Das Leben anpacken

Einfach mal machen. Einfach mal ausprobieren. Als ich mich vor fünf Jahren selbstständig machte, hatte ich die Nase voll vom Angestelltenverhältnis und wollte mein Leben selbst anpacken: nach 20 Jahren schweren Schuftens mehr Verantwortung tragen, meiner Frau und meinen zwei Kindern mehr bieten.

Also inseriere ich meine Dienste als Möbelpacker im Internet. Ein Jahr läuft das ziemlich gut, bis jemand fragt, ob ich einen Umzug auch komplett durchführen könnte. Spontan sage ich zu, stehe aber vor der Herausforderung, ohne das nötige Kapital keinen LKW anmieten zu können. Ich fasse mir ein Herz und versuche, für einen guten Preis den Autovermieter davon zu überzeugen, dass ich in Zukunft mehr bei ihm mieten werde. „Das erzählen mir fünf Leute am Tag“, sagt er und ich zahle wie jeder andere auch – mit geliehenem Geld.

Der Mut zahlt sich aus: 2014 gründe ich meinen eigenen Umzugsservice. Von Anfang an spielt der persönliche Umgang mit dem Kunden eine wichtige Rolle. Das ist einfach familiärer. Und Familie ist mir wichtig. Ohne meine Familie würde mein Unternehmen nicht funktionieren. Meine ersten Mitarbeiter waren mein Cousin und meine Frau. Wir sind mittlerweile zu acht: die perfekte Größe. Bei der Akquise der Mitarbeiter lege ich Wert auf Arbeitsmoral. Abschluss oder Zeugnisnoten spielen dabei keine Rolle. Das hat sich bisher bewährt.

Ich packe auch in meiner Freizeit gern an. Und zwar bei unserem städtischen Fußballverein. Wenn ich meine Kinder nicht vom Spielfeldrand anfeure, engagiere ich mich in unserem Verein als Sozialwart. Arbeit im Team ist mir nämlich wichtig – sowohl im Job als auch privat.

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