Alte Kaminöfen müssen 2017 raus!

Am 31.12.2017 müssen Öfen von 1975-1984 nachgerüstet oder ersetzt sein – Frühjahr und Sommer sind zum Umbau ideal.

Ende Dezember ist es so weit: Die Bundesimmissionsschutzverordnung geht in ihre nächste Phase, und Kaminöfen der Baujahre 1975-1984 müssen bis zum Stichtag am 31.12.2017 entweder ausgetauscht oder nachgerüstet sein. Doch woher weiß ich, ob mein Kaminofen betroffen ist, und welche Maßnahmen muss ich ergreifen? Wir haben Schornsteinfegermeister und Ofenbauer Guido Adrians, Bianca Schulz vom Kamin- und Energiestudio Der Ofenfuchs und Ramsy Saadi, Inhaber des Ofenbau-Unternehmens Ramfire, gefragt, was zu beachten ist, wann sich ein Austausch und wann sich das Nachrüsten lohnt.

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Frühjahr und Sommer als ideale Zeit zum Nachrüsten oder Austauschen des Kaminofen – warum?

Für den Umbau oder das Nachrüsten empfiehlt Bianca Schulz vom Kamin- und Energiestudio Der Ofenfuchs den Frühling oder Sommer, weil Öfen in dieser Zeit meist nicht benutzt werden. Mit Blick auf die Übergangsfristen hält auch Ramsy Saadi vom Ofenbau-Unternehmen Ramfire einen frühzeitigen Austausch für sinnvoll: „Ganz einfach gesagt – je eher desto besser für den Kunden. Ein neuer Heizeinsatz oder Kaminofen bringt ein Vielfaches mehr an Leistung, Effizienz, Wirkungsgrad und nebenbei hat es den bequemen Effekt, dass die Heizkosten für Scheitholz reduziert werden. Von daher lohnt es sich jederzeit, ein altes Gerät mit geringem Wirkungsgrad und hohen Feinstaubwerten gegen ein neues auszutauschen.“ 

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Was regelt die Bundesimmissionsschutzverordnung?

Im Jahr 2010 ist die erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) beschlossen worden. Festgelegte Emissions-Grenzwerte sollen die Schadstoffbelastung durch Feuerungsanlagen reduzieren. In einem ersten Schritt wurden am 22.3.2010 die maximalen Emissionswerte für die  Inbetriebnahme neuer Geräte festgelegt. Am 1.1.2015 trat eine zweite Stufe mit noch schärferen Richtlinien für Neugeräte in Kraft.Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen gilt für die Errichtung, Beschaffenheit und den Betrieb von Feuerungsanlagen. Zu diesen gehören auch Heizeinsätze oder Kaminöfen mit einer Leistung von mindestens 4 Kilowatt, wie sie häufig in Privathaushalten installiert sind.Für alle Bestandsgeräte, die vor dem 22.3.2010 in Betrieb genommen wurden, liegt der einzuhaltende Grenzwert für den Ausstoß von Kohlenmonoxid bei 4 Gramm pro Kubikmeter und der Grenzwert für Staub bei 0,15 Gramm pro Kubikmeter.

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Emissionswerte des Ofens überprüfen

Die Emissionswerte sind in der Regel auf dem Typenschild des Geräts nachgewiesen. Gibt es keine Angaben durch Typprüfungen, wie ein Typenschild, eine Konformitätserklärung oder ein Inbetriebnahmeprotokoll, muss gemessen werden: „Emissionswerte können Sie durch ein qualifiziertes Fachunternehmen oder den jeweiligen Bezirksschornsteinfegermeister ermitteln lassen. Im Normalfall kommt Ihr Bezirksschornsteinfegermeister auf Sie zu und informiert Sie. Er ist in Besitz aller Unterlagen, Installationsdaten und früheren Prüfwerte, die Ihre Feuerstätten betreffen“, sagt Bianca Schulz.

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Die Übergangsfristen für alte Öfen

Stammt Ihr Ofen aus der Zeit zwischen 1975-1984 und erfüllt nicht die Richtwerte, muss er bis Ende diesen Jahres  nachgerüstet, ersetzt oder stillgelegt werden. Möglich ist bei einer Nachrüstung zum Beispiel der Austausch des Kamineinsatzes oder der Einbau eines Feinstaubfilters.

Die Übergangsfristen

31.12.1974 oder älter: Außerbetriebnahme oder Nachrüstung bis zum 31.12.2014

1.1.1975 - 31.12.1984: Außerbetriebnahme oder Nachrüstung bis zum 31.12.2017

1.1.1985 - 31.12.1994: Außerbetriebnahme oder Nachrüstung bis zum 31.12.2020

1.1.1995 - 21.3.2010: Außerbetriebnahme oder Nachrüstung bis zum 31.12.2024

Von Rikki Snyder

 

Nachrüsten des Kaminofens

Nicht immer muss man gleich ein neues Gerät anschaffen. Umrüsten lohnt sich laut Bianca Schulz  etwa, „wenn sich Ihr Kaminofen oder -einsatz noch in einem sehr guten Zustand befindet und wenig in Betrieb war, beziehungsweise wenn dieser noch einige weitere Jahre betrieben werden könnte“.Ofenmeisterbetriebe oder Schornsteinbauer können Kaminöfen oft innerhalb weniger Stunden mit einem neuen Filter oder Abgasrohr  nachrüsten. „Dort werden dann die Partikel herausgefiltert, die sich über den gesetzlich festgelegten Grenzwerten befinden“, so Schulz. „Die Kosten für das Nachrüsten belaufen sich, je nach Modell, auf geschätzte 800-1200 Euro.“ Auch Schornsteinfegermeister und Ofenbauer Guido Adrians beziffert die Kosten für eine Nachrüstung der Filter auf „circa 800 Euro zuzüglich Montage“. Ramsy Saadi gibt zu bedenken: „Diese Filter sind nach meinen Begriffen noch nicht so ausgereift und in der Anschaffung relativ teuer. Des Weiteren müssen diese Filter turnusmäßig gewartet werden.“

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