Endometriose: Therapie und Ursachen der schmerzhaften Frauenkrankheit

Eine Endometriose-Therapie kann zwar die Symptome der Krankheit behandeln, aber nicht die Ursachen bekämpfen. Denn diese sind bislang noch weitestgehend unbekannt. Doch was ist Endometriose überhaupt und wie gefährlich ist die schmerzhafte Erkrankung für die Betroffenen?

Was ist Endometriose?

Bei Endometriose wächst die Gebärmutterschleimhaut nicht nur im Inneren des Organs, sondern siedelt sich auch außerhalb der Gebärmutter an. Der Fachbegriff für Gebärmutterschleimhaut lautet “Endometrium”, daraus leitet sich die Bezeichnung der Erkrankung ab. Endometriose ist relativ weit verbreitet, Schätzungen zufolge erkrankt etwa jede zehnte Frau zwischen Pubertät und Wechseljahren daran. Allerdings bleibt die Krankheit oft unerkannt, da sie nur in rund der Hälfte der Fälle starke Beschwerden auslöst.

Es lassen sich im Wesentlichen drei verschiedene Formen der gutartigen Wucherungen im Bauchraum feststellen:

  • Endometriosis genitalis externa
  • Endometriosis genitalis interna
  • Endometriosis extragenitalis

Bei Endometriosis genitalis externa befindet sich die überschüssige Gebärmutterschleimhaut innerhalb des kleinen Beckens, also beispielsweise auf der Gebärmutter, den Eierstöcken, Eileitern oder dem Bauchfell. Endometriosis genitalis interna geht mit Wucherungen innerhalb der Gebärmuttermuskulatur einher. Endometriosis extragenitalis liegt dann vor, wenn sich die Gebärmutterschleimhaut auf Organe wie Blase, Darm, Lunge oder Zwerchfell ausgebreitet hat. Die verschiedenen Formen können sich außerdem überschneiden.

Ist Endometriose gefährlich?

Lebensgefährlich ist Endometriose nicht. In rund 50 Prozent der Fälle wird die Erkrankung von den Betroffenen nicht einmal bemerkt. Die anderen 50 Prozent der Patienten verspüren jedoch starke Schmerzen während der Menstruation, aber auch beim Sex oder beim Toilettengang. Darüber hinaus können die Wucherungen zu Unfruchtbarkeit führen. Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten daher unbedingt beim Gynäkologen abklären lassen, ob eventuell eine unentdeckte Endometriose dafür verantwortlich ist. Wenn ja, könnte eine Endometriose-Therapie gegebenenfalls Abhilfe schaffen. Eine Liste mit Gynäkologen in Ihrer Nähe finden Sie unter diesem Artikel.

Symptome der Frauenkrankheit

Die überschüssigen Schleimhautwucherungen nehmen ebenso wie die Gebärmutterschleimhaut an der Innenseite der Gebärmutter am Menstruationszyklus teil. Das heißt, dass sie auf die Hormone im Blut reagiert und dass die Symptome der Krankheit am deutlichsten während der Regelblutung auftreten. Außerdem zeigen sich die Beschwerden dadurch üblicherweise nur bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, also zwischen der Pubertät und den Wechseljahren. Charakteristischstes Symptom sind die starken Regelschmerzen. Betroffene leiden kurz vor Einsetzen der Regelblutung und währenddessen unter stechenden Bauchkrämpfen oder dumpfen Schmerzen im Unterbauch. Manche Betroffene sind aufgrund der heftigen Regelschmerzen sogar arbeitsunfähig. Nach der Regelblutung klingen die Beschwerden wieder ab. Es kann jedoch auch zu Menstruationsstörungen oder besonders starken und langanhaltenden Regelblutungen kommen.

