Duales Studium Medienkaufleute B.A. Business Administration - Interview mit Nicolai Kretz

Früher wollte Nicolai Kretz immer Pilot werden - heute absolviert er das Duale Studium Medienkaufleute B.A. Business Administration beim Sutter Telefonbuchverlag. Im Gespräch mit Nicolai erfahren wir, wie die zwei Jahre in seinem Ausbildungsbetrieb waren und wie es für ihn war, nebenbei noch die Universität zu besuchen.

Ausbildungsnavigator: Was wolltest Du früher einmal werden?

Nicolai Kretz: Ich wollte früher immer Pilot werden. Irgendwann war mein Wunschberuf dann auch mal Lokführer. Vermutlich wollte ich unbedingt große Maschinen im Bewegung setzen.

Hat sich das im Laufe deiner Schulzeit verändert?

Meine Berufswünsche sind mit der Zeit immer bürolastiger geworden. Zwischendurch wollte ich Architekt und Jurist zu werden. Das hatte immer unmittelbar damit zu tun, welchen Einflüssen ich gerade ausgesetzt war. Ein Praktikum meiner Schwester bei einem Architekten machte den Beruf für mich hochspannend. Später wollte ich dann wegen einer Schul-AG zum Thema Recht, die leider nie zustande kam, gegen das Böse in der Welt kämpfen.

Ist deine Ausbildung direkt nach der Schule gestartet?

Ja, ich hatte schon ein Jahr vor meinem Abschluss meinen Vertrag bei Sutter unterschrieben. Ich hatte mich wahnsinnig früh beworben, sodass ich im Dezember 2014 schon alle Gespräche und Einstellungstests abgeschlossen hatte und im August 2015 nahtlos bei Sutter starten konnte.

Wie bist du auf den Sutter Telefonbuchverlag aufmerksam geworden?

Das war ein Riesenzufall: Da meine Stiefmutter auch für den Sutter Telefonbuchverlag arbeitet, war ich 2012 mal bei einem Kundenevent dabei. Ich sprach mit dem Geschäftsführer, worauf dieser meinte, dass ich mich doch bewerben soll, wenn ich mit meinem Abitur fertig bin. In dem Moment war ich mir aber sicher, dass diese Ausbildung wegen des gehypten Medienbereiches gar nichts für mich wäre. Meine Stiefmutter ließ aber nicht locker und erzählte mir von der Möglichkeit des dualen Studiums mit dem Studiengang „Business Administration“. Ich war mir sicher, dass ich mit meinem Notenschnitt von nur 2,1 für kein duales Studium genommen werde, habe mich dann aber doch mal beworben.

Gab es für dich alternative Ausbildungen, die du in Erwägung gezogen hast?

Ja, auf jeden Fall. Ich interessierte mich für einige kaufmännische Berufe: Industriekaufmann, Immobilienkaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, ich hatte mich sogar für all diese Ausbildungsberufe beworben. Die konkrete Branche war mir damals nicht wichtig.

Wie war dein Bewerbungsgespräch beim Sutter Telefonbuchverlag?

Das Gespräch war so angenehm, dass sich meine ganze Meinung über die Ausbildung und den Beruf geändert hat. Das Gespräch fand im Dialog statt, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Die persönliche Komponente war hier für mich ganz klar ausschlaggebend. Als ich dann die Zusage bekommen habe, gab es erstmal eine fette Party.

Wie hattest du dich auf das Gespräch vorbereitet?

Ich hatte nach der Terminfindung einen Vorlauf von zwei Wochen, in denen ich mir erstmal alles rund um das Unternehmen angelesen habe. Ich informierte mich intensiv über die Produkte, sei es im Internet oder direkt bei meiner Stiefmutter, die mir auch einige Fragen beantworten konnte. Ich schaute mir den Auftritt von Sutter auf Ihrer eigenen Homepage, aber auch auf Facebook und YouTube an. Schließlich informierte ich mich sogar im Bundesanzeiger über die Unternehmenszahlen. Beim Bewerbungsgespräch konnte ich dann mit meinem Wissen glänzen.

Wie waren deine ersten Tage im Betrieb?

Die erste Woche war eine typische Einführungswoche. Wir trafen uns im Konferenzraum und lernten erstmal unsere Mitazubis kennen. Spielerisch näherten wir uns dann auch den älteren Azubis an. Anschließend wurden uns das Unternehmen, Projekte und Funktionäre vorgestellt . Wir bekamen alle Basics erklärt und richteten unsere Firmen-Accounts ein. Mit Hilfe von kleinen Aufgaben wurden wir schließlich langsam an das Unternehmen geführt.

Was waren deine ersten Aufgaben beim Sutter Telefonbuchverlag?

