Gehaltsbiografie: Bis wann gibt es eigentlich Gehaltserhöhungen?

Jeder freut sich über Gehaltserhöhungen. Im Idealfall erhalten Beschäftigte diese bei einem Jobwechsel, aber auch bei neuen Aufgaben und Verantwortungsbereichen des bisherigen Jobs. Es schadet ohnehin nicht, regelmäßig zu fragen. Aber gehen die Gehaltssteigerungen eigentlich immer weiter oder stagniert das Gehalt irgendwann?

Das Gehalt im Laufe der Karriere

Wie entwickelt sich das Gehalt im Laufe der Karriere? Unsere Vergütungsexperten können feststellen, dass für alle Beschäftigte gilt: Das Einkommen steigt kontinuierlich bis Mitte 40 an und erreicht eine durchschnittlichen Wert von 57.900 Euro.

Bei der detaillierten Betrachtung von Fach- und Führungskräften können wir allerdings Unterschiede feststellen:

Fachkräfte erhalten bis zum 40. Lebensjahr regelmäßige Gehaltserhöhungen und kommen auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von 45.889 Euro. Danach findet jedoch wenig Veränderung statt; große Gehaltssprünge sind nicht mehr zu erwarten.

Bei Führungskräften hingegen steigt das Gehalt bis zum Ende der Karriere an. Im 60. Lebensjahr erhalten Personalverantwortliche ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 107.724 Euro brutto.

Der Wechsel eines Beschäftigten von einer Fachkraft zum Personalverantwortlichen lohnt sich finanziell gesehen definitiv.

Wie entscheidend ist der Ausbildungshintergrund für die Gehaltsentwicklung?

Das durchschnittliche Jahreseinkommen von 45.889 Euro jährlich erreichen Fachkräfte nicht ohne einen akademischen Abschluss. Akademiker verdienen nach fünf Jahren Berufserfahrung überdurchschnittlich: Mit Bachelortitel erhalten Fachkräfte jährlich rund 65.000 Euro, mit Mastertitel sogar 75.000 Euro.

Es gibt aber Ausnahmen: Nicht jeder Akademiker verdient überdurchschnittlich viel:

Je nach Studiengängen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Gehaltsentwicklungen. Unter den untersuchten Fächern befinden sich die Ingenieurs-, die Wirtschafts- und die Geisteswissenschaften. Während Fachkräfte mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss erst mit 40 Jahren ein Gehalt in leicht überdurchschnittlicher Höhe erreichen, erhalten Ingenieure dieses Gehaltsniveau bereits zum Berufseinstieg.

Ausbildung oder Studium?

Viele Schulgänger entscheiden sich nach dem Abschluss für eine Ausbildung. Das hat den Vorteil, dass sie direkt praktisches Handwerkszeug erlernen. Außerdem erhalten sie damit auch eine frühere Unabhängigkeit durch das selbst verdiente Geld. Dagegen müssen diejenigen, die sich für ein Studium entscheiden, deutlich länger die Schulbank drücken und auf ihr erstes richtiges Gehalt warten. Was ist also besser?

Finanziell betrachtet lohnt sich ein Studium. Vergleichen wir das kumulierte Lebenseinkommen (Summe aller Gehälter im Laufe der Berufszeit) von Akademikern mit dem ihrer Kollegen mit Berufsausbildung, stellen wir fest: Mit 31 Jahren überholen Akademiker ihre Kollegen.

Je nach Berufsfeld unterscheidet sich dieser Schnittpunkt jedoch: Dies ist insbesondere im Feld IT und im Vertriebsbereich der Fall. Hier zählen praktische Erfahrungen wie zum Beispiel der Umgang mit Kunden. Beschäftigte profitieren hier vorrangig von der beruflichen Erfahrung und weniger von wissenschaftlichen Ansätzen.

Zur Methodik:

Für die aktuelle Untersuchung haben wir 217.867 Gehaltsdatensätze aus den letzten 12 Monaten analysiert und ermittelt, wie sich das Gehalt im Laufe des Lebens verändert. Hinzu kommen neben dem Alter das Geschlecht, der Ausbildungshintergrund sowie die Firmengröße und die Branche. 

Zur Erklärung der Daten:

Q1 bedeutet, 25 Prozent der Daten liegen unter dem genannten Wert.

Q3 bedeutet, 25 Prozent liegen über dem genannten Wert.

Der Median beschreibt die Mitte aller Daten: 50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter. Der Median ist daher genauer als der Durchschnittswert/Mittelwert.

Profilbild von Berit Kreyenborg
Berit Kreyenborg

Ich heiße Berit Kreyenborg und arbeite als Junior PR Managerin bei PersonalMarkt in Hamburg. Dort sorge ich in der Abteilung „PR und Kommunikation“ dafür, dass unsere Produkte Gehalt.de und Compensation Partner mit aktuellen Studien zu Gehalts- und Karrierethemen die Online- und Offline-Medien erreichen. Ich bin außerdem für die interne Kommunikation im Unternehmen zuständig.

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