung mit einem fest im Mauerwerk stabilisierten Rollstangenrost, stellt dieser ein effektives Instrument zur Abwehr von Einbrechen dar. Eine weitere Applikation ist die sogenannte Flacheisen-Abhebesicherung. Um das für Ihren Schacht richtige Sicherungselement zu finden, ist jedoch eine professionelle Beratung durch einen entsprechenden Fachbetrieb ratsam. 

Kellerfenster für unterschiedliche Einsätze 

Neben den anwendungsübergreifenden Aspekten des Einbruchschutzes sowie der Dichtwirkung gegenüber Feuchtigkeits- und Wassereintrag, müssen Kellerfenster auch einsatzspezifischen Anforderungen genügen. Als zumeist unbewohnte Anwendungsfelder sind der Lagerraum, der Heizraum sowie die Waschküche anzuführen. Eine wesentliche Funktionsanforderung des Kellerfensters für solche Räume liegt dabei in der Sicherstellung einer guten Belüftungsmöglichkeit zur Minimierung der relativen Luftfeuchte. Wird der Kellerraum zeitweise (Hobbyraum) oder gar dauerhaft (Souterrain- beziehungsweise Untergeschosswohnung) bewohnt, rücken weitere Faktoren wie die Lichteinfallsrate oder auch die Wärmdämmung in den Vordergrund. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesetzlichen Regelungen zum Klimaschutz [5] ist letzter Aspekt sogar essenziell: Zur Einhaltung der strengen Auflagen stehen dem Verbraucher dreifachverglaste Energiesparfenster für die Anwendung im Kellergeschoss zur Verfügung. Lassen Sie sich am besten vom Fachmann beraten. 

Die passende Fensterart für Ihren Einsatzbereich im Keller 

Mit Blick auf die Belüftungsmöglichkeiten sind verschiedenen Fensterausführungen zu differenzieren. Früher weit verbreitet waren einfachverglaste Fenster mit Öffnungshebeln. Den heutigen Stand der Fenstertechnik für eine anforderungsgerechte Raumdurchlüftung bilden ein- beziehungsweise zweiflügelige Kellerfenster, die meist als Dreh-Kipp-Variante für flexible Lüftungsoptionen ausgelegt sind. Auch Stahlfenster bieten die Möglichkeit der Kellerbelüftung. In Verbindung mit einem Einscheibensicherheitsglas bieten sie dabei sogar größtmöglichen Einbruchschutz – und das bei eher moderaten Kosten. Ebenfalls aus Gründen der erhöhten Einbruchsicherheit und Dichtwirkung, kommen auch festverglaste Kellerfenster präferiert zum Einsatz. Allerdings müssen in diesem Fall alternative Belüftungsszenarien zur Vermeidung der Schimmelbildung sichergestellt werden. 

Diese Fensterrahmen erfüllen Ihre Anforderungen 

Heutige Materialgruppen für Rahmenwerke sind im Wesentlichen Kunststoffe, Holz, Aluminium und Stähle. Materialspezifisch ergeben sich für den Einsatz als Kellerfenster unterschiedliche Vor- und Nachteile: 

  • Kunststoffrahmen gibt es in vielzähligen Varianten. Aufgrund der einfachen Fertigbarkeit bieten sie vielfältige Optionen der Formgebung bei vergleichsweise geringen finanziellen Aufwendungen. Besonders überzeugen sie außerdem durch ihr hohes Wärmedämmvermögen, was sie zum idealen Material für Energiesparfenster macht. Auch sind Kunststoffrahmenwerke relativ beständig gegenüber wechselnden Witterungseinflüssen, wenngleich ihre Haltbarkeit nicht mit diejenigen von metallischen Rahmen zu vergleichen ist. Eine weiterführende Entwicklung stellen deshalb Rahmenwerke aus Aluminium-Kunststoffverbindungen dar. 
  • Als besonders optisch ansprechend gelten Rahmenwerke aus Hölzern. Auch wenn diese im Vergleich zu Kunststoffen etwas teurer in der Anschaffung sind, bieten sie ähnliche Vorteile hinsichtlich Wärmedämmung und Witterungsbeständigkeit. Unterschiede ergeben sich jedoch bezüglich der Pflegeintensität, weshalb Holzrahmen wiederholt lasiert oder gar frisch nachlackiert werden müssen. Bezüglich der Aufnahme von Feuchtigkeit aus dem Boden gibt es in der Fachbranche unterschiedliche Stimmen. Die jeweilige Einsatzfähigkeit hängt unter anderem von der baulichen Voraussetzung sowie der Umgebungssituation ab. Für eine individuelle Klärung ist eine ausführliche Beratung beim Experten empfehlenswert. 
  • Metallische Rahmenmaterialien aus Aluminium oder Stahl weisen in der Regel die höchste mechanische Robustheit auf. Insbesondere mit Blick auf die Einbruchsicherheit ergeben sich damit entscheidende Vorteile. Auch sind sie beständig gegenüber Witterungs- und Umgebungseinflüssen – und dazu noch äußerst haltbar. Insbesondere Aluminiumrahmen erfüllen zudem ästhetische Ansprüche als dekoratives Funktionselement, sind dafür jedoch in der Regel deutlich teurer als beispielsweise feuerverzinkte Stahlrahmen. Als eher negativer Aspekt ist bei beiden Metallen das begrenzte Wärmedämmvermögen anzugeben. 

