Tapeten: Alle Infos zu Kauf, Werkzeug und Symbole

Was ist ein Nahtroller, was bedeuten die Tapetenzeichen – und warum ist die Anfertigungsnummer so wichtig?

Sie haben Ihre Lieblingstapete entdeckt und wollen nun aktiv werden? Tapezieren ist keine Wissenschaft, auch wenn Sie beim Anblick der vielen Symbole auf dem Beilegezettel vielleicht genau diesen Eindruck bekommen. Was die Tapetensymbole und Gütezeichen bedeuten, worauf Sie beim Tapetenkauf achten sollten und welches Werkzeug Ihnen (oder dem Tapezierer) die Arbeit erleichtert – wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Von Lynne Parker Designs - Ideen für Treppen

 

1. Kennzeichnung der Tapete – Tapetensymbole erklärt

Ist die Tapete abwaschbar oder nicht? Wie verarbeite ich sie fachgerecht und was muss ich sonst noch wissen? Die speziellen Eigenschaften Ihrer Tapete finden sie auf jeder Rolle – per Stempelaufdruck oder in Form eines beiliegenden Merkblattes. Die Symbole darauf geben Ihnen Auskunft über Waschbarkeit, Wasser- und Farbbeständigkeit gegen Licht, Ansatz des Musters (mit Rapport), Verarbeitung und Verfahren für das Entfernen.

 

Pflegeeigenschaften

  • Wasserbeständig bis zum Zeitpunkt der Verarbeitung. Frische Kleisterflecken können mit einem feuchten Schwamm abgetupft werden.
  • Waschbeständig. Leichte Verschmutzungen können mit einem feuchten Schwamm entfernt werden.
  • Hochwaschbeständig. Verschmutzungen (bis auf solche durch Öle und Fette) kann man mit leichter Seifenlauge und Schwamm entfernen.
  • Scheuerbeständig. Wasserlösliche Verschmutzungen entfernt man mit leichter Seifenlauge oder mildem Scheuermittel und Schwamm oder weicher Bürste.

 

Ansatz des Musters

  • Ansatzfrei. Muster brauchen beim Kleben nicht beachtet zu werden.
  • Gerader Ansatz. Gleiche Muster in gleicher Höhe nebeneinanderkleben. Rapport in Zentimetern einfügen, zum Beispiel 50.
  • Versetzter Ansatz. Das Muster auf der nächsten Bahn jeweils um eine halbe Musterhöhe verschieben. Rapport und Versatz in Zentimetern einfügen, zum Beispiel 50/25.
  • Gestürztes Kleben. Jede zweite Bahn auf den Kopf stellen.
  • Doppelnahtschnitt. Bei ansatzfreien, schweren Wandbelägen. Jede neue Bahn überlappt die vorherige um circa 5-8 Zentimeter. Im Bereich der Überlappung werden beide Bahnen mit dem Gleitfußmesser geschnitten.

 

Verarbeitung

  • Tapete einkleistern. Der Klebstoff ist auf die Wandbekleidung aufzutragen.
  • Wand einkleistern. Nicht die Tapetenrückseite, sondern der Untergrund wird mit Kleister oder Kleber eingestrichen.
  • Vorgekleistert. Die Tapetenrückseite ist mit Kleister vorbeschichtet, der durch Wässern aktiviert wird.

 

Verfahren für das Entfernen

  • Restlos trocken abziehbar. Die Tapete lässt sich beim Renovieren ohne Rückstand trocken von der Wand abziehen.
  • Spaltbar trocken abziehbar. Die Oberschicht der Tapete ist trocken abziehbar. Die untere Schicht verbleibt als Makulatur auf der Wand.
  • Nass zu entfernen. Tapete mit Wasser gründlich einweichen und mit dem Spachtel entfernen.

 

Verschiedenes

  • Dupliert. Hochwertige Prägetapete aus zwei aufeinanderkaschierten Papierschichten. Die Prägung bleibt beim Tapezieren stabil.
  • Stoßfest. Bezeichnung für besonders widerstandsfähige Spezialbeläge mit hart-elastischer Oberfläche.

