Narzissmus und Trennung: So beenden Sie die Beziehung zu einem narzisstischen Partner

Wird die Beziehung durch den Narzissmus eines Partners beeinträchtigt, kann eine Trennung der beste Ausweg sein. Es ist nie einfach, eine Partnerschaft zu beenden. Im Fall einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung bei Ihrem Partner sollten Sie jedoch einige ganz spezielle Punkte bedenken.

Narzissten verlassen: Warum ist das so schwer?

Narzissmus und Trennung vertragen sich nicht gut: Der Narzisst ist angewiesen auf Verehrung und Bewunderung. Ist die narzisstische Person also mit der Beziehung zufrieden, wird sie das Schlussmachen vonseiten des Partners stark aus der Bahn werfen. Eine stille Trennung nach einer gründlichen Aussprache ist hier so gut wie unmöglich, denn dem Narzissten werden sämtliche Gründe unverständlich bleiben. Oft kommen jetzt Versprechungen, die Sie gern früher gehört hätten: “Ich kann und werde mich ändern!” Doch gerade das wird nicht passieren.

Lassen Sie sich auch durch Tränen oder Bitten nicht erweichen, schließlich ist die Beziehung für Sie untragbar geworden. Fühlen Sie sich bedrängt, können Sie darauf hinweisen, dass es auch früher keine Veränderung gegeben hat und dass Ihr Unglück dem Partner offenbar egal gewesen ist. Der Narzisst wird Ihnen zukünftig ebenso wenig die Sterne vom Himmel holen wie früher. Und seien Sie nach dieser Szene auf der Hut: Ein Mensch mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung wird es Ihnen nicht so einfach verzeihen, dass Sie ihn so schwach gesehen haben.

Bei Narzissmus die Trennung sorgfältig vorbereiten

Halten Sie den Narzissmus des Partners nicht mehr länger aus, sollten Sie sich auf die Trennung sorgfältig vorbereiten, vor allem mental. Dass Sie die Beziehung beenden, ist die stärkste Kritik, die Sie an einem narzisstischen Partner üben können. Damit zeigen Sie nämlich öffentlich, dass Sie ohne ihn besser beraten sind als mit ihm. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der narzisstische Expartner Ihnen danach das Leben so schwer wie möglich macht, etwa mit übler Nachrede bei Freunden und Verwandten, über Hetzkampagnen im Internet, über Stalking oder über offene Aggression. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie wahrscheinlich einige unschöne Überraschungen erleben werden.

Scheidung von einem Narzissten

Beinhaltet Ihre Trennung wegen Narzissmus auch eine Scheidung, sollten Sie noch mehr Sorgfalt walten lassen. Müssen Sie etwa wegen eines Sorgerechtsstreits Anschuldigungen erheben, sollten Sie diese auf jeden Fall fundiert belegen können. Schließlich wissen Sie selbst nur zu gut, wie geübt Ihr narzisstischer Partner darin ist, Tatsachen zu verdrehen und Menschen für sich einzunehmen. Auch Richter sind gegen Charme, Überzeugungskraft und Eloquenz nicht gefeit.

Nahestehende in Trennung einbeziehen

Es mag Ihnen falsch erscheinen, andere ins Vertrauen zu ziehen, ehe Sie mit Ihrem Partner gesprochen haben. Rein vom Gefühl her geht das Beziehungsende primär auch tatsächlich nur Sie beide etwas an. Wenn Sie allerdings wegen Narzissmus eine Trennung vorbereiten, sollten Sie eine Ausnahme machen. Sprechen Sie mit Ihren Nächsten und Liebsten darüber, damit diese vorbereitet sind. Warum das notwendig ist? Weil es durchaus möglich ist, dass Ihr narzisstischer Partner nach der Trennung in Ihrem Bekanntenkreis böse Gerüchte verbreitet, etwa was den Grund für das Beziehungsende angeht. Warnen Sie Ihre Freunde vor, können diese sich wappnen, und es gibt kein böses Blut zwischen Ihnen.

Narzissmus und Trennung: Vertrauen Sie sich nahestehenden Personen an.

Nach der Trennung: Behalten Sie Ihre Entscheidung bei

Manche Menschen, deren Narzissmus die Trennung herbeigeführt hat, verändern nach dem ersten Schock ihr Verhalten: Sie starten eine Charmeoffensive und versuchen alles, um den ehemaligen Partner zurückzuerobern. Die Motive dafür können ganz verschieden sein: Manche leiden tatsächlich unter der Trennung und wünschen sich den ehemaligen Normalzustand zurück. Andere spüren den Wunsch nach Rache und wollen die Beziehung wieder aufleben lassen, um sie ihrerseits zu beenden, wenn sie den Partner erst in Sicherheit gewiegt haben: Nur so können sie die gefühlte Niederlage wegen der Trennung im Nachhinein noch in einen Sieg verwandeln.

Die Motive Ihres Expartners sollten Ihnen aber gleichgültig sein. Haben Sie sich einmal zur Trennung entschlossen, legen Sie sich am besten eine Liste an, auf der Sie niederschreiben, wie die Auswirkungen des Narzissmus zur Trennung geführt haben. Lesen Sie diese Auflistung, wenn Sie ins Wanken geraten, und erinnern Sie sich an Ihren Kummer. Bitten Sie auch Freunde und Verwandte darum, Ihnen bei Bedarf Ihre Leidensphase ins Gedächtnis zu rufen. Im Zweifelsfall kann es auch hilfreich sein, sich professionelle psychologsische Unterstützung zu holen. Generell gilt: Gehen Sie auf alle Aktionen Ihres Expartners so wenig wie möglich ein, seien sie positiv oder negativ. Auf diese Weise geht die Episode schnellstmöglich vorbei, und Sie können wieder nach vorne schauen.