Hörsturz mit Homöopathie behandeln: Ist das möglich?

Ob bei einem Hörsturz Homöopathie weiterhelfen kann, ist umstritten. Allerdings gilt das auch für alle bisherigen Therapien der Schulmedizin – keine hat sich bislang als den anderen überlegen erwiesen. Das hängt teilweise auch damit zusammen, dass keine exklusive Ursache für den plötzlichen Hörverlust festzumachen ist. Wir erklären Ihnen, was es mit den alternativen Heilmethoden auf sich hat.

Langsam angehen lassen

Wenn Sie keinen Tinnitus und keine Schwindelgefühle haben, kann es sein, dass der Hörverlust vorübergehender Natur ist. Ohne die genannten Beschwerden und wenn Sie keine Vorschädigungen an den Ohren haben, können Sie erst ein paar Tage abwarten, ehe Sie eine Behandlung beginnen. Suchen Sie trotzdem frühzeitig einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf, damit er Sie untersucht und Ihnen empfiehlt, ob Abwarten tatsächlich eine gute Alternative ist. Da es keine einheitliche Ursache gibt, muss der Arzt in jedem Fall individuell entscheiden, welche Therapie die beste ist.

Hörsturz mit Homöopathie je nach Fall unterschiedlich behandeln

Der Homöopath braucht mehr Informationen über Sie, als Sie dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt geben. Er betrachtet Sie als Ganzes und muss herausfinden, welche Auslöser bei Ihnen zum plötzlichen Hörverlust geführt haben. Insgesamt gibt es gegen Ohrenprobleme wie den Hörsturz in der Homöopathie nämlich rund 350 verschiedene Mittel. Um das richtige davon zu finden, sind viele Informationen über die aktuelle Lebenssituation notwendig.

Scheinen vor allem Stress und Überforderung die Auslöser zu sein, wird in der Homöopathie der Hörsturz mit Lycopodium behandelt. Häufig treten die Symptome hier auf dem rechten Ohr auf. Ist bei Ihnen das linke Ohr betroffen, wird der Homöopath eher zu Lachesis greifen. Sind die Beschwerden wahrscheinlich auf eine toxische Belastung zurückzuführen, ist eher Nux vomica in Verbindung mit Okoubaka das Mittel der Wahl. Dabei ist es wichtig, dass die Behandlung möglichst früh nach Einsetzen des Hörverlustes beginnt.

Ein plötzliches Auftreten vor allem nach einer Verletzung, einem Schock oder einem Trauma wird mit Arconitum behandelt. Liegen gleichzeitig mit dem Hörverlust auch Gefühlsstörungen vor, wird Secale cornutum verabreicht, und Cocculus wird in der Homöopathie beim Hörsturz gegen Tieftonschwerhörigkeit eingesetzt.

Keine Eigenbehandlung

Da der Patient viele der Zusammenhänge, die als Auslöser zusammenkommen, selbst nicht erkennen kann, sollten Sie auf eine eigenständige Behandlung mit Globuli verzichten. Zur Therapie gehört die Diagnose durch den Homöopathen. Dieser setzt auch die Dosierung der jeweiligen Mittel fest. In vielen Fällen verschreibt er drei Mal täglich fünf Globuli um einen Hörsturz mit Homöopathie zu behandeln.

Den Arztbesuch nicht vergessen

Auch wenn es bislang keine Therapie in der Schulmedizin geschafft hat, die anderen auszustechen, sollten Sie bei einem Hörsturz nicht nur auf Homöopathie setzen, sondern auf jeden Fall auch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen – Adressen in Ihrer Nähe finden Sie unter diesem Artikel. Grundsätzlich bessern sich 85 Prozent aller Fälle eines Hörverlusts im Laufe der Zeit wieder, ob mit oder ohne Therapie. Aber auch die Schulmedizin kennt verschiedene Varianten der Behandlung.

Klassische Therapien

Wollen Sie Ihren Hörsturz nicht nur mit Homöopathie, sondern auch mit herkömmlichen Mitteln behandeln lassen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, welche Möglichkeiten es für Sie gibt. Zum Beispiel können Kortikoide verabreicht werden, wenn der Arzt denkt, dass der Hörverlust auf eine Schwellung und Entzündung im Ohr zurückzuführen ist. Liegt er damit richtig, helfen die Mittel bei der Bekämpfung der Beeinträchtigung. Vermutet er vor allem Durchblutungsstörungen, gibt er Ihnen Medikamente, mit denen das Blut verdünnt wird. So wird die Durchblutung, und damit auch die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen an den wichtigen Stellen verbessert, und die Beschwerden lassen nach.

Es gibt noch andere Therapien, die von manchen Ärzten eingesetzt werden. Hier sollten Sie aber grundsätzlich zweimal überlegen, ob Sie sich dafür entscheiden möchten. Sie sind zumeist deutlich teurer als die Behandlung eines Hörsturzes mit Homöopathie und teilweise nicht ungefährlich. So wird die hyperbare Sauerstofftherapie, bei der der Patient in einer Druckkammer sitzt und reinen Sauerstoff einatmet, nicht mehr in den Leitlinien empfohlen. Auch die Apherese, also die Blutreinigung, ist vor allem kostenintensiv. Wegen der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit wird keine der beiden Behandlungen von der Krankenkasse übernommen.

So können Sie die Heilung unterstützen

Grundsätzlich gilt, dass Sie Stress abbauen sollten, wenn Sie einen Hörverlust erlitten haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Ihren Hörsturz mit Homöopathie oder mit schulmedizinischen Therapien behandeln: Mit Entspannungsübungen oder autogenem Training unterstützen Sie den Heilungsprozess auf jeden Fall und sorgen allgemein für ein besseres Wohlbefinden.