Ratten im Haus: Schädlinge bekämpfen und Rattenbefall vorbeugen

Ratten finden Städten und Wohngebieten optimale Lebensbedingungen vor. Insbesondere Kellerräume und Wohnungen sind für die Schädlinge äußerst attraktiv, weil sie dort Nahrung finden. Die intelligenten Tiere sind nur schwer zu bekämpfen und vermehren sich rasant. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Heim vor den ungebetenen Gästen schützen können und was zu tun ist, wenn die Ratten bereits im Haus sind.

Ratten: Hochintelligent und vermehrungsfreudig

In Deutschland sorgen zwei Rattenarten für Schäden an Gebäuden und Vorräten. Die Hausratte (Rattus rattus) galt über viele Jahre als ausgestorben, in den letzten Jahren tritt aber wieder ein vermehrter Befall auf. Die auch als Schiffs- oder Dachratte bekannte Art lebt bevorzugt in Gebäuden und ernährt sich von pflanzlicher Nahrung. Wesentlich häufiger vertreten ist dagegen die Wanderratte (Rattus norwegicus), die – anders als der Name vermuten lässt –, sehr standorttreu ist. In Rudeln von bis 200 Tieren lebt dieses recht große Tier nicht nur in der Kanalisation, auch Keller, Zwischenwände oder Erdnester unter schützenden Pflanzen sind beliebt. Wanderratten haben ähnliche Ernährungsvorlieben wie die Menschen. Als Allesfresser finden sie in den typischen Hausabfällen einen reich gedeckten Tisch.

Eine einzige Ratte bringt bis zu sechs Würfe mit jeweils bis zu zehn Nachkommen zur Welt. Die jungen Ratten sind bereits nach zwei bis drei Monaten ebenfalls geschlechtsreif und sorgen für weitere Nachkommen. Unter idealen Lebensbedingungen kann so aus einem Rattenpaar innerhalb eines Jahres eine Population von 1.000 Tieren entstehen. Die intelligenten Tiere weichen Rattenfallen in der Regel erfolgreich aus. Auch schnell wirkende Gifte erkennen sie meist nach kurzer Zeit, dann nehmen sie die Köder nicht mehr an.

Rattenbefall erkennen: Haben Sie Ratten im Haus?

Ratten verraten sich in der Regel durch ihren Kot sowie durch die Schäden, die sie verursachen. Spindelförmige Ausscheidungen und ein stechender Geruch nach Ammoniak zeigen deutlich einen Befall durch Ratten an. Auch Nagespuren an Wänden, Behältern und Tüten verraten die unerwünschten Mitbewohner. Mitunter können auch Pfotenabdrücke und Verschmutzungen an Wänden oder auf dem Fußboden ein Anzeichen sein.

Ratten im Haus ohne Gift vertreiben

Die meisten Schädlingsbekämpfer setzen zur Rattenbekämpfung Gift ein. Rattengift wirkt allerdings mitunter langsam und lässt die Tiere innerlich verbluten, was unnötige Qualen verursacht. Die Wirkstoffe im Rattengift sind außerdem für Menschen und andere Haustiere gefährlich. Wenden Sie sich deshalb an einen Fachmann für die Rattenbekämpfung, der im besten Fall alternative Methoden verwendet, die auch im Sinne des Tierschutzes sind. Alternativen zum Rattengift sind unter anderem der Einsatz von für Ratten unangenehmen Duftstoffen wie etwa Pfefferminze, Kamille, Zitrusdüfte oder Essig, der Einsatz von natürlichen Feinden oder unangenehmen Geräuschen und vor allem Lebendfallen. Besprechen Sie die Möglichkeiten zur Rattenbekämpfung am besten mit den unter diesem Artikel aufgeführten Fachbetrieben.

Vorbeugen ist einfacher als die Rattenbekämpfung

Als Hausbesitzer können Sie viel dafür tun, um Ratten im Haus zu vermeiden. Durch das Nagen beschädigen Ratten die Bausubstanz, außerdem übertragen sie gefährliche Krankheiten wie die Weilsche Krankheit, das Hantavirus oder Salmonellen. Ratten sind exzellente Kletterer, Schwimmer und Taucher. Bereits Ritzen mit einer Breite von zwei Zentimetern bieten ihnen einen Zugang zum Haus. Daher sollten Hausbesitzer alle Öffnungen kontrollieren und notfalls abdichten. Spalten unter Türen und an Kellerfenstern sind ebenso kritische Punkte wie schadhafte Abflussrohre.

Damit Ratten nicht durch die Toilette in die Wohnung eindringen, sollten keine Essensreste in die Kanalisation entsorgt werden. Zusätzlichen Schutz bieten Rückstauklappen, die nicht nur Ratten den Zugang verwehren. Auch Wasser aus der Kanalisation dringt bei einem Rückstau beispielsweise nach Starkregen nicht mehr in das Haus ein. Der Fachmann berät Sie gern. Lassen Sie auch die Versorgungsschächte für Kabel und Leitungen mit feinmaschigem Draht gut abdichten. Diese Wege nutzen Ratten sehr gerne als sichere und schnelle Infrastruktur im Haus.

Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten beseitigen

Lagern Sie die Abfälle für Ratten unzugänglich und stellen Sie die gelben Abfallbeutel erst kurz vor der Abholung an den Straßenrand. Wenn Sie Tierfutter im Keller, in der Garage oder in einem Nebengebäude verwahren, füllen Sie es in sichere Behälter. Verzichten Sie außerdem auf das Füttern von Tauben oder Enten. Alte Polstermöbel oder Matratzen in Kellern oder Garagen und Altpapier bieten Ratten ideale Nistmöglichkeiten. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf die längerfristige Lagerung solcher Dinge.

Ratten im Haus: Zusammenfassende Tipps

Ratten finden in der Nähe des Menschen optimale Lebensbedingungen.
Sorgen Sie dafür, das Ratten keinen Zugang zum Haus finden und dichten Sie auch kleine Ritzen gut ab.
Verwehren Sie den Ratten den Zugang zu Nahrungsmitteln und Essensresten, entsorgen Sie keine Lebensmittel über die Kanalisation.
Da Ratten Krankheiten übertragen und große Schäden verursachen, versuchen Sie die Rattenbekämpfung nicht zu lange auf eigene Faust.
Ein Schädlingsbekämpfer kann neben dem Einsatz von Rattengift auch alternative Möglichkeiten zur Rattenbekämpfung anwenden und berät Sie ausführlich, wie Sie einen erneuten Befall verhindern.