Neuer Gesetzentwurf: Besserer Schutz von Pflegekindern

In Zukunft wird der Umgang von Pflegekindern mit ihren leiblichen Eltern besser geregelt. Ein neuer Gesetzesentwurf wird den Schutz der in Pflegefamilien lebenden Kinder in den Vordergrund stellen.

Die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat vergangene Woche ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht. Ziel der Gesetzesnovelle soll es sein, „vom Kind aus zu denken“. Deshalb soll ein Pflegekind auch nicht mehr dazu gezwungen werden, zu seinen leiblichen Eltern zurück zu kehren, wenn es womöglich von Gewalt bedroht wird. Bisher haben die leiblichen Eltern das Recht, ihre Kinder zurück zu verlangen, sobald sie sich wieder um sie kümmern können. Familiengerichte sollen zukünftig die dauerhafte Unterbringung eines Kindes bei einer Pflegefamilie bestimmen können. Dafür soll es dem Kind besser ermöglicht werden, Kontakt zu seinen leiblichen Eltern zu halten, so lang es bei Pflegeeltern untergebracht ist.

Alle sind gefragt: Gewalt an Kindern besser erkennen

Außerdem wird die Zusammenarbeit der Jugendämter mit den Ermittlungsbehörden geplant. So soll die Misshandlung von Kindern besser erkannt werden. Auch Lehrer und Ärzte sollen in den Präventionsprozess mit einbezogen werden. Sie können wertvolle Informationen liefern, falls ein Kind von Gewalt in der Familie betroffen ist. Zu der Gesetzesnovelle wird auch eine Verordnung gehören, nach der Kinder und Jugendliche besser Hilfe suchen können beim Jugendamt. In Zukunft sollen sich betroffene Kinder immer unabhängig von ihrer Familie an die Beratungsstelle des Jugendamts wenden können. Bis dato muss dafür erst eine Notlage des Kindes festgestellt werden.

Hilfe suchen: Beratung bei Gewalt an Kindern

Sollten Sie selbst von Gewalt betroffen sein, oder in Ihrem Umfeld Gewalt an Kindern und Jugendlichen mitbekommen haben oder vermuten, gibt es viele Möglichkeiten, Hilfe zu suchen. Auf http://www.polizei-beratung.de/ gibt es eine Suche für Beratungsstellen z.B. bei häuslicher Gewalt. Jede Stadt bzw jeder Gemeindekreis verfügt außerdem über Sozialhilfeträger (in Bayern z.B. Bezirkssozialämter). An diese Ämter können Sie sich persönlich oder telefonisch wenden.