Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print – Interview mit Viktoria Busch

Ausbildung oder Studium? Warum nicht beides? Viktoria Busch erzählt uns, welche Vorteile eine Ausbildung hat und warum ein Studium im Anschluss nicht ausgeschlossen ist. Wir erfahren, was die beste Medienkauffrau Niedersachsens 2017 bei der Schlüterschen alles gelernt hat und erhalten zudem tolle Einblicke in ihren Ausbildungsberuf.

Ausbildungsnavigator: Was wolltest Du früher einmal werden?

Viktoria Busch: Meine Schwester hat immer gesagt, sie möchte Prinzessin werden. Ich hingegen, war nie jemand, der als Kind schon konkrete Vorstellungen vom späteren Wunschberuf hatte.

Hat sich das im Laufe deiner Schulzeit verändert?

Ja, ich habe mich später mit vielen verschiedenen Möglichkeiten auseinandergesetzt. Unter anderem hat mich Bionik sehr interessiert, vor allem wegen der biologischen Seite. Aber nicht alle Aspekte an dem Beruf überzeugten mich, weshalb ich mich gegen ein Studium in diesem Bereich entschied.

Wie hast du dich über deine Berufswahl informiert?

Ich war auf mehreren berufsinformierenden Messen und merkte schnell, dass mich der Bereich Medien sehr anspricht. Bei einem späteren Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit, ich hatte sehr viel Glück mit meinem Ansprechpartner, wurde mir aufgrund meines Interesses für Psychologie, der Studiengang Medien- und Kommunikationswissenschaften empfohlen. Mein Bauchgefühl sagte mir damals aber, dass ich erstmal eine Ausbildung machen sollte. Schnell fand ich heraus, dass die Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print eine gute Grundlage für alle weiteren Jobs in der Medienbranche und weiterführende Studiengänge bildet, das war ausschlaggebend für meine Entscheidung.

Haben dich andere Ausbildungsberufe interessiert, die du dann aber verworfen hast?

Ich wollte zur Polizei, was aufgrund meiner Sehschwäche aber nicht möglich war. Andere Bereiche und Studiengänge habe ich mir auch angeschaut, ich war mir dann aber relativ schnell sicher, dass es eine Ausbildung in der Medienbranche werden sollte.

Wie bist du auf deinen jetzigen Ausbildungsbetrieb aufmerksam geworden?

Ich habe nach freien Stellen bei Google gesucht und mir auch die App von meinestadt.de heruntergeladen. Nach Eingabe meiner Wunschbranche und meines Wohnortes habe ich dann Ausbildungsstellen in meiner Nähe gefunden und mich beworben.

Welche Erfahrungen hast du mit Vorstellungsgesprächen gemacht?

Ich habe mehrere Einladungen zu Vorstellungsgesprächen erhalten. Zum Beispiel bei der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung. Hierfür habe ich mich auf die Standardfragen vorbereitet und mich über die Besonderheiten des Unternehmens informiert. Nach dem ersten positiven Vorstellungsgespräch wurde ich dann zum Einstellungstest eingeladen und hatte im Anschluss noch einen Assessment-Center. Meine Vorbereitung auf diese beliefen sich hingegen darauf, sich nicht zu sehr verrückt zu machen. Großartig vorbereiten kann man sich hier meiner Meinung nach nicht und ich war außerdem davon überzeugt, dass ich durch meine Schulbildung gut vorbereitet bin.

Wie war das Aufnahmeprozedere bei der Schlüterschen?

Bei der Schlüterschen lief es ein wenig anders. Ich war zunächst zu einem Gruppengespräch eingeladen, wofür ich mich natürlich auf die typischen Fragen vorbereitet habe. Bei diesem Gespräch saß ich dann mit zwölf anderen Bewerbern vor den Personalleitern und dem Ausbilder. Nach einer kurzen Unternehmensvorstellung wurden wir gefragt, wer wir sind, wo wir herkommen und warum wir uns gerade für diese Unternehmen beworben haben. Im Anschluss gab es zwei Diskussionsfragen, die zeigen sollten, ob man sich durchsetzen, aber auch die anderen ausreden lassen kann. Wer hier überzeugen konnte wurde erneut zum Einzelvorstellungsgespräch eingeladen. Hier hat mir sehr geholfen, dass ich mir im Vorhinein ein paar Fragen überlegt habe, die mich auch wirklich interessiert haben. Das Gespräch war sehr angenehm und meine Aufregung ist schnell verflogen.

Hat dich bei dem Einzelvorstellungsgespräch etwas überrascht?

Ja, es gab eine Frage, bei der ich nicht genau wusste, wie ich antworten sollte. Es wurde gefragt, in welcher Position ich mich in einer Gruppenarbeit sehe. Das fand ich schwierig zu beantworten, weil das in jeder Gruppenkonstellation unterschiedlich sein kann. Grundsätzlich koordiniere ich gerne in Gruppenarbeiten und das habe ich dann ehrlicherweise auch geantwortet.

Du hast dich bei mehreren Unternehmen beworben, wieso wurde es am Ende die Schlütersche?

Ich habe damals schon gemerkt, dass die Schlütersche sehr vielfältig aufgestellt ist und man dadurch in diverse Bereichen Einblicke erhält. Sehr attraktiv fand ich auch die Unternehmensgröße und die vielseitigen Angebote, welche man auch schon als Azubi geboten bekommt. Vor allem das Azubi-Magazin intres hat es mir angetan. Dieses Magazin ist einmalig, da es komplett autark von Azubis gemanagt wird, die ihr gelerntes Wissen direkt umsetzen können.

Wie waren deine ersten Tage im Betrieb?

