Depressionen: Wie Angehörige helfen können

Depressionen sind für Angehörige oft eine große Belastung: Einerseits wollen Familienmitglieder und Freunde gern helfen, andererseits ist die Ohnmacht angesichts psychischer Erkrankungen groß. Doch was tun, wenn ein geliebter Mensch an Depressionen leidet?

Informationen über Depressionen einholen

Wenn Angehörige oder Freunde seit mehreren Wochen in sich gekehrter, niedergeschlagener und hoffnungsloser wirken als sonst, können Depressionen dahinterstecken. Außenstehende, die gern helfen möchten, verstehen oft nicht, was mit ihrem normalerweise so lebenslustigen, fröhlichen Mitmenschen plötzlich los ist. Bevor Sie gut gemeinte Ratschläge geben, halten Sie sich jedoch lieber zurück und informieren Sie sich umfassend über die Krankheit. Depressionen sind nicht rein seelisch bedingt, sondern lassen sich auch auf ein Ungleichgewicht an Botenstoffen im Gehirn zurückführen.

Depressionskranke unterstützen, aber nicht überfordern

Angehörige von Menschen mit Depressionen können Betroffenen am besten helfen, indem sie an den richtigen Stellen unterstützend eingreifen. Depressive selbst fühlen sich etwa oft nicht in der Lage, einen Arzttermin zu vereinbaren; auch, weil sie keine Hoffnung haben, dort Hilfe, Verständnis und Akzeptanz zu bekommen. Sie glauben sich häufig selbst für ihren Zustand verantwortlich und wollen andere nicht mit ihren Problemen belasten. Daher ist es eine große Unterstützung, wenn Angehörige ihnen hier unter die Arme greifen und zum Beispiel einen Termin beim Hausarzt vereinbaren, der an einen Psychotherapeuten überweisen kann. Begleiten Sie den Depressiven am besten zum Arzttermin und zeigen Sie ihm so, dass Sie für ihn da sind.

Menschen mit Depression leiden unter Antriebslosigkeit und scheinbar unüberwindbaren Stimmungstiefs. Das ist Teil der Krankheit und nicht etwas, das sie bewusst beeinflussen können. Da sie außerdem oft von Schuldgefühlen, Versagensängsten, Selbstzweifeln und -vorwürfen gequält werden, sind Ratschläge und Aufmunterungsversuche von außen kontraproduktiv. Damit würden Sie den Betroffenen überfordern, da er ihre gute Absicht spürt, aber gleichzeitig wahrnimmt, dass Sie ihn nicht verstehen. Seien Sie da und hören Sie zu, aber haben Sie Geduld, wenn der Depressionskranke sich abweisend gibt oder gelegentlich Verhaltensweisen zeigt, die Ihnen seltsam erscheinen.

Depressionen: Wenn Angehörige selbst Hilfe brauchen

Vor allem bei schweren Depressionen brauchen Angehörige oft selbst Hilfe, wenn sie an die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit stoßen. Für Partner oder enge Familienmitglieder ist es daher sinnvoll, wenn die Therapeuten sie in die Behandlung mit einbeziehen. Auf diese Weise lernen sie zu unterscheiden, welche Verhaltensweisen Teil der Erkrankung ist, und welche tatsächlich zur Persönlichkeit des Betroffenen gehören. Außerdem sind Selbsthilfegruppen und der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker eine große Unterstützung, die Gefühle der Hilflosigkeit und Ohnmacht lindern können.