Aktivkohle für Zähne & Co.: Was bringt das schwarze Wundermittel?

Es klingt unlogisch: Pechschwarze Aktivkohle soll Zähne wieder weiß machen können – und noch mehr! Die Kosmetikindustrie hat das angebliche Wundermittel für sich entdeckt. Dabei wird Kohle bereits seit Jahrtausenden in der Medizin verwendet. Was ist dran am neuen Trendprodukt?

Wirkung der Kohle in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde ist Kohle längst angekommen, soll sie doch den Körper bei der Entgiftung unterstützen. Die Wirkung kommt dem eines Schwammes nahe: Die Kohle saugt Schadstoffe auf, bindet sie und scheidet sie wieder aus dem Körper aus. Gewonnen wird das Produkt aus natürlichen Rohstoffen wie zum Beispiel Kokosnussschalen oder Holz.

Wirkung von Aktivkohle-Shampoos, -Masken, -Drinks und -Zahnpasta

Zahnpasta mit Aktivkohle, pechschwarze Drinks und Gesichtsmasken … Viele kosmetikaffine Verbraucher setzen nun ebenfalls auf schwarzes Pulver. Frei nach dem Motto: Was dem Inneren gut tut, ist sicher auch für die äußerliche Anwendung geeignet. Nehmen wir die Wirkweise der einzelnen Produkte genauer unter die Lupe:

  • Aktivkohle-Shampoos: Dank der absorbierenden Fähigkeit von Aktivkohle sollen Produktrückstände einfach ausgewaschen werden. Das gewünschte Resultat: eine glänzende Haarstruktur.
  • Aktivkohle-Peelings: Das schwarze Pulver sorgt angeblich dafür, dass Talg aus den Poren und Schmutzpartikel von der Haut abgetragen werden. In der Folge soll das Gesicht jünger und weniger glänzend aussehen.
  • Aktivkohle-Drinks: Das in den USA populäre Getränk soll die Giftstoffe im Körper merklich reduzieren, sofern es regelmäßig eingenommen wird. Doch Vorsicht: Neben Toxinen kann Aktivkohle dem Körper auch Nährstoffe entziehen und die Wirkung von Medikamenten und Verhütungsmitteln beeinflussen.
  • Aktivkohle-Zahnpasta: Die schwarze Zahnpasta soll die Zähne wieder aufhellen, kann aber auch den Zahnschmelz angreifen.

Ist Aktivkohle wirklich hilfreich?

Jein. Wissenschaftliche Belege für die Wirkung von Aktivkohle gibt es nicht. Sie ist sicherlich genauso wenig ein Allheilmittel wie Kokosöl, Leinsamen oder andere Trendprodukte der Kosmetikindustrie. Um etwaige Symptome wie unreine Haut oder sprödes Haar zu bekämpfen, sollten immer die Ursachen ermittelt werden.

Doch scheint es ebenfalls so, dass mit der Anwendung durchaus Effekte erzielt werden – können, wohlgemerkt. Immerhin schworen bereits die alten Ägypter auf das dunkle Pülverchen, indem sie damit beispielsweise Wunden desinfizierten.

Letztlich bleibt es einem jedem selbst überlassen, herauszufinden, ob das schwarze Produkt wirkt. Wer in die Rolle des Versuchskaninchens schlüpfen möchte, sollte allerdings darauf achten, dass auch wirklich Kohle drin steckt und kein synthetischer Ruß. Achten Sie auf den Vermerk “charcoal” im Inhaltsstoffverzeichnis.