Glaswolle als Dämmung: Eigenschaften auf einen Blick

In Deutschland wird Glaswolle zur Dämmung an verschiedenen Stellen im Haus oft und gern verwendet. Hier erfahren Sie das Wichtigste über die Einsatzorte, die Vor- und Nachteile gegenüber anderen Dämmstoffen und die richtige Entsorgung.

Das kann die Glaswolle als Dämmung

Glaswolle hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 bis 0,045 W/m*K (Watt pro Meter mal Kelvin). Damit ist die Wärmedämmfähigkeit dieses mineralischen Dämmstoffs ebenso gut wie die von Kunststoffdämmungen. Noch dazu bringt Glaswolle einen guten Schallschutz mit. Das liegt an der offenporigen Struktur des Dämmmaterials, die einen Großteil der Schallwellen absorbiert. Möchten Sie also Ihr Haus gegen Kälte und Lärm isolieren, bietet sich Glaswolle als Dämmung an.

Außerdem ist Glaswolle nicht brennbar (anders als Kunststoffdämmungen wie XPS, EPS und PUR) und nur halb so schwer wie Steinwolle. Glaswolle ist daher auch gut zur Dämmung von Steildächern geeignet, wofür die Steinwolle häufig zu schwer ist. Außerdem wird Glaswolle zur Fassadendämmung, zur Trittschalldämmung und zur hinterlüfteten Dämmung in Wänden eingesetzt.

Glaswolle ist gegen Schimmel, Ungeziefer und Fäulnis resistent. Allerdings verträgt sie keine Feuchtigkeit: Nasse Glaswolle fällt in sich zusammen und verliert einen Großteil ihrer Dämmeigenschaften. Entsprechend sollte sie nur an Stellen eingesetzt werden, die vor Nässe geschützt sind. Da sie diffusionsoffen ist, macht ihr normale Luftfeuchtigkeit aber nichts aus. Die Isolierung durch Glaswolle ist besser als die durch Holzfaserplatten, allerdings werden Letztere mit deutlich weniger Energieaufwand hergestellt.

Ist Glaswolle gesundheitsschädlich?

Alte Glaswolle ist gefährlich; sie wird als krebserregend eingestuft. Allerdings wird diese Art von Glaswolle seit 1996 in Deutschland nicht mehr zur Dämmung verwendet.

Trotzdem sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie den Dämmstoff ein- oder ausbauen: Tragen Sie Arbeitshandschuhe und langärmelige Kleidung, am besten sogar einen Ganzkörper-Schutzanzug. Kommt Ihre Haut mit dem Material in Berührung, kann sie sich röten und jucken.

Glaswolle als Dämmstoff

So bitte nicht! Tragen Sie stets Handschuhe, wenn Sie mit Glaswolle hantieren.

Eine Schutzbrille und ein Mundschutz sind ebenfalls notwendig: Haben Sie Fasern der Glaswolle eingeatmet, setzen sie sich in der Lunge fest und müssen erst wieder abgebaut werden. Sie sollten Glaswolle schneiden, nicht reißen. Legen Sie sie stets vorsichtig ab und werfen Sie sie nicht auf den Boden – so geraten weniger Fasern in die Luft. Wenn Sie diese Vorkehrungen beachten, kann die Glaswolle Ihre Gesundheit kaum beeinträchtigen.

Wie sollte man Glaswolle entsorgen?

Glaswolle besteht zu einem Teil aus nicht recyclingfähigen Materialien. Sie können sie also nicht einfach beim Wertstoffhof abgeben. Entfernen Sie sie mit der gebotenen Vorsicht – bei alter Glaswolle rufen Sie lieber einen Fachmann.

Verpacken Sie den Dämmstoff in robusten Gewebesäcken wie Big Bags und verschließen Sie sie luftdicht mit festen Klebestreifen. Bestellen Sie einen Container dafür oder bringen Sie die Säcke selbst zu einem Reststoffhof und bezahlen Sie die Gebühr.