Steinwolle als Dämmung: Was kann die Mineralwolle, was nicht?

Steinwolle ist in Europa ein beliebtes Dämmmaterial, denn es hat so einige Vorzüge. Hier erfahren Sie, wie der Dämmstoff hergestellt wird, wofür er sich eignet und wo das Material an seine Grenzen stößt.

Herstellung: Wolle aus Stein gesponnen

Steinwolle gehört – wie auch Glaswolle und Schlackenwolle – zu den Mineralwollen. Tatsächlich hat sie also nichts mit der Wolle von Schafen zu tun – lediglich die Struktur ist ähnlich. Steinwolle wird hergestellt, indem Gestein eingeschmolzen wird – die Ausgangsstoffe dafür sind zum Beispiel recycelte Formsteine, aber auch Mineralien wie Dolomit oder Feldspat. Unter Zusatz von Bindemitteln und Imprägnierölen wird die heiße Masse dann zu einem Vliesstoff aus feinen Fasern verwoben und erhält dabei ihre guten Dämmeigenschaften.

Viele Vorteile bei der Dämmung mit Steinwolle

Besonders häufig wird Steinwolle zur Dämmung von Wänden und Decken verwendet, denn das Material hat einen guten U-Wert, ist also nur wenig wärmeleitfähig. So lässt es im Winter kaum Wärme hinaus und sorgt im Sommer dafür, dass es im Haus schön kühl bleibt.

Darüber hinaus ist Steinwolle feuerfest, bringt also gute Brandschutzeigenschaften mit. Das Dämmmaterial schimmelt nicht und ist resistent gegen Ungezieferbefall. Gleichzeitig bietet es auch eine gute Schalldämmung. Und das Beste ist: Das Ganze ist für einen relativ günstigen Preis zu haben.

Auch die Verarbeitungsformen sind vielfältig: Sie bekommen Steinwolle als lockere Meterware, genormte Isolierplatten oder als Schläuche zur Rohrisolierung. So können Sie die Mineralwolle vom Dach bis zur Kellerdecke im ganzen Haus einsetzen.

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Nachteile der Steinwolle

Steinwolle verträgt keine Nässe: Bei einer hohen Belastung durch Feuchtigkeit fällt sie in sich zusammen und verliert dabei ihre dämmende Funktion. Deswegen gibt es Einschränkungen beim Einsatz in der Dach- und Fassadendämmung: Ist die Fläche stark der Witterung ausgesetzt, greifen Sie besser auf andere Dämmstoffe zurück.

Hinzu kommt, dass Steinwolle ein relativ hohes Eigengewicht hat, was die Wände und Dächer, die Sie damit dämmen, deutlich schwerer macht. Gerade bei steilen Dächern bieten sich deshalb andere Mineralwollen zur Dämmung an, etwa die leichtere Glaswolle.

Ist Steinwolle giftig?

Früher war die Arbeit mit Steinwolle oft gesundheitsschädlich: Mikrofeine Fasern lösten sich beim Zuschneiden und Einbauen, gerieten in die Lungen der Arbeiter und konnten so Krebserkrankungen auslösen. Mit dieser Art von Steinwolle ist das Dämmen aber inzwischen verboten: Seit dem Jahr 2000 dürfen Steinwollen mit krebsverdächtigen Inhaltsstoffen in Deutschland weder hergestellt noch verarbeitet werden.

Trotzdem ist bei der Verwendung Vorsicht geboten: Die etwas größeren Fasern können Hautirritationen und Juckreiz hervorrufen. Entsprechend sollten Sie das Dämmmaterial nur mit Arbeitshandschuhen und geschlossener Arbeitskleidung anfassen. Ein Mundschutz ist nicht zwingend notwendig, schadet aber auch nicht.

Darf man Steinwolle im Restmüll entsorgen?

Nein. Sowohl die alten wie auch die neuen Dämmmaterialien haben im Hausmüll nichts verloren. Müssen Sie Steinwolle entsorgen, bestellen Sie sich bei professionellen Entsorgungsunternehmen je nach Menge einen Container oder Big Bags. Handelt es sich um alte Steinwolle, deren winzige Fasern noch lungengängig sind, muss sie sorgfältig in den Big Bags verschlossen werden. Am besten lassen Sie diese Arbeit einen Fachmann erledigen.