Lawinengefahr kann schon im Vorfeld die Urlaubsfreude trüben, sodass Sie die Skireise vielleicht lieber stornieren möchten. Unter bestimmten Bedingungen geht das. Aber was, wenn die Schneemassen erst in den Ferien herabstürzen? Alles zu Ihren Rechten erfahren Sie hier.
Achtung Lawinengefahr •

Lawinengefahr: Ihre Rechte als Urlauber

Lawinengefahr kann schon im Vorfeld die Urlaubsfreude trüben, sodass Sie die Skireise vielleicht lieber stornieren möchten. Unter bestimmten Bedingungen geht das. Aber was, wenn die Schneemassen erst in den Ferien herabstürzen? Alles zu Ihren Rechten erfahren Sie hier.

Lawinengefahr als Stornierungsgrund: Warnstufe beachten

Die Lawinengefahr wird in Skigebieten ständig überprüft: Experten schauen sich jeden Tag die Schneekonsistenz an und rufen gegebenenfalls eine Lawinenwarnstufe aus. Diese Warnstufen reichen von 1 (gering) bis 5 (sehr hoch).

Ab Lawinenwarnstufe 3 sollten Wintersportler nicht mehr im offenen Gelände unterwegs sein; die Skipisten hingegen sind auch dann in der Regel noch sicher und können befahren werden. Die Beobachter behalten mögliche Risiken sehr genau im Auge, sodass Sie Ihren Winterurlaub unbesorgt genießen können.

Bei Warnstufe 5 besteht auch in Tallagen eine relevante Lawinengefahr. Dass Urlauber unter diesen Umständen Angst um Leib und Leben haben und den Urlaub lieber absagen möchten, fand das Amtsgericht Herne-Wanne nachvollziehbar und erlaubte den Urlaubern auch eine kurzfristige kostenfreie Stornierung ihrer gebuchten Ferienwohnung (AZ 2 C 175/99).

Lawinengefahr im Winterurlaub: Nehmen Sie die Warnungen ernst, auch wenn Sie dann auf einen Ausflug verzichten müssen.

Lawinengefahr im Winterurlaub: Nehmen Sie die Warnungen ernst, auch wenn Sie dann auf einen Ausflug verzichten müssen.

Anreise aufgrund von Schneeverschüttungen unmöglich

Die Lawinengefahr muss nicht mal den Urlaubsort direkt betreffen – auch Schneechaos auf dem Weg dorthin kann das Wintervergnügen vereiteln. Wie es dann mit Stornierungs- und Rückerstattungsoptionen aussieht, hängt sehr davon ab …

  • wo der Schnee liegt,
  • wie lange der Ort unerreichbar ist und
  • ob Sie eine Pauschalreise oder individuell gebucht haben.

Bei Pauschalreisen sind Anreise und Unterkunft ein Paket. Ist der Weg zum Hotel blockiert, können Sie deshalb auch das Hotelzimmer stornieren. Haben Sie aber Unterkunft und Transport getrennt gebucht, sind dem Hotelbetreiber Ihre Reiseschwierigkeiten in der Regel egal. Stornieren können Sie dann nur mit entsprechend hohen Gebühren.

In Österreich und der Schweiz hat man der ständigen Schnee- und Lawinengefahr Rechnung getragen: Hier haben sich die Hoteliers darauf geeinigt, dass eine kostenlose Stornierung möglich ist, wenn der Urlaubsort gar nicht erreichbar ist – auch nicht über Umwege. Ob diese Regelung auch gilt, wenn die Straßen nach ein paar Tagen wieder frei sind? Das ist sehr unterschiedlich. Hier müssen Sie vor allem auf die Kulanz der Betreiber hoffen.

Lawinengefahr auf der Piste: Keine Kostenerstattung für den Skipass

Ärgerlich ist vor allem folgendes Szenario: Sie kommen im Hotel an und freuen sich auf die erste Abfahrt am nächsten Morgen. Doch dann wird Lawinengefahr ausgerufen und die Piste gesperrt. Das war’s mit dem Winterurlaub. Verständlich, wenn Sie nun wenigstens das Geld für den Skipass zurückhaben wollen – immerhin konnten Sie die Piste ja nicht nutzen. Allerdings schließen Skigebiete und Liftbetreiber schlechtes Wetter in der Regel als Erstattungsgrund aus. Auch bei Lawinengefahr gibt es also kein Geld zurück.

Wenn Skipisten aufgrund von Lawinengefahr gesperrt werden, gibt es leider kein Geld zurück.

Wenn Skipisten aufgrund von Lawinengefahr gesperrt werden, gibt es leider kein Geld zurück.

Probleme bei der Abreise

Ein Lawinenabgang kann, auch wenn er glimpflich verläuft, ein Schneechaos hinterlassen, das sich so schnell nicht beseitigen lässt. Die Heimreise verzögert sich dann womöglich um einige Tage. Wer deshalb nicht rechtzeitig zurück zur Arbeit kommt, fehlt unentschuldigt und muss mit entsprechenden Lohnkürzungen rechnen.

Setzen Sie Ihren Arbeitgeber umgehend davon in Kenntnis, dass sie am Urlaubsort feststecken und später zurückkehren. So vermeiden Sie Abmahnungen und können vielleicht noch ein paar zusätzliche Urlaubstage aufwenden, statt Gehaltseinbußen hinzunehmen.

Aber wer trägt die Kosten für den verlängerten Aufenthalt? In der Regel die Reisenden selbst. Nur, wenn der Reiseveranstalter einer Pauschalreise explizit dazu rät, im Hotel zu bleiben, übernimmt er auch die Kosten dafür.

Eingeschneit? Geben Sie rechtzeitig allen Bescheid, um unnötigen Stress zu vermeiden.

Eingeschneit? Geben Sie rechtzeitig allen Bescheid, um unnötigen Stress zu vermeiden.

Greift die Reiserücktrittsversicherung bei Lawinengefahr?

Reiserücktrittversicherungen decken persönliche Risiken ab; also Dinge, die direkt mit dem Versicherten in Verbindung stehen – wie zum Beispiel Krankheit oder Schwangerschaft. Für das Wetter ist aber niemand persönlich verantwortlich. Deshalb sind Lawinen, Unwetter, Schneestürme und dergleichen in der Regel nicht von der Reiserücktrittsversicherung abgedeckt.

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