Druckerei Praktikum – Soldan Druck

Unser Verlag lässt inzwischen alles bei externen Druckereien fertigen. Daher ist es in unserer Ausbildung vorgesehen, durch ein Praktikum bei der Firma Soldan Druck, einen näheren Einblick in die Druck- und Weiterverarbeitung zu bekommen.

Tag 1: Vorstufe

An meinem ersten Tag wurde ich freundlich empfangen und nach einer kurzen Vorstellungsrunde bei allen Mitarbeitern ging es auch schon los. Erste Station: Druckvorstufe. Hier gestaltete ich meine persönliche Visitenkarte, die ich im Anschluss selber drucken durfte. So hatte ich am Ende des Tages meinen ersten Stapel eigener Visitenkarten in der Hand. Außerdem wurde mir das Ausschießen gezeigt und ich konnte beim Belichten der Druckplatten zusehen. Anschließend bekam ich einen Eindruck von der Auftragsbearbeitung der Mediengestalter und konnte in InDesign Korrekturwünsche der Kunden durchführen.

Tag 2: Druckerei – Der Tag der Druckmaschinen

Normalerweise drucke ich ab und zu mal ein paar Blätter auf meinem Drucker zu Hause.

Plötzlich vor einer riesigen Heidelberger Druckmaschine mit fünf Farbwerken zu stehen, die mehrere Meter lang ist und gerade eine Auflage von 7.000 Stück druckte, war dann schon eine etwas andere Hausnummer. Mir wurde der gigantische Apparat von einem Mitarbeiter sehr detailliert erklärt. Von den Walzen, dem Gummituch über kleine Luftdüsen und Ventilatoren bis hin zum Reinigungstuch im Maschineninneren. An dem Tag hatte ich sehr viel Glück mit den anstehenden Aufträgen, sodass ich sogar mehrfach einen Farbwechsel zu sehen bekam und auch den Druck mit Sonderfarben miterleben durfte. Auch das Austauschen der Druckplatten bei neuen Aufträgen konnte ich so gut mitverfolgen und dabei mithelfen. Aber auch Aufgaben wie das Papier einlegen, das Wechseln des Waschtuchs und das Einrichten der Maschine wurden mir gezeigt.

Tag 3: Berufsschule

An Tag drei hieß es dann standardgemäß: Auf in die Berufsschule. 

Tag 4: Druckerei

Um noch mehr Bezug zu den Maschinen zu bekommen, war auch für Tag vier noch einmal die Druckerei vorgesehen. Hier wurde mir klar, dass technisches Know-how in einer Druckerei gut eingebracht werden kann. So tauschten die Mitarbeiter mal eben selbst einen defekten Bildschirm an der Druckmaschine aus. Ich hätte an dieser Stelle einen Elektriker oder Ähnliches erwartet. Aber hier kannte wohl jeder die Maschinen in- und auswendig, sodass direkt selbst eingegriffen werden konnte.

Zudem wurde mir die Erstellung einer Druckplatte für ein Wasserzeichen gezeigt. Hierzu wurde das zu erzeugende Bild von einem Film mittels Vakuum, UV-Strahlung und anschließender Waschung der Platte in einem Wasserbecken, druckreif gemacht. Auch das Prägen wurde mir an Tag vier näher gebracht. Hier konnte man Parallelen zu unserem ersten Schulprojekt ziehen. Nur waren auch hier die Maschinen wieder entsprechend größer.

Tag 5: Buchbinderei/ Weiterverarbeitung

Der letzte Tag meines Praktikums umfasste die Buchbinderei. Hier bekam ich Erläuterungen zur Schneide- und Nutmaschine. Es wurden mir sämtliche Schritte der Weiterverarbeitung näher gebracht. Unter Anderem auch der Ablauf an der Sammelhefter-Maschine. Besonders viel habe ich an dem Tag an der Falzmaschine mithelfen können. Hier wurden zahlreiche Flyer und Urkundenumschläge gefalzt. Bei den Papiermengen erwies sich das Stapeln der Erzeugnisse als eine wahre Kunst und war gar nicht so einfach wie gedacht. Aber nach einem kurzen Kurs, indem mir gezeigt wurde wie man Papier aufschlägt, wurde es dann immer besser und man bekam mehr Gefühl für die riesigen Papierstapel.

Fazit

Ich, als Büromensch, musste mich erst einmal umstellen, den ganzen Tag zu stehen und nicht auf meinem bequemen Stuhl zu sitzen. Daher war es schon etwas anstrengend. Aber das Stehen hat sich gelohnt! Denn der Einblick in die praktische Arbeit hat mir geholfen, die erlernte Theorie aus Schule und Betrieb aus nächster Nähe zu betrachten. Was man live sieht, kann man meist besser behalten, wie ich finde. Von daher finde ich es super, dass mein Betrieb uns Azubis solch ein Praktikum ermöglicht. In diesem Sinne auch nochmal ein großes Dankeschön an das Soldanteam für die super Woche! 

Profilbild von Sarah Pollmann
Sarah Pollmann

Mein Name ist Sarah Pollmann und ich bin seit August 2015 Auszubildende Mediengestalterin Digital und Print in der Sutter Telefonbuchverlag GmbH. Nach meinem Abitur stand ich vor der großen Frage: Studium oder Ausbildung? Klar war: Es sollte etwas Kreatives sein.

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