Röteln: Symptome der Infektionskrankheit

Die Symptome von Röteln sind sehr diffus und werden deshalb oft nicht direkt mit der Infektionskrankheit in Verbindung gebracht. Erfahren Sie hier, worauf Sie achten sollten, um die Kinderkrankheit zu erkennen, und warum eine Impfung so wichtig ist.

Was sind Röteln?

Röteln sind eine hochansteckende Virusinfektion, die zu den typischen Kinderkrankheiten gehört. Während die Erkrankung im Kindesalter meist unproblematisch verläuft, kann sie Erwachsene deutlich härter treffen. Vor allem für Schwangere sind Röteln hochgefährlich, da sie den Embryo schädigen oder zu Fehlgeburten führen können.

Nach einer überstandenen Infektion besteht eine lebenslange Immunität. Aufgrund des Risikos, das eine Rötelninfektion für Schwangere darstellt, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für alle Kinder eine Impfung gegen Röteln.

Symptome von Röteln bei Kleinkindern: Erkältung & Ausschlag

Zu Beginn einer Infektion mit Röteln treten Symptome auf, die wie die einer Erkältung wirken:

• erhöhte Temperatur
• gereizte Atemwege
• Schwellung der Lymphknoten im Ohr- und Halsbereich
• gerötete Augen bis leichte Bindehautentzündung
• leichte Kopfschmerzen
• leichte Gliederschmerzen

Einige Tage nach dem Anschwellen der Lymphknoten bildet sich der für Röteln typische Ausschlag – allerdings tritt dieses Symptom nur bei etwa 50 Prozent der Erkrankten auf. Die roten, manchmal auch bräunlichen Flecken erscheinen zuerst hinter den Ohren und breiten sich binnen weniger Stunden auf Gesicht, Hals, Arme und Beine aus, bis schließlich der ganze Körper bedeckt ist. Juckreiz verursacht der Hautausschlag nur sehr selten. Nach einem bis drei Tagen sind die Flecken wieder verschwunden.

Übrigens: Die Symptome von Röteln und Ringelröteln sind ähnlich, es handelt sich dennoch um verschiedene Krankheiten mit unterschiedlichen Erregern.

Symptome von Röteln bei Jugendlichen & Erwachsenen: Komplikationen

Während die Krankheit bei Kindern meist komplikationsfrei – oft sogar völlig unbemerkt – verläuft und nach rund einer Woche überstanden ist, kämpfen viele Erwachsene bei Röteln zusätzlich mit schwereren Symptomen:

• Bronchitis
• Mittelohrentzündung
• Gelenkschmerzen und -schwellungen
• sehr selten: Entzündungen im Herz- und Hirnbereich

40 Prozent der Erwachsenen bleiben jedoch während einer Rötelninfektion symptomfrei.

Röteln: Symptome der Infektionskrankheit

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder eine Impfung gegen Röteln.So werden Schwangere vor der Infektionskrankheit geschützt, die für das Ungeborene schlimme Konsequenzen haben kann.

Röteln in der Schwangerschaft: Besonders gefährlich

Steckt sich eine werdende Mutter während der Schwangerschaft mit dem Rötelnvirus an, kann der Erreger das ungeborene Kind befallen und führt dann in 60 Prozent der Fälle zu einer sogenannten Rötelnembryopathie, die schwere Fehlbildungen mit sich bringt. Dazu gehören Schädigungen wie:

• Wachstumsstörungen
• Entwicklungsverzögerungen
• Augenfehler
• Schäden am Nervensystem
• Hörprobleme
• Herzfehler

Besonders gefährdet ist das Ungeborene in den ersten acht Wochen der Schwangerschaft. In 15 bis 20 Prozent der Fälle kommt es zu einer Fehlgeburt, falls sich die Mutter in dieser Zeit mit Röteln infiziert. Auch noch in späteren Phasen der Schwangerschaft können Röteln eine Frühgeburt auslösen.

Röteln: Ansteckung & Impfung

Zwischen einer Infektion und den ersten Symptomen der Röteln liegen etwa 14 bis 16 Tage. Ansteckend ist der Patient vom ersten Tag an bis etwa eine Woche nach Abklingen des Rötelnausschlags. Übertragen wird das Virus via Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel beim Sprechen, Niesen und Husten.

Eine Impfung gegen Röteln erfolgt mit zwei Impfdosen, typischerweise im Kindesalter. Geimpft werden kann ab dem elften Lebensmonat. Will eine werdende Mutter sich während der Schwangerschaft gegen Röteln impfen lassen, kommt eine sogenannte Passivimmunisierung infrage, sofern noch keine Ansteckung erfolgt ist. Dabei werden der Mutter direkt Antikörper zugeführt, ihr Immunsystem muss also nicht selbst aktiv werden (deshalb “Passivimmunisierung”). Der Schutz ist zwar nur temporär, ist aber während einer Schwangerschaft enorm wichtig.