Diese Kosten sollten Sie einkalkulieren 

Je nach Fensterart ergeben sich teil eklatante Kostenunterschiede. Grund hierfür ist, dass eine Vielzahl an Faktoren unmittelbar in die Preisgestaltung einfließen. Als kostenbestimmende Einflussgrößen zu nennen sind beispielsweise die Verglasungsart, die Fensterform und -dimensionierung, die Flügelanzahl sowie besondere Sicherheitselementen zur Vorbeugung von Wohnungseinbrüchen. Aber auch das Rahmenmaterial ist entscheidend: So ist ein Holzrahmen im Vergleich zu Kunststofffenstern meist um circa Faktor zwei teurer. Fensterunabhängig kommen noch die Montagekosten hinzu. Nach Angaben der Branche liegen die in etwa in einer Größenordnung von 150 Euro pro Kellerfenster. 

Informieren Sie sich auch über Fördermöglichkeiten 

Eine Investition in neue Kellerfenster kann sich trotz der Kosten durchaus lohnen. Fenster mit energiesparenden Eigenschaften können bis zu einer gewissen Fördergrenze durch Investitionszuschüsse und zinsgünstige KfW-Darlehen von staatlicher Seite aus subventioniert werden. Auch Steuererleichterungen sind möglich. Gleiches gilt im Übrigen auch für Fenster mit erhöhter Einbruchsicherheit (erforderliche Widerstandsklasse beachten).  

Informieren Sie sich bereits vor dem Fensterkauf über die jeweiligen Fördermöglichkeiten und Modalitäten für die Beantragung. Ein Fachberater kann Sie hierbei tatkräftig unterstützen. 

Fazit: Besondere Anforderungen an ein Kellerfenster 

  • Anforderungsprofil: Die Anforderungen an ein Kellerfester unterscheiden sich je nachdem, wofür der Keller genutzt werden soll. Beispielsweise erfordert ein bewohnter Kellerraum höhere Kriterien hinsichtlich der Wärmedämmung und den Lichteinfall als ein unbewohnter. Anwendungsübergreifend sollen Kellerfenster eine gute Durchlüftung zur Minimierung von Feuchtigkeit gewährleisten, was auch die Barrierewirkung gegenüber eindringendem Wasser umfasst. Ein wesentlicher Aspekt ist außerdem die Einbruchsicherheit.  
  • Einbruchsicherheit: Apropos Einbruchschutz – Kellerfenster und Lichtschächte müssen ganz besonders akribisch gegen einen ungewollten Besuch geschützt werden. Neben der Materialauswahl von Rahmen und Fensterglas gibt es zusätzliche Applikationen zur Erhöhung der Einbruchsicherheit wie beispielsweise ein Querriegelschloss oder aber auch ein Rollstangenrost.  
  • Kosten, Fördermöglichkeiten: Die Kosten für ein Kellerfenster hängen von vielen Faktoren ab und variieren ja nach Wärmedämmeigenschaften und Materialauswahl. Im Zuge einer energetischen Gebäudesanierung beziehungsweise der Nachrüstung von Einbruchsicherungselementen bieten staatliche Förderprogramme monetäre Zuschüsse, Steuervergünstigungen sowie zinsgünstige KfW-Kredite.  
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Dr.-Ing. Rüdiger Reitz ist hauptberuflich im Themenfeld der erneuerbaren Energieträger und alternativen Antriebssysteme unterwegs. Nicht nur seine Fachcommunity hält der Maschinenbauingenieur und teamverantwortliche Projektmanager mit zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen und anwendungsnahen Fachpublikationen auf dem neuesten Stand. Als freier Autor informiert der Hobby-Handwerker auch auf ganz praktischer Ebene seinen Leserkreis über Neuigkeiten aus dem Bereich Heimwerk & Technik. Er ist überzeugt: „Die Ziele fest im Blick behalten - und alles ist machbar!“
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