Erneuerbare Energien: Energiespeicher machen sie alltagstauglich

Alle wollen die Energiewende – doch die Zukunft der erneuerbaren Energien hängt auch von den Energiespeicher-Möglichkeiten ab. Wie flexibel lassen sich die erneuerbaren Energien im Alltag einsetzen? In der Vergangenheit sorgte gerade der Umstand, dass sich die erneuerbaren Energien nicht so verlässlich nutzen ließen wie die herkömmlichen Energiequellen, für eine gewisse Zurückhaltung bei Industrie und Verbrauchern. Moderne Speichertechnologie soll hier Abhilfe schaffen.

Erneuerbare Energien: Unzuverlässige Stromquellen?

Eines der Hauptargumente der Kritiker der Energiewende war in den letzten Jahren stets die fehlende Zuverlässigkeit der erneuerbaren Energien. Das Problem liegt hierbei ganz klar bei den Energiefluktuationen der Windenergie und der Photovoltaik. Spitzenzeiten bei der Energiegewinnung stehen Phasen gegenüber, in denen die Energieausbeute aus Wind und Wasser nur gering ist. Die Herausforderung besteht darin, Energiebedarf und Energieproduktion miteinander in Einklang zu bringen, so wie es bei den konservativen Energien der Fall ist. Neben dem sogenannten “intelligenten Stromnetz” sind effektive Energiespeicher der Schlüssel dazu, die erneuerbaren Energien alltagstauglicher und damit zukunftsfähiger zu machen. Die zu Spitzenzeiten erzeugte Energie konnte bisher oft nicht im vollen Umfang verwendet und musste sogar im ungünstigsten Fall abgeregelt werden, um die Stromnetze nicht zu überlasten. Wenn aber die Energie gespeichert werden kann, um später zur Verfügung zu stehen, dann fällt eine entscheidende Hürde bezüglich der Verwendung erneuerbarer Energien im Alltag.

Zukunftsmodell Energiespeicher

Auch die Bundesregierung hat die Notwendigkeit zuverlässiger Energiespeicher längst erkannt und stellte allein bis zum Jahr 2014 bis zu 200 Millionen Euro Forschungsgelder zur Verfügung, um die Entwicklung neuer Speichertechnologien zu fördern. Das langfristige Ziel dieses Energieforschungsprogramms, das im Zuge der “Förderinitiative Energiespeicher” von mehreren Ministerien (dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) unterhalten wird, ist es, eine möglichst große Bandbreite an alltagstauglichen Speichertechnologien zu schaffen.

Auch seitens der Wirtschaft besteht ein großes Interesse an der Schaffung zuverlässiger Energiespeicher. So beginnt etwa im Herbst 2014 der Bau eines Großspeichers, eines sogenannten modularen Batteriespeichers (kurz M5BAT). An diesem Projekt, das auch von der Bundesregierung gefördert wird, sind unter anderem der Energieversorger Eon, der Wechselrichter-Hersteller SMA und verschiedene Batteriehersteller beteiligt. Auch sogenannte Energie-Clouds wurden bereits angedacht. Bei diesen sollen mehrere dezentrale Energiespeicher zu einem virtuellen Speicher zusammengefasst werden, auf den dann später unterschiedliche Abnehmer zugreifen können. Von diesem Modell versprechen sich die Initiatoren eine effektivere Speicherauslastung.

Sind Energiespeicher auch für Eigenheimbesitzer interessant?

Die Möglichkeit, die durch eine Photovoltaikanlage gewonnene Energie zu speichern und erst dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird, macht Energiespeicher auch für den privaten Nutzer attraktiv. Viele große Hersteller etwa von Heizanlagen arbeiten an verschiedenen Systemen, die den Hausbesitzern erlauben, ihre erneuerbare Energie als Strom-, aber auch als Wärmelieferant zu nutzen. Dabei werden die Systeme immer ausgeklügelter und können ganz auf den individuellen Bedarf zugeschnitten werden. So können sich Energiespeicher auch für Privatnutzer bereits nach relativ kurzer Zeit rechnen – selbst dann, wenn wie von manchen Stellen befürchtet die staatlichen Förderungen für Energiespeicher und Photovoltaikanlagen weiter reduziert werden sollten.

Dabei profitiert nicht nur der private Nutzer von dem Einbau eines Energiespeichers. Auch die Stromnetze können auf dieses Weise effektiv entlastet werden. Ein Effekt, der dabei hilft, die Notwendigkeit für kostenintensiven Netzausbau zu minimieren.

Welche Kosten kommen auf den Hausbesitzer zu?

Noch ist ein Solarstromspeicher nicht ganz billig. So kann der Netto-Anschaffungspreis bei hochwertigen Geräten durchaus deutlich über 20.000 Euro liegen, wobei allerdings die Einstiegspreise bei etwa 6.000 Euro beginnen. Lithium-Speicher sind dabei teurer in der Anschaffung als Blei-Speicher. Seit dem Mai 2013 existiert die Möglichkeit einer Förderung, mit der Hausbesitzer sich bei der Anschaffung eines Solarstromspeichers bezuschussen lassen können. Hausbesitzer sollten sich in jedem Fall vor der Anschaffung eines Solarstromspeichers von einem Fachbetrieb beraten lassen.

Wichtige Punkte, die bei einer Beratung geklärt werden sollten

  • Preise pro gespeicherter Kilowattstunde
  • Ist bereits eine Photovoltaik-Anlage vorhanden?
  • Erforderliche Größe des Speichers (auch in Bezug auf die Photovoltaik-Anlage und den zu erwartenden Stromverbrauch)
  • Kosten für Montage und Einrichtung der Anlage
  • Kosten für die spätere Wartung
  • Erstellen eines Speicherpasses
  • Übernimmt der Fachbetrieb später die Anmeldung beim örtlichen Netzbetreiber?

Auch über die möglichen staatlichen Förderungen sollte der Fachbetrieb den Hausbesitzer informieren können. Wichtig dabei ist, dass die Förderung vor der Auftragsvergabe beantragt wird, um sichergehen zu können, dass auch alle Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt werden.