Holzdielenboden sanieren: Hierauf kommt es an
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Holzdielenboden sanieren: Hierauf kommt es an

Wenn Sie Ihren alten Holzdielenboden sanieren möchten, sollten Sie ein paar Dinge beachten. Hier erfahren Sie mehr zur mitunter aufwendigen, aber sehr lohnenswerten Arbeit, die der Fachmann übernehmen sollte.

Holzdielenboden sanieren: Dielen schleifen

Aus alt mach neu – im Rahmen der Modernisierung von Innenräumen spielt der Bodenbelag eine wichtige Rolle. Holz sieht sehr schön aus und sorgt zugleich für ein angenehmes Raumklima: Der Werkstoff nimmt Feuchtigkeit schnell auf und gibt diese ebenso schnell wieder ab. Auf diese Weise beeinflusst ein Holzdielenboden das Klima in den Wohnräumen positiv. Ist der Fußboden allerdings zerkratzt, hat schadhaften Stellen und verblichene Farben, entspricht das nicht mehr den Vorstellungen von zeitgemäßem Wohnen. Holzböden sind jedoch mehrfach renovierbar. Der Fachmann kann sie wieder auf Vordermann bringen. Er schleift die Dielen ab und versiegelt die Oberfläche neu, sodass der Holzboden wieder glänzend daherkommt.

Holzdielen mit Lack versiegeln

Nach dem Schleifen wird der Holzdielenboden versiegelt. Hierfür eignet sich zum  Beispiel Lack auf Kunstharzbasis. Dieser Lack ist robust und schützt das Holz jahrelang vor Schmutz und eindringenden Flüssigkeiten. In der Regel werden die von Hausstaub und Schmutz befreiten Dielen vor dem Lackieren mit einem verdünnten Lack behandelt und so eine Art Grundierung geschaffen. Danach wird der dickere Lack aufgetragen, mit dem jede Diele einzeln von Anfang bis Ende bepinselt wird. Dabei wird in der Ecke des Raumes begonnen, die am weitesten vom Eingang entfernt liegt. Wichtig: Alle Fenster sollten während des Lackierens so lange geöffnet sein, bis der Lack trocken ist.

Holzdielenboden: Das Problem mit dem Trittschall

Seit Beginn der industriellen Holzverarbeitung sind Dielen in der Regel gespundet (umgangssprachliche Bezeichnung für Nut und Feder). Beliebige Raumlängen und -breiten lassen sich auf diese Weise mit Dielen auslegen. Die einzelnen Dielen nagelt der Tischler bei alten Häusern direkt auf die Deckenbalken und treibt den Nagel quer durch die Feder. Damit wird der Nagel unsichtbar, die Nut der nächsten Diele verdeckt ihn. Der Dielenboden stabilisiert die Decke als Verbundfläche und erfüllt somit in der alten Form eine statisch aussteifende Funktion. Ein Problem dieser Konstruktionsart ist der Schallschutz. Häufig sind alte Holzböden vollkommen ohne Schallschutz aufgebaut oder es findet sich bloß eine Lage Koksaschenstaub als Dämmschicht unter den Dielen. Diese traditionelle Verarbeitungsweise erfüllt jedoch nicht die Anforderungen an modernen Trittschallschutz. Eine effektive Trittschalldämmung für den Holzdielenboden ist daher wichtig.

Holzdielenboden: Trittschalldämmung einsetzen

Der Trittschall überträgt sich durch die beschriebene Konstruktion deutlich auf den darunter liegenden Raum. Um diesen zu minimieren, fügen Fachleute sogenannte Lagerhölzer in die Konstruktion als Trittschalldämmung ein. Zusätzliche Dämmstreifen sorgen für eine Entkoppelung von Dielen und Deckenbalken – damit ist ein besserer Schallschutz gegeben. In modernen Häusern fixiert der Monteur die Lagerhölzer mit elastischem Klebstoff direkt auf dem Estrich. Bei einem Dielenboden auf einer Massivdecke kommen ebenfalls Lagerhölzer zur Schalldämmung zum Einsatz. In modernen Gebäuden ohne Holzbalkendecke hat der Dielenboden keine statische Funktion mehr.

Holzdielenboden sanieren und mit Wärmedämmung modernisieren

Neben der Trittschalldämmung lohnt sich bei der Modernisierung eines Holzdielenboden besonders die Wärmedämmung. Lassen Sie sich vom Fachmann zur Wirksamkeit der Dämmung und Wahl des Materials beraten. Eine professionelle Dämmung führt im Sinne der Energieeffizienz zu enormen Einsparungen. Neben geringeren Heizkosten steigert eine Fußbodendämmung auch die Wohlfühlatmosphäre in den Wohnräumen. Als Materialien für die Dämmung kommt neben Styropor oder Stahlwolle eine Schüttdämmung infrage. Der Experte für das Verlegen des Dielenbodens erklärt Ihnen die Unterschiede und welche Variante für Sie infrage kommt. Neben der Wärmedämmung verstärkt die Schüttdämmung auch den Schallschutz.

Fäulnisschäden vermeiden: Hohlräume unter dem Dielenboden prüfen

Unter dem Holzboden muss die Luft frei zirkulieren können. Darunter entstehende und sich ansammelnde Feuchtigkeit kann verheerende Folgen haben und zu Fäulnisschäden an der Holzkonstruktion führen. In alten Häusern mit einem traditionellen Holzboden wurden bei Baumaßnahmen die Lüftungsschlitze oftmals verschlossen. In einem solchen Fall sollte der Boden komplett entfernt und von Grund auf saniert werden. Wenn Sie Ihren Holzdielenboden sanieren, sollte der Fachmann unbedingt einen Blick darauf werfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Holzdielenböden sind hochwertige Bodenbeläge, die mit der richtigen Pflege Generationen lang halten können.
  • Sie sind mehrfach renovierbar und sorgen für ein angenehmes Raumklima.
  • Im Rahmen der Modernisierung ist neben der Oberflächenbehandlung auf das Darunter zu achten.
  • Mangelhafte Lüftung sorgt zur Bildung von Feuchtigkeit. Schimmel und Fäulnis sind die Folge.
  • Trittschall- und Wärmedämmung lohnen sich.
  • Für einen neuen Belag stehen verschiedene Varianten zur Wahl.
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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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