Schwanger werden: Was Paare mit Kinderwunsch beachten sollten

Wer schwanger werden will, braucht unter Umständen ein wenig Geduld. Im Durchschnitt vergeht etwa ein Jahr, bis sich der Kinderwunsch erfüllt. Wie Sie Ihre Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen können, erfahren Sie in den folgenden Tipps.

Fruchtbare Tage nutzen und schwanger werden

Vier bis fünf Tage vor und bis zu einen Tag nach dem Eisprung liegen die sogenannten fruchtbaren Tage einer Frau, an denen sie am ehesten schwanger werden kann. Wann die fruchtbaren Tage beginnen und der Eisprung stattfindet, hängt unter anderem von der Zykluslänge ab. Bei einem 28-Tage-Zyklus stehen die Chancen zwischen dem 11. und 17. Tag nach Einsatz der Regelblutung am besten für eine Schwangerschaft. Ein 35-Tage-Zyklus hat seine fruchtbaren Tage etwa zwischen dem 17. und 23. Tag nach Einsatz der Regelblutung.

Ruhig angehen und Stress vermeiden

Ein regelmäßiger Zyklus steigert die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, doch dieser kann durch körperlichen und seelischen Stress durcheinandergebracht werden. Wenn Sie und Ihr Partner einen Kinderwunsch hegen, sollten Sie sich daher nicht zu sehr unter Druck setzen. In der Regel vergeht durchschnittlich ein Jahr, bis es mit der Befruchtung klappt und ein neuer Erdenbürger heranwächst. Es kann auch schneller gehen, aber Sie brauchen sich noch keine Sorgen zu machen, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

Legen Sie im Alltag öfter mal eine Auszeit ein, tun Sie sich etwas Gutes und versuchen Sie, möglichst locker an die Familienplanung heranzugehen. Gelingt dies nicht, sind außerdem Entspannungstechniken sinnvoll, zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Achtsamkeitstraining und Meditation oder Autogenes Training.

Gesunder Schlaf hilft beim Schwangerwerden

Wenn Sie unregelmäßig schlafen oder gar unter Schlafstörungen leiden, kann dies Ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Zum einen sorgt der Schlafmangel für Stress und kann sich außerdem negativ auf die Libido auswirken, zum anderen kommt der Hormonhaushalt dadurch aus dem Gleichgewicht. Wollen Sie schwanger werden, sollten Sie daher möglichst immer zur selben Zeit ins Bett gehen und zur selben Zeit aufstehen – auch am Wochenende – sowie sich sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht gönnen. Zusätzlich kann es helfen, wenn Sie Ihren Koffeinkonsum auf höchstens eine bis zwei Tassen Tee oder Kaffee am Tag beschränken.

Ausgewogene Ernährung und Bewegung erhöhen die Chancen

Eine ausgewogene Ernährung versorgt Ihren Partner und Sie mit ausreichend Nährstoffen, um möglichst gesund zu bleiben und die körperlichen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zu optimieren. Frauen sollten jedoch bereits mit Beginn der Familienplanung mehr Folsäure zu sich nehmen, bevor sie schwanger werden. Grünes Blattgemüse, Brokkoli, hartgekochte Eier, Leber und Linsen sind gute Folsäurequellen, unter Umständen sind jedoch auch Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Frauenarzt.

Übrigens: Wer unter Übergewicht leidet, hat meist größere Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Eine Ernährungsumstellung mit Gewichtsreduktion kann in diesem Fall die Chancen verbessern. Auch Untergewicht mindert die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Kinderwunsch erfüllt, da der Eisprung und die Monatsblutungen ausbleiben können. Eine erhöhte Kalorienzufuhr zum Beispiel durch Nüsse und hochwertige pflanzliche Öle kann hierbei Abhilfe schaffen.

Regelmäßige, leichte Bewegung ist ebenfalls gut für die Fruchtbarkeit, da sie den Kreislauf in Schwung bringt und Stress abbaut. Nur übertreiben sollten Sie es mit dem Sport nicht – schwere körperliche Arbeit oder Hochleistungssport reduzieren die Aussicht auf eine baldige Schwangerschaft.

Schwanger werden: Welche Rolle spielt das Alter?

Im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ist es für Frauen am einfachsten, möglichst schnell schwanger zu werden. Danach kann es sein, dass der eine oder andere Zyklus ohne Eisprung verläuft, was die Chancen auf eine Schwangerschaft senkt. Zudem steigt das Risiko für Fehlgeburten. Die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung sinkt mit zunehmendem Alter und ab 35 Jahren erhöhen sich die Risiken für Schwangerschaftsdiabetes, schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck und eine vor dem Muttermund liegende Plazenta sowie für Fehlgeburten und Entwicklungsstörungen.

Bei Männern nimmt die Fruchtbarkeit etwa ab dem 40. Lebensjahr ab und die Gefahr für Gendefekte des Embryos steigt. Allerdings ist das Alter nur ein Risikofaktor. So tragen Übergewicht, regelmäßiger Alkoholkonsum und Rauchen ebenfalls wesentlich zu Fruchtbarkeitsproblemen und Schwangerschaftsrisiken bei.

Allgemeinerkrankungen behandeln lassen

Bestimmte Allgemeinerkrankungen können verhindern, dass Sie schwanger werden. So verändern etwa Funktionsstörungen der Niere, Leber oder Schilddrüse die Organfunktionen oder den Hormonhaushalt derart, dass die Fruchtbarkeit herabgesetzt wird. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können diesen Effekt haben, ebenso eine Endometriose oder Krebserkrankung. Werden diese chronischen Krankheiten behandelt, erfüllt sich der Kinderwunsch unter Umständen doch noch.

Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt, wenn Sie regelmäßig bestimmte Medikamente nehmen; Mittel gegen Bluthochdruck, Depressionen oder Tumore wirken sich manchmal negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Möglicherweise können Sie Ihre Familienplanung günstig beeinflussen, indem Ihr Arzt Ihnen alternative Präparate verschreibt.