Häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzen: So geht's

Die Frage, inwieweit man ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzen kann, beschäftigt auch die deutschen Gerichte immer wieder. Tatsächlich sind die Regelungen aber recht eindeutig. Wann Sie Ihr Arbeitszimmer von der Steuer absetzen können, erfahren Sie hier.

Arbeitszimmer absetzen: Voraussetzungen

Unter zwei Umständen können Sie in der Steuererklärung Ihr Arbeitszimmer angeben. Die erste Variante betrifft Arbeitnehmer, die keinen anderen zumutbaren Arbeitsplatz haben als den zu Hause. Das kann zum Beispiel Lehrer betreffen, die viel vorbereiten müssen, aber in der Schule kein Büro haben, oder Außendienstmitarbeiter. Diese Berufsgruppen dürfen ihr häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzen – und zwar bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 Euro im Jahr. Das ist wohlgemerkt keine Pauschale: Sie müssen die Kosten genau errechnen.

Noch leichter können Sie Ihr Arbeitszimmer absetzen, wenn Sie selbstständig tätig sind. Journalisten, Schriftsteller und andere selbstständig arbeitende Menschen, deren einziger Arbeitsmittelpunkt das Arbeitszimmer zu Hause ist, können die Kosten unbeschränkt abziehen.

Häusliches Arbeitszimmer absetzen: So gehen Sie vor

Messen Sie Ihr Arbeitszimmer sorgfältig aus. Dann teilen Sie die gemessene Quadratmeterzahl durch die der gesamten Wohnung inklusive Arbeitszimmer – diese Angabe finden Sie im Mietvertrag. Das Ergebnis multiplizieren Sie mit 100. Die entstehende Zahl zeigt an, wie viel Prozent der Raum von der Wohnung ausmacht. So können Sie errechnen, wie Sie die Kosten für Ihr Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Ist der Raum zum Beispiel 15 qm groß und die Wohnung 80 qm, erhalten Sie 0,1875 * 100 = 18,75. Entsprechend dürfen Sie 18,75 Prozent der Miete, der Nebenkosten, der Wasser- und Stromrechnung sowie gegebenenfalls der Gebäudeversicherung und der Grundsteuer absetzen.

Das häusliche Arbeitszimmer muss in der Steuererklärung an der richtigen Stelle abgesetzt werden, so etwa bei Betriebs- oder Arbeitskosten.

Wichtig ist, dass Sie Ihr häusliches Arbeitszimmer an der richtigen Stelle in der Steuererklärung geltend machen: Arbeiten Sie selbstständig und von zu Hause aus, erscheint die Summe unter den Betriebskosten. Als Arbeitnehmer oder Lehrer hingegen verbuchen Sie die Summe unter den Werbungskosten. Leben Sie zu zweit zusammen und nutzen beide das Zimmer, dürfen Sie nur die Hälfte der Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich absetzen. Wenn Sie das Arbeitszimmer renovieren, sind diese Kosten zusätzlich zu dem Höchstbetrag komplett absetzbar.

Was spricht dagegen?

Sie können die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann steuerlich absetzen, wenn es ausschließlich dem Arbeitszweck dient. Handelt es sich lediglich um eine Arbeitsecke im Wohnzimmer oder um ein ruhiges Flurende, das Sie mit einem Vorhang abgetrennt haben, greift die Regelung nicht. Es gibt ein paar Anhaltspunkte dafür, dass ein Arbeitszimmer nicht als solches abgesetzt werden kann: Eine kleine Sitzecke bereitet Ihnen noch keine Probleme, aber ein Gästebett und ein Fernseher sind Indikatoren dafür, dass das Zimmer nicht nur zur Arbeit genutzt wird.