 

RAL-Gütezeichen

Wenn Sie sich für die Tapete eines deutschen Herstellers entscheiden, halten Sie nach dem RAL-Gütezeichen Ausschau. Es gibt Ihnen Sicherheit, dass Ihre Tapete keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe wie Cadmium, Blei oder schwermetallhaltige Pigmente enthält. Dass die Anforderungen an Produktion und Produkt eingehalten werden, überprüft das unabhängige Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig Wilhelm-Kauditz-Institut (WKI) in regelmäßigen Abständen.

Von Нина Фролова

 

Anfertigungsnummer

Nicht immer ist Rot gleich Rot – auch nicht bei allen Rollen der gleichen Tapete eines Herstellers. Damit die Tapete in Ihrem Zimmer auch wirklich aus einem Guss ist, achten Sie beim Kauf unbedingt auf eine übereinstimmende Anfertigungsnummer der Rollen. Nur, wenn die Rollen aus der gleichen Charge stammen, können Sie wirklich ausschließen, dass es Abweichungen im Farbton gibt. Die Nummer finden Sie auf dem Beilegezettel jeder Rolle.

Von HyggeLiG Berlin

 

2. Wie viel Tapete benötige ich?

Eine sogenannte Eurorolle misst 0,53x10,05 Meter. Sie reicht also für fünf Quadratmeter Wandfläche – rein rechnerisch. Weitere Einflussfaktoren zur genauen Berechnung sind die Raumhöhe und der Musterrapport. Am besten halten Sie sich genau an unsere hier zu findende Beispielrechnung, damit es hinterher keine bösen Überraschungen gibt.

Tipp: Im Zweifelsfall kaufen Sie lieber eine Rolle mehr, denn Sie werden im Nachhinein nur schwer Rollen mit identischer Anfertigungsnummer nachkaufen können.

 

3. Der richtige Kleister

Haben Sie sich für eine Strukturtapete entschieden oder einfache Raufaser? Um welches Trägermaterial handelt es sich und wie ist der Untergrund beschaffen, auf den Sie die Tapete aufbringen wollen? Verschiedene Tapetenarten erfordern die Verwendung unterschiedlicher Kleister. Aus diesem Grund lesen Sie unbedingt den Beilegezettel der Tapeten genauso aufmerksam wie die Packungsangaben auf dem Kleister, damit Sie die richtige Wahl treffen.

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4. Professionelles Werkzeug fürs Tapezieren

Rolle, Messer, Senklot und der richtige Kleister – das ist der Anfang. Zu guter Letzt stellen wir Ihnen ein paar wichtige Helfer vor, die beim professionellen Anbringen von Tapeten wichtig werden.

  • Andrückspachtel. Ersetzt die Schneidekante, wo sie fehlt. Aber bitte nur bei strapazierfähigen Oberflächen wie Glasfaser oder Vliestapete.
  • Andrückwalze. Zum Andrücken. Eignet sich gut für alle Arten von Tapete.
  • Dreieck-Beschneidekante. Damit beschneiden Sie die untere Kante der Tapete an der Wand und verhindern gleichzeitig, dass der Sockel mit Kleister verschmiert wird.
  • Cutter und Tapezierschere. Der Cutter hat sich vor allem beim Ausschnitt von Steckdosen, Fensterbrettern und dergleichen bewährt. Aber auch für lange gerade Schnittkanten mit Andrücklineal ist er eine große Erleichterung.

Von HyggeLiG Berlin

  • Deckenbürste, Kleisterbürste oder Farbroller. Tapeten lassen sich mit der Bürste gut einkleistern, für die Wand eignet sich eine handelsübliche Farbrolle deutlich besser.
  • Gleitfußmesser. Bei einem Doppelnahtschnitt brauchen Sie den – ansonsten können Sie auf dieses Werkzeug getrost verzichten.
  • Nahtroller. Eignet sich auch für empfindliche Tapetenoberflächen und ist für eine quasi unsichtbare Naht zwischen den Bahnen einfach unverzichtbar.
  • Senklot. Mit dem Senklot wird das Anzeichnen der ersten senkrechten Tapetenbahn zum Kinderspiel.
  • Tapezierbürste/ Tapezierwischer. Bei robusten Tapetenarten kommt sie zum Einsatz um die Bahn glatt auf der Wand glatt zu streichen. Für empfindlichere Oberflächen ist sie weniger geeignet.

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Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht auf Houzz.