Marienkäfer im Garten: Nützlinge oder Schädlinge?

Er gehört zu den beliebtesten Gästen in unseren Gärten: der Marienkäfer. Als Glücksbringer, Wetterbote, Himmelszeichen fliegt er durch zahlreiche Mythen und Legenden. Aber was bedeuten die gepunkteten Insekten für unsere Pflanzen? Sind sie wirklich Nützlinge, oder können sie sich auch als Schädlinge erweisen? Alles Wissenswerte über den Marienkäfer erfahren Sie hier.

Warum Marienkäfer Nützlinge im Garten sind

Besonders im Kampf gegen Blattläuse erweisen sich Marienkäfer immer wieder als Nützlinge im Garten. Allen voran der Siebenpunkt-Marienkäfer, der Vierzehnpunkt-Marienkäfer, aber auch der Zweipunkt-Marienkäfer haben sich als effektive Helfer entpuppt. Diese heimischen Arten vertilgen pro Tag um die 50 Blattläuse, die Larven benötigen bis zu ihrer Verpuppung bis zu 600 der kleinen Schädlinge. So kommen die Nachkommen eines einzigen Marienkäfers in einer Sommersaison auf über 100.000 Blattläuse. Und seit einigen Jahren bekommen sie sogar noch Verstärkung: Der Asiatische Marienkäfer verspeist bis zu fünf Mal mehr als seine einheimischen Kollegen und hat die zuvor häufigste Art, den Siebenpunkt-Käfer, mancherorts sogar bereits überflügelt.

Wann können Marienkäfer als Schädlinge auftreten?

Während heimische Vertreter allerdings hauptsächlich Blattläuse im Visier haben, wendet sich der importierte Asiatische Marienkäfer auch den Eiern und Larven anderer Arten zu, wenn das Nahrungsangebot knapper wird. Andere Nützlinge können dementsprechend ebenfalls auf ihrem Speiseplan landen. Außerdem weicht der Asiatische Marienkäfer bei weniger Blattläusen zum Teil auf Beerenobst aus und kann auf diese Weise Kulturen schädigen. Zudem reagieren manche Menschen allergisch auf seine Sekrete.

Nicht direkt schädlich, aber lästig wird der Marienkäfer, wenn er sich im Herbst zu großen Gruppen zusammenrottet, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Dann können sich die vermeintlichen Nützlinge als regelrechte Plage erweisen.

Doch zu große Populationen erreicht der Marienkäfer meistens nicht, denn im Garten hat er einen mächtigen, natürlichen Feind: Ameisen. Die ernähren sich zum Teil von den Ausscheidungen der Blattläuse und versuchen die Marienkäfer von ihren Schützlingen fernzuhalten.

Wie kann man Marienkäfer im Garten ansiedeln?

Sie wollen die Nützlinge auch in Ihrem Garten haben? Marienkäfer lieben Verstecke wie zum Beispiel Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Allerdings sollten die Schlupfwinkel trocken sein. Eine vielfältige Flora kann die Ansiedlung von Marienkäfern ebenfalls beschleunigen. Oder Sie siedeln selbst Marienkäfer im Garten aus – Larven sind im Fachhandel erhältlich.