Haben die Endometrioseherde zu einer Schädigung des Gewebes geführt, können die starken Schmerzen auch zyklusunabhängig auftauchen oder dauerhaft bestehen. Liegen die Schleimhautwucherungen zwischen Darm und Gebärmutter in der Bauchfellhöhle, macht sich die Erkrankung auch durch Schmerzen im Kreuz und beim Geschlechtsverkehr bemerkbar. Des Weiteren kann die überschüssige Gebärmutterschleimhaut unter Umständen zu Unfruchtbarkeit führen. Selten äußert sich Endometriose durch Blut im Urin oder im Stuhl sowie Schwierigkeiten beim Wasserlassen, wenn sich die Wucherungen in der Blase oder im Darm befinden.

Ursachen für Endometriose

Die Ursachen der Krankheit sind bislang weitestgehend unbekannt. Es existieren unterschiedliche Theorien, doch zweifelsfrei bewiesen sind diese zurzeit noch nicht. Eine Annahme geht davon aus, dass Zellen der Gebärmutterschleimhaut aus der Innenseite der Gebärmutter abgelöst und an andere Stellen im Bauchraum gebracht werden. Dort setzen sie sich dann fest und es kommt zu den Wucherungen. Grund hierfür könnte eine sogenannte retrograde Menstruation sein; dabei fließt nicht die ganze Menstruationsflüssigkeit während der Monatsblutung aus der Scheide heraus. Stattdessen fließt ein Teil “rückwärts” durch die Eileiter in die Bauchhöhle. Dabei können Gebärmutterschleimhautzellen mit in die Bauchhöhle gelangen.

Eine weitere Hypothese besagt, dass sich während der Entwicklung des weiblichen Embryos im Mutterleib bestimmte Zellen aus dem Ursprungsgewebe für die Gebärmutterschleimhautzellen bilden, die sich außerhalb der Gebärmutter ansiedeln und dort zu Schleimhautzellen werden. Überdies wird vermutet, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen, da Endometriose in einigen Familien besonders gehäuft auftritt.

Endometriose-Therapie: Welche Möglichkeiten gibt es?

Eine Endometriose-Therapie ist nur dann nötig, wenn die Betroffenen stark unter Schmerzen oder einem unerfüllten Kinderwunsch leiden, und anzunehmen ist, dass die Wucherungen zu Unfruchtbarkeit geführt haben. Dennoch empfiehlt es sich bei einer diagnostizierten Endometriose, die überschüssige Gebärmutterschleimhaut regelmäßig untersuchen zu lassen, falls es doch zu Beschwerden kommt. Denn erfolgt die Therapie relativ frühzeitig, sind die Erfolgsaussichten besser.

Für die Diagnose der Krankheit wird meist eine Bauchspiegelung durchgeführt. Gleichzeitig kann mithilfe dieser Methode eine Operation durchgeführt und die überschüssige Schleimhaut entfernt werden. Je nachdem, wo die Endometrioseherde liegen und wie viele es von ihnen gibt, kann die Operation auch durch die Scheide durchgeführt werden. Ist dies nicht möglich, weil die Erkrankung ungünstig gelegen ist oder sich zu sehr ausgebreitet hat, muss unter Umständen der Bauch aufgeschnitten werden. Sofern Betroffene die Familienplanung abgeschlossen haben und keinen weiteren Nachwuchs wünschen, können die Eileiter und Eierstöcke sowie möglicherweise sogar die Gebärmutter auch operativ entfernt werden, um die Symptome einer schweren Endometriose zu beheben. Da sich dieser Schritt jedoch nicht rückgängig machen lässt, sollte er sorgfältig überdacht werden.

Weil die Ursachen der Erkrankung nicht zweifelsfrei geklärt sind, lassen sich in der Endometriose-Therapie nur die Symptome beheben. Gegen akute Beschwerden helfen zum Teil auch Medikamente, etwa Schmerzmittel aus der Apotheke wie Ibuprofen oder Diclofenac. Weiterhin kann eine Hormonbehandlung als Therapie gegen Endometriose ausprobiert werden. Dabei wird mithilfe von Hormonpräparaten der Zyklus blockiert. Die Endometrioseherde werden infolgedessen ruhiggestellt und trocknen aus. Allerdings kann es geschehen, dass die Wucherungen erneut auftreten, wenn die Endometriose-Therapie beendet wird.