Sofa, Kissen und Bettvorleger: PETA gibt Tipps für tierfreundliches Wohnen

Schöner wohnen ohne Tierqual: Viele Menschen entscheiden sich im Alltag bereits für eine tierfreundliche Lebensweise – sie ernähren sich pflanzlich und tragen ausschließlich Kleidung ohne tierische Bestandteile. Auch im Bereich Wohnen verbergen sich zahlreiche Produkte aus Leder, Wolle, Seide, Daunen oder gar Pelz, die unter tierquälerischen Umständen erzeugt wurden. Tierfreunde sollten sich die Freude an einem gemütlichen Heim nicht nehmen lassen und sich für Einrichtungsgegenstände aus pflanzlichen und synthetischen Fasern entscheiden – dazu gehören Baumwolle, Leinen, Viskose, Polyester, Polyamid, Polyacryl und viele weitere. Frank Schmidt, Fachreferent bei PETA, gibt hilfreiche Tipps für tierleidfreies Wohnen.

„Bei der großen Auswahl an Heimtextilien aus pflanzlichen und synthetischen Materialien ist es kinderleicht, sich zu Hause tierfreundlich einzurichten“, so Frank Schmidt. „Moderne tierleidfreie Fasern sind nicht nur äußerst widerstandsfähig und pflegeleicht, sondern auch sehr hautverträglich und dadurch besonders gut für Allergiker geeignet.“

Diese Einrichtungsgegenstände bestehen häufig aus tierischen Materialien:

  • Ledersofas und -sessel: Wer die Optik von Leder mag, aber Tierleid sicher ausschließen möchte, entscheidet sich für ein strapazierfähiges Produkt aus Kunstleder. Wem glatte Oberflächen zu ungemütlich sind, sollte darauf achten, dass Stoffbezüge nicht aus Wolle sind und die Füllung von Polstern und Kissen aus Daunenalternativen besteht.
  • Kissen und Decken: Auch im Schlafzimmer sollten Tierfreunde ein Auge darauf haben, keine Produkte aus Daunen zu nutzen, denn dafür werden Gänsen häufig bei lebendigem Leib ihre Daunen und Federn herausgerupft. Stattdessen bieten sich Füllmaterialien auf Basis von Polyester, Lyocell, Baumwolle, Hanf oder Kapok an; wer gern härter schläft, kann zudem zwischen Kissen mit Dinkel- oder Hirsespreu wählen.
  • Teppiche: Als Alternative zu Wollteppichen und Bettvorlegern aus Schaffell eignen sich strapazierfähige Bodenbeläge aus Baumwolle, Jute oder Sisal. Synthetische Materialien wie Polypropylen, Polyacryl und Polyester sind zudem besonders pflegeleicht, da sie Schmutz oder verschüttete Flüssigkeiten kaum aufnehmen und einfach zu reinigen sind.
  • Wolldecken: Kuschelige Decken für kühle Winterabende müssen nicht aus Wolle sein. Auch Produkte aus aufgerauter Baumwolle, Polyester oder Steppdecken, die mit der Pflanzenfaser Kapok gefüttert sind, helfen gegen kalte Füße vor dem Fernseher.
  • Vorhänge: Zum Schutz vor unerwünschten Blicken eignen sich Vorhänge aus Baumwolle oder Leinen. Diese lassen sich wunderbar in der Waschmaschine waschen und können zum Trocknen anschließend wieder direkt ans Fenster gehängt werden – so entfällt sogar das lästige Bügeln.
  • Dekokissen: Auch die Bezüge von Dekokissen können aus Wolle, Seide, Leder oder gar Pelz sein. Wem die Auswahl an Kissenbezügen aus pflanzlichen und synthetischen Fasern wie Baumwolle oder Polyester nicht reicht, kann es gerne einmal mit einem echten Hingucker in Form eines Korkbezugs versuchen. Kork ist extrem elastisch und widerstandsfähig. Die Tatsache, dass man das Material abwischen kann, macht es umso praktischer – gerade für Familien mit Kindern oder Haushalte, in denen Tiere leben.
  • Tapeten: Selten – aber dennoch nicht zu vernachlässigen – gibt es Tapeten aus Seide, für deren Erzeugung Seidenraupen bei vollem Bewusstsein gekocht werden. Als Alternative bieten sich die altbewährten Raufasertapeten oder ganz schlicht vegane Wandfarbe an. Hier sollten Tierfreunde unbedingt beim Hersteller nachfragen, da in bunten Farben Pigmente tierischen Ursprungs beigemischt sein können oder die Farbe sogar an Tieren getestet sein könnte.

Weitere Tipps zum veganen Wohnen gibt auch das Buch Making Kind Choices von PETA-Gründerin Ingrid Newkirk. Im Kapitel „Kindness by Design: Creating and Furnishing a Humane Home” finden sich hilfreiche Tipps für Menschen, die sich ein tierleidfreies Zuhause wünschen, das sowohl ihre inneren Werte als auch ihren guten Stil repräsentiert.

Weitere Informationen:

Leder.PETA.de

Wolle.PETA.de

 

Frank Schmidt

Der Diplom-Sozialwissenschaftler Frank Schmidt ist seit 2012 als Fachreferent für PETA Deutschland tätig. Als Experte für Tiere in der Bekleidungsindustrie informiert er über Haltungsbedingungen, politische Entwicklungen sowie über Wirtschaft und Handel mit tierischen Materialien. Ob Nerz, Krokodil, Angorakaninchen oder Schaf – der Fachreferent ist mit den Missständen hinsichtlich internationaler Haltungsbedingungen vertraut und genauestens über politische und juristische Entwicklungen informiert. Er beschäftigt sich außerdem mit veganer Mode, synthetischen Alternativen zu Pelz, Leder, Wolle, Daunen und Co.

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