Keller ausbauen: Schimmelbildung mit gesundem Raumklima vorbeugen

Wenn Sie Ihren Keller ausbauen möchten, haben Sie eine Menge Möglichkeiten: Sauna, Fitnessstudio, das eigene Atelier oder ein Heimkino – der Raum unterm Haus kann zur Wellness- oder Wohnfläche werden. Damit sich kein Schimmel bildet, müssen Sie dabei jedoch für ein gesundes Raumklima sorgen.

Keller ausbauen: Taupunkt beachten

Solange die Luft draußen kalt und trocken ist, etwa im Winter, können Sie den Keller lüften, wann und so oft Sie wollen. Steigen aber die Temperaturen und damit auch die Luftfeuchtigkeit, heißt es aufgepasst: Denn im Keller herrschen in der Regel niedrigere Temperaturen als darüber. Wird jetzt gelüftet, gelangt die warme und feuchte Außenluft in die Wohnung. Die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt schnell an und entsprechend auch der Taupunkt. Die Kellerwände, vor allem die Außenwände, weisen eine niedrigere Temperatur als die Raumtemperatur auf. Steigt der Taupunkt höher als die Wandtemperatur, bilden sich sogenannte Kältebrücken, an denen die Luftfeuchtigkeit kondensiert.

Wie der Taupunkt in Ihrem Keller ansteigt, können Sie anhand von entsprechenden Tabellen im Internet ersehen. Vermuten Sie bereits eine Schwachstelle in Ihren eigenen vier Wänden, sollten Sie sich den Rat eines Fachmannes einholen. Entsprechende Betriebe finden Sie unter diesem Artikel. Mittels professioneller Geräte bestimmt der Experte Taupunkt und Temperatur der Wände und berät Sie, welche weiteren Maßnahmen notwendig sind. Denn sind Schimmel und Modergeruch erst einmal da, bedeutet dies oftmals Bauschäden mit umfassenden Sanierungsmaßnahmen – und die sind teuer und zeitaufwendig.

Keller als Wohnraum ausbauen: Richtig dämmen

Wenn Sie Ihren Keller ausbauen möchten, sollten Sie daher zunächst für ausreichende Dämmung in den Kellerräumen sorgen. Je wärmer die Wände, desto geringer ist die Gefahr, dass sich Kondenswasser und schlimmstenfalls Schimmel bildet. Eine gute Innendämmung ist ebenso wichtig wie ein optimal gedämmter Fußboden. Mehr zum Thema Kellerdämmung lesen Sie im Ratgeber: "Energiesparen mit der richtigen Dämmung im Keller."

Moderne Kellerfenster sorgen für Lüftung

Wenn Sie den Keller ausbauen, müssen Sie gegebenenfalls Fenster einsetzen lassen. Achten Sie beim Einbau der Kellerfenster darauf, dass diese gut isolieren und die Heizungswärme im Winter nicht nach draußen leiten. Empfehlenswert ist es, wenn sich die Kellerfenster komplett öffnen lassen, sodass ein maximaler Luftaustausch möglich ist. Denken Sie über einen guten Insektenschutz nach – im Kellerbereich tummeln sich mehr Insekten als weiter oben im Haus.

Luftzirkulation beugt Schimmel vor

Zudem sollten Schränke oder Regale nicht zu nah an der Wand stehen. Halten Sie sieben bis 12 Zentimeter Abstand zwischen Möbelstück und Wand, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und Schimmelbildung vorzubeugen. Achten Sie stets auf eine gute Luftzirkulation im Raum und lüften Sie insbesondere bei trockener Witterung gut durch. Die Luftfeuchtigkeit können Sie mit einem Hygrometer selbst kontrollieren. Entsprechende Geräte finden Sie im Fachhandel. Bei über 65 Prozent Luftfeuchtigkeit wird es kritisch und es kann sich Schimmel bilden.

Luftentfeuchter können Raumklima verbessern

Im Fachhandel sind Luftentfeuchter in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Grundsätzlich wird in elektronische und chemische Systeme unterschieden. Erkundigen Sie sich, welches System für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist. Entscheidend sind Raumgröße und -nutzung. Bei elektronischen Geräten lässt sich oft die angestrebte Luftfeuchtigkeit direkt einstellen. So springt der Entfeuchter nur an, wenn er auch tatsächlich benötigt wird, und schaltet sich nach getaner Arbeit selbst ab.

Viele elektronische Geräte verfügen über einen Wassertank, der das aus der Luft gefilterte Wasser auffängt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Gerät sich automatisch abschaltet, wenn der Behälter voll ist. Manche Geräte bieten zusätzlich die Möglichkeit der kontinuierlichen Luftentfeuchtung ohne Wassertank. Das ist praktisch für Kellerräume, die längere Zeit unbewohnt sind, zum Beispiel im Ferienhaus. Bitte lassen Sie sich auch zum Stromverbrauch beraten. Hier gibt es enorme Unterschiede.

Zusammenfassendes zum Thema Raumklima im Keller:

  • Der Taupunkt und die Wandtemperatur entscheiden über feuchte Wände.
  • Ein Fachmann kann mit entsprechenden Messgeräten die Schwachstellen in Ihrem Keller finden.
  • Richtiges Lüften ist entscheidend für ein gesundes Raumklima.
  • Rücken Sie Schränke und Regale etwas von der Wand ab.
  • Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer.
  • Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, ob ein elektronischer oder chemischer Luftentfeuchter für Sie geeignet ist.
  • Bei elektronischen Geräten achten Sie auf die Punkte Voreinstellbarkeit der Luftfeuchtigkeit, automatische Abschaltung bei vollem Tank und Energieverbrauch.