Holz beizen: So geht's
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Holz beizen: So geht's

Wenn Sie Holz beizen, anstatt es zu lackieren, bleibt seine ursprüngliche Maserung sichtbar, was sehr schöne Effekte erzielen kann. Damit das Ergebnis gleichmäßig und sauber aussieht, sollten Sie dabei die folgenden Tipps beachten.

Warum eigentlich beizen?

Mit Beize färben Sie Holz und erhalten gleichzeitig die natürlichen Eigenheiten und Strukturen des Materials. So verleiht Beize zum Beispiel Möbeln eine antike Optik. Wenn Sie Holz beizen, dringt die Flüssigkeit tief ein und hebt den natürlichen Farbton hervor. Darüber hinaus wird die Maserung unterstrichen und der Kontrast bei Weichhölzern betont. Beizen sorgt also für schöne Effekte, schützt jedoch weder vor Schimmel noch vor der Witterung. Es empfiehlt sich daher, am Ende zusätzlich eine Schutzschicht aus Lack oder Wachs auf das gebeizte Holz aufzutragen.

Beize und Material kaufen

Bei der Beize haben Sie die Wahl zwischen Produkten auf Wasserbasis und auf Lösungsmittelbasis – und natürlich den unterschiedlichsten Farben. Der endgültige Farbton ergibt sich jedoch erst zum Schluss durch die Kombination der Beize mit der ursprünglichen Holzfarbe und der Lack- oder Wachsschicht, die das gebeizte Holz später schützt. Wasserlösliche Beizen erhalten Sie entweder als Fertigmischung oder als Pulver zum Selbstanrühren. Die Fertigmischungen gibt es zudem auf Wasser-Alkohol-Basis oder nur mit Wasser. Der Farbton bei wasserlöslichen Beizen wirkt kräftiger, dafür müssen Sie sehr sorgfältig arbeiten, da kleine Unebenheiten oder Schmutzpartikel am Ende deutlich sichtbar sind. Für Anfänger ist daher die Lösungsmittelbeize in der Regel leichter zu verwenden, kleine Unsauberkeiten fallen dabei meist kaum auf.

Neben der Beize brauchen Sie auch eine Schale mit Wasser und einen Schwamm, um das Holz zu wässern, bevor Sie es beizen. Schleifpapiere mit unterschiedlicher Körnung – zwischen 100er- und 200er-Schleifpapier – sind für die Vorbereitung ebenfalls wichtig. Je höher die Zahl, desto feiner die Körnung und desto feiner wird die Oberfläche abgeschliffen, sodass nicht so viel von der Beize tief ins Holz eindringt. Sie können sowohl mit einem Pinsel als auch mit einem Lappen oder Schwamm das Holz beizen, allerdings ist es mit einem Lappen am einfachsten, das Mittel gleichmäßig aufzutragen.

Wichtig: Der Pinsel sollte vollkommen frei von Metall sein, da Metall mit der Beize reagiert und den Farbton verändern kann. Beim Arbeiten mit dem Pinsel ist es zudem schwieriger, Tropfen, Spritzer und andere Unsauberkeiten zu vermeiden.

Holz für die Beize vorbereiten

Entfernen Sie als Erstes sämtliche Metallteile, wenn Sie Holz beizen wollen. Danach gilt es, das Holz zu wässern, damit es die Beize besser aufnimmt und das Ergebnis gleichmäßiger aussieht. Tränken Sie einen Schwamm mit Wasser und verteilen Sie dieses großzügig über die gesamte Holzfläche. Auf diese Weise stellen sich die Fasern, die vorher eingedrückt waren, auf, sodass Sie die Oberfläche gründlicher abschleifen können. Wenn Sie das Holz anschließend gründlich mit Schleifpapier abgerieben haben, wischen Sie den zurückgebliebenen Holzstaub sorgfältig ab und lassen das Holz vollständig trocknen.

Hinweis: Holz beizen Sie bitte immer mit Handschuhen, Mundschutz und Schutzbrille. Das in Beizen üblicherweise enthaltene Peroxid bleicht die Kleidung aus und reizt die Haut. Daher sollten Sie sich vorher gut gegen die Chemikalie schützen.

Mit Lappen oder Pinsel Holz beizen

Wenn Sie Holz beizen, ist es wichtig, dass Sie nicht kleckern oder an einigen Stellen mehr Farbe auftragen als an anderen. Diese kleinen Nachlässigkeiten machen sich am Ende bemerkbar und sehen unschön aus. Testen Sie am besten an einer nicht sichtbaren Stelle, ob der Farbton der Beize Ihnen zusagt, da dieser sich durch den Grundfarbton des Holzes verändert. Wenn Ihnen die Farbe gefällt, können Sie das ganze Holz beizen.

Füllen Sie einen Teil der Beize in eine Schale um und tunken Sie den Schwamm, Lappen oder Pinsel hinein. Fahren Sie mit dem Malwerkzeug, ohne abzusetzen, in Richtung der Maserung am Holz entlang und tragen Sie die nächste Farbbahn direkt daneben auf. Anschließend wiederholen Sie die Prozedur noch einmal quer zur Maserung von unten nach oben. Danach lassen Sie die Beizschicht trocknen.

Zum Abschluss: Das Holz schützen

Durch wasserlösliche Beizen wird die Holzoberfläche rau, da sich einige Holzfasern wieder aufstellen. Mit einem ganz feinen Schleifpapier können Sie die Oberfläche wieder glätten. Anschließend sollten Sie eine Schutzschicht aus Lack, Holzöl oder Wachs auftragen. Achten Sie darauf, dass das Produkt sich mit der Beize verträgt, die Sie benutzt haben. So löst ein wasserbasierter Lack wasserlösliche Beizen zum Teil wieder auf, sodass Streifen entstehen und Sie das Holz ggf. noch einmal beizen müssen. Lassen Sie sich am besten im Baumarkt oder Malereifachhandel ausführlich beraten, bevor Sie die Produkte kaufen.

SM
Autor/-in
Simon Meyer
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