Holzwurm bekämpfen: So werden Sie den Schädling los

Dass Holzwürmer bei Ihnen Einzug gehalten haben, erkennen Sie an frischen, kleinen Bohrlöchern und dem hellen Fraßmehl, das die Schädlinge hinterlassen. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, den Holzwurm zu bekämpfen – sonst müssen Sie das betroffene Möbelstück bald ausrangieren.

Was sind Holzwürmer?

Holzwürmer sind die Larven des Gemeinen Nagekäfers. Das Käferweibchen legt seine Eier an oder in Holz ab, jeweils 20 bis 30 auf einmal, und drei Wochen später schlüpfen daraus die Larven. Sie bohren sich ins Holz, in das sie Tunnel hineinfressen. Sind die äußeren Umstände günstig, kann sich die Larve schon ein Jahr später verpuppen. Allerdings kann sie sich auch bis zu acht Jahre lang durch das Holz fressen.

Sie und ihre Geschwister ziehen dabei so viele kleine Kanäle durch Möbelstücke oder Balken, dass das Holz schließlich zu zerbröseln beginnt. Wenn Sie genau hinhören, stellen Sie fest, dass der Holzwurm Geräusche macht. Ist es tagsüber laut, hören Sie zwar meist nichts – viele Menschen werden aber nachts durch die leisen Fressgeräusche auf den Befall aufmerksam.

Holzwürmer mögen Holz, das tot, kühl und feucht ist. Sie befallen also keine lebenden Bäume. Und auch in Möbeln, die in beheizten Räumen stehen, sind sie nur selten zu finden. Denn die meisten Gebrauchsgegenstände aus Holz weisen eine Feuchtigkeit von nur acht bis zehn Prozent auf, das ist für die Tiere zu trocken. Stellen Sie dennoch fest, dass Sie einen Holzwurmbefall in Ihren beheizten Wohnräumen haben, wischen Sie das Holz entweder zu häufig nass ab oder Sie haben die Schädlinge versehentlich mit einem Möbelstück eingeschleppt.

Natürliche Mittel gegen Holzwürmer in Möbelstücken

Da die Schädlinge Feuchtigkeit lieben, ist Hitze ein gutes Mittel, um den Holzwurm zu bekämpfen. Kleinere Holzgegenstände können Sie zum Beispiel in den Backofen legen, den Sie auf 60 Grad heizen. Dann stellen Sie ihn wieder aus und lassen das Holz bei geschlossener Tür bis zum nächsten Morgen darin. Die Larven sind nun alle tot, da die Eiweißverbindungen, aus denen sie bestehen, keine Temperaturen über 55 Grad aushalten. Wer eine Sauna hat, kann hier auch größere Möbel unterbringen. Verzichten Sie aber unbedingt auf den Aufguss, wenn Sie die Temperatur hochdrehen! Schließlich ist Feuchtigkeit in diesem Fall Ihr Feind. Vorsicht: Ist das Holz sehr feucht, wenn Sie es in die Sauna stellen, kann es beim Erhitzen zu Trocknungsrissen kommen.

Große Möbelstücke können Sie im Sommer auch nach draußen in die pralle Sonne stellen und dort luftdicht mit schwarzer Folie verpacken. So heizt sich das Möbelstück meist auch auf die notwendige Temperatur auf.

Alternativ können Sie Holzwürmer bekämpfen, indem Sie sie Minustemperaturen aussetzen. Kleine Gegenstände legen Sie dafür in den Tiefkühler, große stellen Sie über Nacht nach draußen, wenn es friert. Allerdings sollten Sie dafür eine wirklich bitterkalte Nacht mit mindestens zehn Grad minus abwarten. Nur so können Sie sichergehen, dass die Plagegeister nicht überleben.

