Dieses Gemüse sollten Sie nicht roh essen – 3 Gifte in Grünzeug

Raw Food liegt im Trend. Doch nicht jede Gemüsesorte eignet sich für den rohen Verzehr. Auf welche Rohkost Sie lieber verzichten sollten und warum, erfahren Sie hier.

1. Phasin: Grüne Bohnen, Erbsen und Co. nur gegart genießen

Grüne Bohnen beinhalten das Eiweiß Phasin, das unter anderem die roten Blutkörperchen verklumpen lässt. Die Folge: Erbrechen, Krämpfe, Durchfall und Fieber bis hin zu Magen-Darm-Blutungen. Abhängig von der eigenen Empfindlichkeit können schon drei rohe grüne Bohnen bei einem Erwachsenen Vergiftungserscheinungen auslösen.

Deshalb sollten Sie grüne Bohnen nicht roh essen! Gekocht geht keine Gefahr von den Bohnen aus: Phasin ist hitzeempfindlich und wird ab einer Garzeit von 15 Minuten für den Menschen unschädlich.

Phasin ist übrigens in unterschiedlich hoher Konzentration in allen Hülsenfrüchten enthalten, also auch in Erbsen, Linsen, Lupinen und Soja. Ein paar rohe Zuckererbsen aus dem Garten sind kein Problem, generell gilt aber für alle Hülsenfrüchte: Kochen oder wenigstens blanchieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

2. Solanin: Kartoffeln & Auberginen nicht roh essen

Kartoffeln enthalten – so wie auch andere Nachtschattengewächse – das leicht giftige Alkaloid Solanin. Dieses verursacht Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Krämpfe, auch Atemstörungen kommen vor.

Solanin verflüchtigt sich jedoch während der Reifung weitestgehend. Unreife Kartoffeln roh zu essen ist daher nicht empfehlenswert. Entfernen Sie vor dem Kochen auch grüne Stellen und Triebe sorgfältig – diese enthalten besonders viel Solanin.

Solanin ist sowohl hitzebeständig als auch wasserlöslich. Beim Kochen geht es daher ins Kochwasser über. Schütten Sie das Kochwasser also vorsichtshalber weg, wenn Sie Kartoffeln mit grünen Stellen darin gegart haben – selbst, wenn Sie sie zuvor abgeschnitten haben.

Auch Auberginen sollten Sie nicht roh essen. Vor allem im unreifen rohen Zustand drohen hier Vergiftungserscheinungen – die im unreifen Gemüse enthaltenen Bitterstoffe machen es aber ohnehin schwer genießbar. Gleiches gilt übrigens für unreife Tomaten. Reife Tomaten sind im rohen Zustand jedoch ungefährlich.

3. Oxalsäure: Vorsicht vor rohem Rhabarber

Die Oxalsäure in rohem Rhabarber macht das Lebensmittel unverarbeitet zu einem gefährlichen Genuss. In großen Mengen verzehrt, führt die Säure zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen und Kreislaufproblemen.

Außerdem bindet sie wichtige Mineralstoffe, die dadurch vom Körper nicht mehr aufgenommen werden können – zum Beispiel Kalzium. Blasen- und Nierensteine können die unangenehmen Folgen regelmäßigen Oxalsäurekonsums sein.

Schälen Sie Rhabarber kochen Sie ihn gut durch, um die Oxalsäure zu reduzieren. Wer unter Gicht, Rheuma oder Arthritis leidet, sollte lieber ganz auf Rhabarber verzichten. Gleiches gilt für Menschen, die zu Kalziummangel neigen.

Nicht in jedem Fall ist Rohkost eine gesunde Wahl

Nicht in jedem Fall ist Rohkost eine gesunde Wahl

Zusatztipp: Rohe Pilze können zu Lebensmittelvergiftung führen

Pilze sind zwar kein Gemüse – bei einer gemüselastigen Ernährung landen sie jedoch häufig auf dem Teller. Dass der Verzehr von giftigen Pilzen wie Fliegenpilzen zu einer Pilzvergiftung führen kann, ist allgemein bekannt. Perlpilz, Rotkappe, Hallimasch und Maronen sind hingegen Speisepilze – im rohen Zustand sind allerdings auch sie giftig und nicht zum Verzehr geeignet!

Bei einer sogenannten unechten Pilzvergiftung sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall die Folgen. Achten Sie deshalb bei der Zubereitung darauf, Pilze vor dem Verzehr auf mindestens 70 Grad Celsius zu erhitzen.

Außnahmen bestätigen jedoch die Regel: Shiitake und Austernpilze können Sie roh essen – ein Genuss sind diese Pilzsorten in Rohform allerdings nicht. Auch Champignons können Sie ohne Reue roh verzehren. Sie schmecken zum Beispiel im Salat sehr lecker.