Zu Beginn gab es eine Einführungswoche und einige Seminare, die einen auf die Ausbildung vorbereitet haben. Seminarthemen waren unter anderem Etikette, der gute Ton am Telefon und Projektmanagement. Der schulähnliche Beginn hat sehr geholfen Fuß zu fassen. Ein Highlight war dann das gemeinsame Grillen mit den Azubis am Ende der Einführungswochen zum besseren Kennenlernen. Nach eineinhalb Wochen sind wir dann in den Abteilungen gestartet. Ich begann im Marketing.

Was waren deine ersten Aufgaben im Marketing?

Ich durfte sofort unterstützen und habe zu Beginn ein Gewinnspiel aufgearbeitet und ausgewertet. Im Anschluss habe ich dann häufiger bei Kampagnen geholfen, sei es bei Flyern oder Mailings. Sehr schnell wurden mir auch schon Aufgaben übertragen, bei denen ich eigenständig handeln musste. Zu Beginn war ich mir damit recht unsicher, ich merkte aber schnell, dass ich mit diesen Aufgaben über mich hinauswachsen sollte und auch konnte.

Was hat sich für dich mit Beginn der Ausbildung verändert?

Im Betrieb war die Hierarchie nicht mehr so klar definiert, wie noch zuvor in der Schule. Daher empfand ich es am Anfang schwierig mich einzufinden. Aber ich habe dann relativ schnell eine gute Balance gefunden, hierbei war es vor allem hilfreich sich mit seinen Mitazubis aus den höheren Jahrgängen auszutauschen.

Wie sah ein typischer Arbeitstag in deiner Ausbildung aus?

Ich startete morgens um 7:45 Uhr und ging zunächst in den Redaktionsraum, der auch der Gruppenraum für die Azubis ist. Hier habe ich meinen Laptop abgeholt und mich kurz mit meinem Mitazubis ausgetauscht. Nach ein bisschen Smalltalk ging es in meine Abteilung. Je nach Abteilung erhielt ich dann Aufgaben unterschiedlichster Art. Um 12 Uhr ist Mittagspause, ich traf mich mit allen Azubis in der Kantine und redete mit ihnen über Gott und die Welt, was jedes Mal sehr amüsant und erholsam war. Nach der halbstündigen Mittagspause ging es zurück an den Arbeitsplatz. Um 16-16:30 Uhr habe ich dann, sofern es die Arbeit zuließ, Feierabend gemacht.

Gab es Wochentage, die von deiner typischen Beschreibung abweichen?

Der Dienstag war immer ein wenig speziell, weil wir vormittags gemeinsamen Englisch-Unterricht hatten und nachmittags Redaktionsarbeit für die intres anstand. Darüber hinaus gab es gelegentlich auch mal Außentermine, die ich immer gerne wahrnahm und als sehr aufschlussreich empfunden habe.

Welche Fähigkeiten werden bei deinem Ausbildungsberuf benötigt?

Man sollte auf jeden Fall organisiert, teamfähig und kommunikativ sein. Wichtig ist es auch, dass man immer offen für Neues ist, denn dieses Arbeitsfeld wandelt sich stark und ständig. Als wichtig empfinde ich auch, dass man sich für das Print-Produkt interessiert, da es einen großen Teil des Verlagswesens ausmacht.

Was hat dir an deiner Ausbildung besonders gefallen?

Mir hat sehr viel sehr gut gefallen. Die aktive Einbindung und die praktischen Einblicke in den Beruf sind aber noch einmal hervorzuheben.

Gibt es etwas was deinen Ausbildungsbetrieb besonders macht? Warum sollte jemand genau bei deinem Betrieb eine Ausbildung machen?

Der Facettenreichtum – Ich hätte vor der Ausbildung nicht gedacht, dass die Ausbildung und der Beruf so vielfältig sein würden. Im Vorhinein dachte ich an Zeitschriften, Bücher und Gelbe Seiten, dass es im Endeffekt so viel mehr sein würde, erahnte ich nicht und hat mich sehr überrascht. Die ganzen Segmente und Branchen in Gelbe Seiten, die wir mit Fachzeitschriften und Projekten ausbauen, fand ich hochspannend. Hier konnte ich meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Wie sehen deine weiteren beruflichen Pläne aus?

Momentan bin im Marketing im Eventmanagement angesiedelt. Diese Arbeit erfüllt mich sehr, deshalb strebe ich in diesem Bereich auch ein Studium an.

Gibt es noch etwas was du Schülern oder angehenden Auszubildenden mitgeben willst?

Ich war als Auszubildendenbotschafterin tätig und habe dabei gemerkt, dass die Ausbildung einen eher schlechten Ruf hat. Als Abiturientin wird man oft schief angeschaut, wenn man erzählt, dass man eine Ausbildung macht – das Ansehen der Ausbildung ist eher gering. Durchaus unberechtigt und schade, da Unternehmen sehr an Personen mit Berufserfahrung interessiert sind. Deshalb empfehle ich jedem einem Ausbildung, ein Studium ist dadurch schließlich nicht ausgeschlossen.

Welche Vorteile hat eine Ausbildung deiner Meinung nach noch?

Man verdient sein eigenes Geld und lernt einen Betrieb und die damit verbundenen Abläufe kennen, was eine super Grundlage fürs spätere Berufsleben bildet. Wäre ich heut nochmal an dem Punkt an dem ich mich entscheiden müsste was ich nach dem Abi mache, würde es jederzeit wieder genauso machen. Auch charakterlich hat mich die Ausbildung weitergebracht und stärker gemacht.

Wir bedanken uns bei Viktoria Busch für das interessante Gespräch und die tollen Einblicke in den Ausbildungsberuf Medienkauffrau Digital und Print.

Das Interview führte Jonas Löffel für den Ausbildungsnavigator von Gelbe Seiten.

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