Sehtest machen: Beim Optiker oder beim Augenarzt?

Sie möchten einen Sehtest machen, sind aber noch unentschlossen, ob Sie beim Optiker oder beim Augenarzt an der richtigen Adresse sind? Wer in Ihrem Fall der richtige Ansprechpartner ist, erfahren Sie hier.

Warum Sehtest nicht gleich Sehtest ist

Ein Sehtest sollte immer aus zwei Komponenten bestehen: einer Computermessung und einer subjektiven Sehstärkenbestimmung. Im ersten Schritt wird Ihr Sehvermögen mit dem sogenannten Autorefraktometer ermittelt. Bei dieser computergestützten Methode kann es jedoch zu Messfehlern kommen. Deshalb sollte im zweiten Schritt unbedingt mithilfe einer Testbrille festgestellt werden, ob die zuvor ermittelten Werte stimmen. Andernfalls kann eine Korrektur vorgenommen werden, indem Ihr Sehvermögen mit Gläsern in unterschiedlichen Stärken getestet wird. Werden beide Methoden gewissenhaft angewendet, ist eine hohe Qualität des Sehtests gewährleistet. Dies ist in der Regel sowohl beim Optiker als auch beim Augenarzt der Fall.

Wann der Sehtest beim Optiker ausreicht

Ein Sehtest beim Optiker ist dann sinnvoll, wenn Sie nur eine geringe Sehschwäche haben, zum Beispiel eine Kurzsichtigkeit von weniger als -3 Dioptrien. Wenn Sie unter 40 sind, sonst keine Beschwerden haben und nur eine neue Sehhilfe brauchen, kann es ausreichen, den Sehtest bei einem Optiker statt beim Augenarzt durchführen zu lassen. Ein Vorteil ist, dass Sie hier nicht erst im Voraus einen Termin abmachen müssen und einfach auf eine andere Filiale ausweichen können, wenn Ihnen die Wartezeit doch zu lang werden sollte. Außerdem können Sie gleich nach dem Sehtest eine Brille auswählen oder sich Kontaktlinsen anpassen lassen und schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe.

Treten nach dem Erwerb Ihrer neuen Sehhilfe jedoch Kopfschmerzen auf oder stellen Sie fest, dass Sie damit unscharf sehen, sollten Sie sicherheitshalber eine zweite Meinung einholen – im Zweifelsfall von einem Augenarzt.

Wann Sie lieber zum Augenarzt gehen sollten

Für bestimmte Risikogruppen empfiehlt es sich hingegen, die Untersuchung beim Augenarzt durchführen zu lassen. Dies gilt für Menschen, die stark kurzsichtig sind, sowie für Brillen- oder Kontaktlinsenträger über 40 Jahre. Bei ihnen besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu Augenerkrankungen wie zum Beispiel einer Netzhautablösung kommt. Auch ein Grauer oder Grüner Star kann im Anfangsstadium bei einem Sehtest beim Optiker unbemerkt bleiben. Diabetiker sind ebenfalls besonders gefährdet – bei ihnen kann die sogenannte Diabetische Retinopathie auftreten, ein Folgesymptom der Zuckerkrankheit.

Daher sollten Sie mindestens alle zwei Jahre den Augenarzt aufsuchen – nicht nur für einen Sehtest, sondern auch, um die Gesundheit Ihrer Augen mit anderen Tests zu überprüfen, zum Beispiel mit einer Augeninnendruckmessung. Entsprechende Ärzte in Ihrer Umgebung finden Sie gleich unter diesem Text.