Hilft Kokosöl gegen Zecken?

Kokosnussprodukte erleben zurzeit einen Boom, der Frucht der Kokospalme werden zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt. Unter anderem soll Kokosöl gegen Zecken helfen – stimmt das wirklich?

Alternativer Zeckenschutz

Wer sich viel draußen aufhält, weiß um das Problem von Zeckenbissen. Eine spezielle Abwehrmethode bedient sich eines Naturprodukts: Kokosöl gegen Zecken. Das Öl der Kokosnuss gilt als probates natürliches Mittel, um die blutsaugenden Spinnentiere fernzuhalten. Für die Wirkung gegen Zecken wird die hohe Dosierung von Laurinsäure im Kokosöl verantwortlich gemacht.

Eine Studie der FU Berlin hat das wissenschaftlich belegt. In Laborversuchen wurden dafür bestimmte Hautpartien mit Laurinsäure behandelt. Das Ergebnis: Ein Großteil der Zecken mied diese Stellen. Diese Schutzwirkung hält durchschnittlich acht Stunden an. Wenn Sie im Wald oder anderweitig in der Natur unterwegs sind, kann es daher helfen, die Parasiten abzuwehren, wenn Sie entblößte Hautstellen vorher mit Kokosöl einreiben.

Kokosöl gegen Zecken: Schutz für Mensch und Tier

Nicht nur bei Menschen, auch bei Haustieren kann Kokosöl gegen Zecken wirken. Möchten Sie Ihre Katze oder Ihren Hund schützen, massieren Sie einfach jeden Tag eine kleine Menge Öl in das Fell hinein. Aufgrund der fettigen Konsistenz des Kokosöls ist diese Anwendung aber nur für Kurzhaarrassen geeignet. Parallel zur Fellbehandlung kann das Kokosöl direkt ins Futter gemischt werden. Das schränkt die Wirksamkeit nicht ein.

Gefahr durch Zeckenbisse

Trotz erster positiver Studienergebnisse ist die Wirkung von Kokosöl als zuverlässiger Zeckenschutz aber noch nicht ausreichend untersucht. Da die Stiche der Spinnentiere auch schwerwiegende Infektionskrankheiten wie Borreliose und FSME auslösen können, sind zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen durch zeckenabweisende Mittel unbedingt notwendig.

Wer sich privat oder beruflich während der Zeckensaison viel in der Nähe von Büschen und hohen Gräsern aufhält, sollte langärmelige Oberteile und lange Hosen sowie geschlossene Schuhe tragen. Dies gilt besonders, wenn Sie sich in einem FSME-Risikogebiet bewegen, wie etwa Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen. Auch in Sachsen, dem Saarland, Thüringen und Rheinland-Pfalz ist besondere Achtsamkeit geboten. Hier wird sogar eine FSME-Impfung empfohlen. Wurden Sie gebissen, können Sie bei ausreichend Erfahrung die Zecke selbst entfernen. Kommt es zu Komplikationen, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.