Eine weitere natürliche – wenn auch langwierige – Methode, um Holzwürmern zu Leibe zu rücken, ist das Auslegen von Eicheln: Die Larven finden den Geruch unwiderstehlich und verlassen daher Ihr Möbelstück, um sich in die Eicheln zu bohren. Finden Sie eine Eichel mit einem Loch, tauschen Sie sie gegen eine frische aus. Nach einigen Wochen sollten alle Schädlinge weg sein.

Da Holzwürmer weder Hitze noch Trockenheit mögen, können Sie kleine betroffene Gegenstände im Backofen erhitzen, um die Schädlinge loszuwerden.

Holzwurm im Parkett bekämpfen

Wenn Sie kleine Löcher in Ihrem Parkettboden entdecken, prüfen Sie erst, ob die Löcher frisch sind: Sind sie noch hell? Finden Sie regelmäßig frisches Fraßmehl? Hören Sie vielleicht sogar, wie die Schädlinge sich durchs Holz fressen? Dann können Sie es zuerst mit einem Hausmittel probieren: Sie können Holzwürmer mit Petroleum bekämpfen, indem Sie es mit einem Lappen großflächig auf den befallenen Bereich auftragen. Um die Versiegelung des Parketts müssen Sie sich dabei keine Sorgen machen. Dass die Würmer überhaupt im Boden sind, heißt, dass die Oberflächenbeschichtung sowieso nicht mehr intakt ist.

Achten Sie darauf, dass Sie bei der Prozedur genügend frische Luft bekommen und dass sich keine Feuerquelle im Zimmer befindet. Lassen Sie das Petroleum einziehen und wiederholen Sie den Vorgang noch zwei- oder dreimal. Stellen Sie in den kommenden Tagen und Wochen fest, dass keine neuen Bohrlöcher mehr auftauchen und sich auch kein Fraßmehl mehr ansammelt, können Sie den Boden neu versiegeln lassen. Werden Sie die Schädlinge auf diese Weise nicht los, rufen Sie die Kammerjäger.

Wenn der Dachstuhl von Holzwürmern befallen ist

Hat sich der Holzwurm in Ihrem Dachstuhl eingenistet, sollten Sie unbedingt auf professionelle Hilfe setzen.

Stellen Sie fest, dass Ihr Dachstuhl von Holzwürmern befallen ist, sollten Sie rasch einen Fachmann zurate ziehen. Sonst kann Ihnen im schlimmsten Falle schließlich das Dach über dem Kopf zusammenbrechen. Je nachdem, wo die befallenen Holzbalken sitzen, ist es am einfachsten und am sichersten, sie ganz auszutauschen. Manchmal ist das aber nicht möglich – dann müssen die Schädlinge abgetötet werden, ehe der Dachstuhl restauriert werden kann.

Manche Fachleute gehen dabei nach der thermischen Methode vor. Sie erhitzen die Luft an den betroffenen Stellen auf rund 60 Grad, bis die Larven abgestorben sind. Da sie die Balken selbst nicht bewegen können, muss die Umgebung auf eine entsprechend hohe Temperatur gebracht werden. Je nach baulichen Gegebenheiten ist aber auch das nicht möglich. In diesem Fall tragen die Profis Gift auf, das die Larven beseitigen soll.

Da die Beseitigung von Holzwürmern mit solchen Schädlingsbekämpfungsmitteln in den meisten Fällen auch für Menschen nicht ungefährlich ist, überlassen Sie die Arbeit unbedingt den Fachleuten. Möchten Sie dennoch selbst zur Tat schreiten, besorgen Sie sich im Fachhandel ausschließlich solche Mittel, die den Blauen Engel aufweisen. Diese sind oft gut geeignet, um Holzwürmer loszuwerden, ohne dass sie Ihre Gesundheit stark angreifen. Gehen Sie dabei streng nach Anweisung der Hersteller vor! Kommen die Schädlinge allerdings hartnäckig zurück, bleibt Ihnen schließlich doch nichts anderes übrig, als die Schädlingsbekämpfer zu rufen.