Schneeschuhtouren zu selten erklommenen Gipfeln und Abfahrten im unberührten Tiefschnee sind wunderschöne Abenteuer. Doch was, wenn Skifahrer zum Auslöser einer Lawine werden? Die menschlichen, rechtlichen und finanziellen Folgen können gravierend sein.
Achtung Lawinengefahr •

Wenn Skifahrer & Co. Lawinen auslösen: Welche Konsequenzen drohen?

Schneeschuhtouren zu selten erklommenen Gipfeln und Abfahrten im unberührten Tiefschnee sind wunderschöne Abenteuer. Doch was, wenn Skifahrer zum Auslöser einer Lawine werden? Die menschlichen, rechtlichen und finanziellen Folgen können gravierend sein.

Straf- und zivilrechtliche Folgen beim Auslösen einer Lawine

Sich bei Lawinengefahr im freien Gelände aufzuhalten, mag waghalsig sein; strafbar ist es in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber nicht – anders als beispielsweise in Italien. Das bedeutet: Löst ein Wintersportler eine Lawine aus, doch es kommt dabei niemand zu Schaden, heißt es: Glück gehabt!

Anders sieht es aus, wenn Personen verletzt oder Objekte beschädigt werden: Dann drohen zivilrechtliche Konsequenzen – in der Regel in Form von Schadenersatz. Die Ansprüche der Lawinenopfer bleiben sogar bestehen, wenn der Lawinenverursacher stirbt; sie gehen dann auf die Erben über.

Einzelfallentscheidung: Persönliches Verhalten ist wichtig

Waren erfahrene Tourengeher bei Lawinenwarnstufe 2 nur ein paar Schritte abseits der Piste unterwegs? Oder sind mittelmäßige Skifahrer bei Warnstufe 4 tief im Gelände verschwunden und haben dabei einen Schneesturz ausgelöst? Die konkreten Umstände spielen eine große Rolle.

In Deutschland müssen sich die Wintersportler fahrlässig verhalten haben, damit sie für das Auslösen der Lawine wirklich belangt werden. In Österreich muss vor allem mit Konsequenzen rechnen, wer sich auf explizit gesperrten Strecken bewegt hat und in der Schweiz ist ohnehin jeder für sich selbst verantwortlich: Ob auf der Piste oder im Gelände – wer Schäden verursacht, zahlt die Rechnung.

Selbst Profisportler können sich verschätzen und zum Auslöser einer Lawine werden. Das kann bei ruhigen Wanderungen genauso passieren wie bei rasanten Tiefschnee-Stunts.

Selbst Profisportler können sich verschätzen und zum Auslöser einer Lawine werden. Das kann bei ruhigen Wanderungen genauso passieren wie bei rasanten Tiefschnee-Stunts.

Versicherungen tragen die Kosten teilweise

Die Kosten nach einem Lawinenabgang können gewaltig sein: Suchtrupps, Bergrettung, Sach- und Personenschäden. Bei einem großen Lawinenunglück kommen da schnell ein paar Millionen Euro zusammen. Die meisten Versicherungspolicen haben aber nur Deckungssummen zwischen einer und fünf Millionen Euro.

Aber welche Versicherungen kommen in so einem Fall überhaupt infrage?

  • Krankenversicherung: Sie übernimmt je nach Falllage einen Teil der Rettungskosten. Mehr Details dazu finden Sie im Beitrag „Unfall auf der Piste: Wer bezahlt den Rettungshubschrauber?“
  • Hausratversicherung: Sie haftet für Schäden an Ihrer Ausrüstung
  • Private Haftpflichtversicherung: Sie übernimmt die Kosten, für Schäden, die sie anderen gegenüber verursachen.

Ob diese Versicherungen tatsächlich greifen, hängt allerdings von diversen Faktoren ab. Neben dem Leistungsumfang der jeweiligen Police spielen auch die individuellen Umständen eine Rolle.

Es gibt auch noch eine Reihe von speziellen Versicherungen für Skifahrer, Snowboarder und Co. Diese Policen decken speziell die Risiken von Wintersportunfällen ab.

Aber Achtung: Wenn die Versicherer davon ausgehen, dass fahrlässiges Verhalten der Auslöser für die Lawine war, werden Sie wahrscheinlich auf den Kosten sitzenbleiben.

Daher:

  • Bewegen Sie sich am besten nur auf gekennzeichneten Routen.
  • Lassen Sie stets größte Vorsicht walten.
  • Führen Sie im Gelände immer Rettungsequipment mit – zum Beispiel Airbags, Schaufeln und Sonden.
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