Fahrverbot für Dieselwagen: Nichts Genaues weiß man nicht

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Weg für Fahrverbote von Dieselautos in deutschen Städten frei gemacht. Aber wann und wo kommen sie denn nun?

Auch wenn Kanzlerin Angela Merkel dem Leipziger Urteil nur geringe Auswirkungen voraussagt, ganz ohne Fahrverbot dürfte es nicht gehen. Wie sonst sollten die Grenzwerte bei Stickoxid, Feinstaub und Kohlendioxid in den Städten künftig eingehalten werden?

Hohe Stickoxid(NOx)-Belastung in deutschen Städten

Das Umweltbundesamt hat ermittelt, dass rund 6.000 Deutsche jährlich an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, die auf Stickoxid zurückgehen. Die EU kommt auf weit höhere Zahlen (10.000 Tote). Einig ist man sich aber, dass Stickoxide gesundheitsschädlich sind. Aus diesem Grund gelten Grenzwerte.

Diese Grenzwerte werden allerdings seit Jahren überschritten, laut Umweltamt im Jahr 2017 in 66 deutschen Städten (NOx-Jahresgrenzwert 40 mg/m3  Luft). Hier die Top 10 im Ranking, die auch für Fahrverbote prädestiniert sind (Stadt mit NO2-Mittelwerten):

  • München 78 mg/m3
  • Stuttgart 73 mg/m3
  • Köln 62 mg/m3
  • Reutlingen 60 mg/m3
  • Hamburg 58 mg/m3
  • Düsseldorf 56 mg/m3
  • Kiel 56 mg/m3
  • Heilbronn 55 mg/m3
  • Darmstadt 52 mg/m3
  • Ludwigshafen 51 mg/m3
  • Dortmund und Wiesbaden 50 mg/m3

Euro 4 muss draußen bleiben?

Für Autofahrer ist natürlich ebenso wichtig zu wissen, ob ihr Fahrzeug überhaupt von einem Fahrverbot betroffen wäre. Am heikelsten ist die Lage dabei für Euro 4-Fahrzeuge, zumindest laut öffentlicher Diskussion. Die NOx-Bilanz rechtfertigt dies, denn dem Grenzwert von 250 mg/km steht ein durchschnittlicher NOx-Ausstoß von 674 mg/km gegenüber. Bei Euro 5 sind es allerdings 906 mg NOx pro Kilometer. Klingt nach mehr Fußgängerzonen und langen Spaziergängen.