Energieausweis erstellen: Tipps zu Ausstellern, Kosten und Co.

Wenn Sie einen Energieausweis erstellen lassen möchten, sind Sie vermutlich Vermieter oder möchten Ihre Immobilie verkaufen. Hier erfahren Sie unter anderem, was ein Energieausweis überhaupt ist und wo Sie ihn herbekommen.

Was ist ein Energieausweis?

Mit der Energiesparverordnung (EnEV) wurde 2008 der Energieausweis eingeführt – ein Dokument, das Gebäude energetisch bewertet und so für mehr Transparenz sorgen soll, etwa, wenn eine Immobilie verkauft oder vermietet wird. Potenzielle Käufer oder Mieter sehen dank des Ausweises beispielsweise sofort, welche Energiekosten auf sie zukommen.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten des Dokuments: den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Ersterer zieht die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre als Grundlage heran. Hier findet sich eine Farbskala von Rot bis Grün, welche die Energieeffizienz des Hauses anhand des Verbrauchs offenlegt – je grüner, desto besser. Der Bedarfsausweis ist noch aussagekräftiger und wird von Experten mittels der Analyse von Bauplänen und energetisch relevanten Bestandteilen des Hauses erstellt (also beispielsweise Dämmung, Fenster und Türen). Er gibt neben dem Energiebedarf auch Aufschluss über Vergleichswerte sowie mögliche Sanierungsmaßnahmen und wurde mittlerweile um sogenannte Effizienzklassen erweitert. Ähnlich wie bei Haushaltsgeräten, erfolgt zusätzlich zur Rot-Grün-Skala eine Einordnung in die Effizienzklassen von A+ (niedriger Energiebedarf) bis H (hoher Energiebedarf).

Für wen ist ein Energieausweis Pflicht?

Eigentümer sind seit 2013 dazu verpflichtet, den zehn Jahre gültigen Energieausweis aktiv vorzuzeigen, wenn sie verkaufen oder vermieten wollen. Bereits in der entsprechenden Anzeige muss der durchschnittliche Energiebedarf des Gebäudes laut Energiesparverordnung angegeben werden. Käufer oder Mieter müssen außerdem nach Vertragsabschluss eine Kopie des Ausweises bekommen. Wird die Verordnung von Eigentümern nicht eingehalten, droht ein hohes Bußgeld.

Die Pflichten für Eigentümer in der Übersicht:

• Bei Neubauten ist der Energiebedarfsausweis grundsätzlich verpflichtend.
• Bei Bestandsgebäuden muss der Energiebedarfsausweis oder der Energieverbrauchsausweis nur bei Verkauf oder Vermietung vorhanden beziehungsweise einsehbar sein.
• Nach Verkauf oder Vermietung muss eine Kopie des Ausweises an den Käufer oder Mieter ausgehändigt werden.
• Hat ein Gebäude weniger als fünf Wohnungen und entspricht nicht mindestens den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977, darf ausschließlich ein Energiebedarfsausweis ausgestellt werden.
• Für denkmalgeschützte Häuser müssen Sie keinen Energieausweis erstellen lassen.
• Über weitere Sonderregeln informiert die EnEV.

Wo kann man einen Energieausweis erstellen lassen?

Wenn Sie einen Energieausweis erstellen lassen möchten, müssen Sie sich gemäß EnEV an eine Fachkraft wenden, die eine besondere Aus- und/oder Weiterbildung sowie Berufspraxis vorweisen kann (wie etwa Architekten, Ingenieure oder Handwerker). Eine vollständige Liste aller zugelassenen Aussteller existiert laut Verbraucherzentrale allerdings nicht, was die Suche nicht immer ganz einfach macht. Es gibt darüber hinaus kein amtliches Zulassungszertifikat, sodass sich unter die Aussteller auch immer wieder schwarze Schafe mischen.

Die Verbraucherzentrale rät daher, einen Aussteller über die Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme zu suchen. Sicherheit bietet außerdem ein Energieausweis mit dena-Gütesiegel. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bietet ebenfalls eine Ausstellersuche an.

Was kostet ein Energieausweis?

Die Kosten für einen Energieausweis hängen im Wesentlichen von der Größe des Gebäudes ab. Grundsätzlich ist ein Verbrauchsausweis günstiger als ein Bedarfsausweis, enthält dafür aber auch weniger Informationen. Energieverbrauchsausweise bekommen Sie häufig schon für unter 100 Euro, während die Kosten für einen Energiebedarfsausweis je nach Hausgröße mit mehreren hundert Euro meist deutlich darüber liegen.

Vorsicht vor Billigangeboten für Energieausweise

Im Internet werden auch Billigausweise für 20 oder 30 Euro angeboten, von denen Sie sich allerdings fernhalten sollten. Die Verbraucherzentrale warnt vor Verbrauchsausweisen, die ohne Sichtung des Gebäudes ausgestellt und online oder per Post verschickt werden. Mitunter werden sogar Bedarfsausweise ausgestellt, ohne dass ein Experte das Haus vorher in Augenschein genommen hat. Die so erstellten Dokumente sind in der Regel unzureichend und mangelhaft. Insbesondere für den Bedarfsausweis ist eine intensive Begutachtung beziehungsweise Aufnahme der Gebäudedaten durch einen qualifizierten Aussteller notwendig.