Chlamydien: Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Erkrankung

Eine Chlamydien-Infektion wird meist durch ungeschützten Verkehr übertragen. Die Chlamydien-Inkubationszeit, also die Phase zwischen Ansteckung und Ausbruch der Geschlechtskrankheit, dauert teils mehrere Wochen.

Chlamydien: Übertragung der Erreger

Streng genommen gibt es mehrere unterschiedliche Erreger, die als Chlamydien bezeichnet werden. Sie lösen verschiedene Erkrankungen aus und befallen je nach Typ folgende Körperareale:

  • Intimbereich und Harnwege
  • Dickdarm
  • Auge
  • Rachenraum und Atemwege

Meistens sind jedoch die Erreger “Chlamydia trachomatis (Serotyp D-K)” gemeint, wenn von Chlamydien die Rede ist – sie befallen die Harnwege und Geschlechtsorgane.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Chlamydien?

Die Übertragung der Bakterien erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr – sowohl vaginal als auch anal und oral. Außerdem auch über Schmierinfektionen, etwa durch gemeinsam genutztes, verunreinigtes Sexspielzeug. Darüber hinaus kann eine infizierte Mutter ihr Kind bei der Geburt anstecken.

Kondome sind das einzige Verhütungsmittel, das Schutz vor einer Ansteckung mit Chlamydien bietet.

Inkubationszeit bei Chlamydien

Nach der Ansteckung mit Chlamydien dauert es ungefähr eine bis vier Wochen, bis die Geschlechtskrankheit ausbricht – egal, um welchen Erregertyp es sich handelt.

Ob Betroffene während der Inkubationszeit schon ansteckend sind oder nicht, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Chlamydien-Infektionen zeigen nicht immer Symptome und werden oft erst spät erkannt – die Forschungslage zur Ansteckungsfähigkeit mit den Bakterien ist daher noch zu dünn.

Oft keine bemerkbaren Symptome

Bei 80 Prozent der Frauen verläuft eine Chlamydien-Infektion auch nach der Inkubationszeit symptomlos. Bei Männern bleibt die Ansteckung noch häufiger unbemerkt. Das ist aufgrund der teils schweren Folgen durchaus problematisch. Sicherheit gibt daher nur ein Labortest.

Symptome von Chlamydien bei Frauen

Mögliche Symptome der Geschlechtskrankheit bei Frauen beinhalten:

  • blutig-eitrigen Vaginalausfluss
  • Störungen im Zyklus, z. B. Schmierblutungen

Wird die Infektion verschleppt, kommen grippeähnliche Beschwerden dazu:

  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Müdigkeit und Schwäche

Symptome von Chlamydien bei Männern

Bei Männern kommt es kurz nach Ausbruch der Infektion zu einer Harnröhrenentzündung, die Sie hieran erkennen:

  • Druckgefühl oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • klarer bis eitriger Ausfluss aus der Harnröhre
  • Unterbauchschmerzen
  • Hodenschmerzen

Chlamydien können unbehandelt zu einer extrem schmerzhaften Nebenhodenentzündung führen.

Symptome von Chlamydien im Rachen- und Analbereich

Sowohl Männer als auch Frauen können sich beim Analsex mit Chlamydien anstecken. Ist der Enddarm von den Bakterien befallen, sind folgende Symptome typisch:

  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • analer Juckreiz
  • schleimiger bis blutiger Ausfluss

Eine Chlamydien-Infektion im Rachenbereich äußert sich vor allem durch:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • geschwollene Lymphknoten

Chlamydien-Test gibt Sicherheit

Sollten nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr irgendwelche Auffälligkeiten beim Wasserlassen oder bezüglich Ihrer Blutungen aufkommen, empfiehlt sich vorsichtshalber ein Arztbesuch, um die Symptome abklären zu lassen.

Der Facharzt ist der Venerologe – er ist spezialisiert auf Geschlechtskrankheiten und meist gleichzeitig auch Hautarzt. Auch der Gynäkologe oder Urologe ist ein guter Ansprechpartner.

Für Frauen bis 25 Jahre bezahlt die Krankenkasse einmal im Jahr ein Test auf Chlamydien. Sonst kostet der Labortest zwischen 30 Euro und 120 Euro – die Tests für zu Hause sind dabei nicht wirklich günstiger, dafür aber sehr viel unzuverlässiger. Schnelltests für Chlamydien zeigen häufig verfälschte Ergebnisse.