Ich weiß noch, dass eine meiner ersten Aufgaben das Pflegen einer Excel-Tabelle war. Meine Startabteilung war die Abteilung der zentralen Dienste. Hier verteilte ich unter anderem die Post und konnte so in jedes Büro reinschauen und die verschiedenen Kollegen kennen lernen. Das war zum Start der Ausbildung sinnvoll und hat, obwohl es untypisch war, Spaß gemacht.

Wann ging es mit der Berufsschule und dem Studium los?

Etwa einen Monat später startete die Berufsschule und kurz darauf auch das Studium. Ich war am Anfang ganz schön erschlagen, da ich von etwa 08:00 bis 16:00 Uhr in der Arbeit war und dann direkt weiter zur Uni bin. Erst um halb 10 daheim zu sein, war gewöhnungsbedürftig.

Was veränderte sich noch?

Ich habe gelernt, viel besser zu planen. Viele meiner Verabredungen sind dann in den Abend gerutscht. In der wenigen Zeit, neben Ausbildung und Studium, wollte ich trotzdem etwas erleben.

Unterscheidet sich das Lernen im Studium sehr von dem Lernen in der Schule?

Im Studium werden viele Themen aus der Schule vorausgesetzt. Zudem hilft stupides Auswendiglernen nicht mehr. Man muss sich viel intensiver mit den Themen auseinanderzusetzen, um sie auch wirklich zu verstehen.

Beschreibe doch mal einen typischen Arbeitstag.

Morgens komme ich ins Büro und meist beginnen dann auch schon auf dem Flur die ersten informativen Gespräche. In Outlook prüfe ich meinen Posteingang und Kalender, damit ich weiß, was am heutigen Tag ansteht. Konferenzen, Jour Fixe und Projekte liegen nämlich meist vorher schon fest. Oft telefoniert man auch mit externen Partnern und beantwortet zunächst Emails. Manchmal besuchte ich auch Messen, Zweigstellen oder die Marketing-Gesellschaft in Frankfurt. Einen typischen Arbeitstag zu definieren, ist schwierig, da man nie weiß, was einen erwartet und es immer viel Abwechslung gibt.

Welche Themen werden in der Berufsschule behandelt?

Verstärkt haben wir Medienkunde. Hier lernen wir alles rund um den Bücherdruck, aber auch das Verlagsmarketing kennen. Aber auch BWL, Wirtschafts- und Sozialprozesse werden in der Schule behandelt. Ein großer Wert wird auch auf Vermarktung und Vertrieb gelegt.

Wie begann dein Studiengang im ersten Semester?

Erstmal hatten wir alles Grundlegende. Personal und Motivation waren vor allem am Anfang ein großes Thema. Management-Basics, aber auch Wirtschafts- und Privatrecht legten die Basis für alles Zukünftige.

Welche Fähigkeiten werden bei deinem Ausbildungsberuf benötigt?

Vor allem Organisationstalent. Alles unter einen Hut zu bekommen, ist nicht einfach. Ein paar mathematische Kenntnisse sind auch gefragt, das bekommt man aber alles gut hin. Häufig ist es auch wichtig, dass man Zusammenhänge herstellen kann.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung?

Man spielt sich die Level bei uns im Unternehmen selber frei. Wenn man eine Aufgabe oder ein Projekt gemeistert hat, bekommt man beim nächsten Mal noch mehr Verantwortung und lernt neue Dinge kennen. Die Unterstützung ist immer super und total überzeugend. Auch alle buchhalterischen Angelegenheiten finde ich super, weil es so schön logisch ist und kein Fehler akzeptiert wird, unter dem Strich muss alles stimmen.

Was macht eine Ausbildung beim Sutter Telefonbuchverlag besonders?

Die Ausbildungsleiterin ist selbst noch sehr jung und hat dieselbe Ausbildung gemacht, was sehr geholfen hat. Die Möglichkeit der Eigeninitiative und Selbstorganisation ist zudem wirklich toll.

Wie soll es für dich nach der Ausbildung weitergehen?

Witzig finde ich, dass ich beim Start der Ausbildung genaue Pläne hatte. Heute schaue ich einfach mal was auf mich zukommt. Es entwickeln sich heute so viele neue Berufsfelder, die allesamt hochspannend sind. Ich habe mir vorgenommen, einfach die Augen offen zu halten und die sich ergebenen Möglichkeiten zu nutzen.

Willst du den Lesern noch etwas mitgeben?

Ich glaube, das ist schon fast mein Ratschlag: Offen bleiben und einer Sache nicht mit Vorurteilen begegnen. Einfach machen und ausprobieren. Oft wird es dann ziemlich cool, auch wenn man es vorher vielleicht nicht gedacht hätte. Meistens kommt ja doch alles anders, als man denkt.

Wir bedanken uns bei Nicolai Kretz für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Alltag eines angehenden Absolventen des Dualen Studiums Medienkaufleute B.A. Business Administration und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.

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